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Umweltverschmutzung

The Ocean Cleanup: „Interceptor“ soll Plastikmüll aus Flüssen fischen

Interceptor im Klang River, Malaysia. © The Ocean Cleanup
Interceptor im Klang River, Malaysia. © The Ocean Cleanup

Das Projekt „The Ocean Cleanup“ des jungen Niederländers Boyan Slat ist weltbekannt geworden. Wie berichtet ist das Sammelsystem für Plastik im Meer seit einiger Zeit im Einsatz und funktioniert nach jahrelangen Versuchen mittlerweile. Nun widmet such Slat neben dem Meer auch der Verschmutzung von Flüssen, die wesentlich dazu beitragen, dass viel Plastik im Meer landet.

Bei einem großen Event in Rotterdam hat Slat das bisher geheim gehaltene Projekt „Interceptor“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein autonomes, mit Solarenergie betriebenes Schiff, das in Flüssen verankert wird. Mit Hilfe eines Förderbandes schaufelt es den schwimmenden Müll, der durch die Strömung in seinen „Rachen“ getrieben wird, aus dem Wasser und lagert es in dafür vorgesehene Behälter. Laut Slat könnten mit einem „Interceptor“ täglich 50 Tonnen Plastikmüll aus einem Fluss gefischt werden.

Interceptor schaufelt Müll aus Flüssen. © The Ocean Cleanup
Interceptor schaufelt Müll aus Flüssen. © The Ocean Cleanup

In Südostasien bereits im Einsatz

Damit der Müll auch zum „Interceptor“ treibt, werden schwimmende Barrieren so im Fluss installiert, dass sie das Plastik kanalisieren und trotzdem andere Schiffe und Tiere einfach daran vorbei können. „The Ocean Cleanup“ zufolge sollen zwei der Systeme bereits in Malaysia und in Indonesien im Einsatz sein, in Vietnam und der Dominikanischen Republik sollen die nächsten „Interceptors“ installiert werden. Auch Thailand und Los Angeles sollen an den schwimmenden Müllschluckern interessiert sein.

Die neuartigen Abfangvorrichtungen sollen effizienter und günstiger sein als schon bisher eingesetzte Methoden und dank den Solarpanelen an Bord CO2-neutral arbeiten. Lithium-Ionen-Batterien an Bord speichern Energie und versorgen den „Interceptor“ auch bei Nacht mit Strom. Personal muss keines an Bord sein. Wenn die Container voll sind, meldet der „Interceptor“ das den Betreibern, die die Behälter entleeren. Slat hat mit seinem Team weltweit rund 1.000 Flüsse identifiziert, in denen das System zum Einsatz kommen soll.

+++ „The Ocean Cleanup“ ist im zweiten Anlauf erfolgreich und fischt jetzt Plastik aus dem Meer +++

Interceptor im Klang River, Malaysia. © The Ocean Cleanup
Interceptor im Klang River, Malaysia. © The Ocean Cleanup

Einige offene Fragen

Das ehrgeizige Ziel: Bis „The Ocean Cleanup“ will in Kombination mit tausenden „Interceptors“ bis 2040 rund 90 Prozent des Plastikmülls in Meeren beseitigen. Einige Fragen sind aber offen. Kritiker merken an, dass das neue System nur den an der Oberfläche schwimmenden Müll auffangen kann. Außerdem ist die Frage, wie nachhaltig die „Interceptors“ selbst sind. Teils des Rumpfs sollen jedenfalls aus recyceltem Plastik bestehen.

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