Channel

Mobility

Kuriose Gesetzeslage

Texas: Tesla muss Neuwägen aus Bundesstaat ausführen und für Verkauf wieder einführen

Tesla Gigafactory in Texas. © Tesla
Tesla Gigafactory in Texas. © Tesla

Der US-Autohersteller Tesla baut momentan weltweit drei „Gigafactories“, eine davon in Austin im US-Bundesstaat Texas. Man sollte deshalb meinen, dass texanische Kunden leicht zu einem brandneuen E-Fahrzeug kommen. Das ist jedoch weit gefehlt: Laut den Gesetzen des Bundesstaats dürfen Autohersteller Neuwägen nur an Drittunternehmen verkaufen und liefern, jedoch nicht direkt an die Kunden. Deswegen könnte Tesla gezwungen sein, Fahrzeuge aus der Austin-Fabrik aus dem Staat auszuführen, um sie dann von außerhalb an Texaner zu verkaufen.

Tesla würde Gesetzesänderung begrüßen

„Tesla würde es sehr zu schätzen wissen, wenn sich dieses Gesetz ändern würde. Dann wäre das nicht nötig“, kommentierte CEO Elon Musk die kuriose Situation auf Twitter. Eigentlich hatten die Gesetzgeber in Texas im März über eine Anpassung der Legislatur diskutiert. Allerdings besagt eine weitere für den Bundesstaat spezifische Regelung laut dem Magazin The Drive, dass die „State Legislature“, also das Parlament, nur alle zwei Jahre für den Zeitraum von 140 Tagen aktiv sein kann. Diese Frist läuft mit Ende Mai ab, ohne dass eine Gesetzesänderung stattfindet. Bis zum Jahr 2023 hat der Gesetzgeber also Pause. Die Tesla-Gigafabrik soll dagegen Ende 2021 fertig sein.

Laut The Drive diente das Gesetz ursprünglich dazu, Dritthändler vor der Unterbietung durch Hersteller zu schützen. Autobauer versuchen aber schon seit Jahrzehnten, gegen das ungeliebte Gesetz vorzugehen, das es in ähnlicher Form auch in den Bundesstaaten Oklahoma, Nebraska, Wisconsin, West Virginia, Alabama, South Carolina und New Mexico gibt. Jedoch habe die Branche der Autohändler immer aggressives Lobbying gegen mögliche Änderungsentwürfe betrieben.

Nur Abholen in Texas-Servicecenter

Aufgrund der bestehenden Gesetze dürfen Kunden in Texas ihre Teslas nur über sogenannte „Galerien“ bestellen. Darin können sie sich die Autos zwar anschauen, aber nicht über Preise verhandeln. Findet sich ein Kaufinteressent, leitet Tesla die Unterlagen in einen anderen Bundesstaat weiter. Die Filiale schickt dann das Auto zu einem der acht Service-Center, die der Konzern in Texas betreibt. Dort müssen Kunden ihr Auto schließlich abholen. Dadurch hat Tesla laut The Drive das Auto technisch gesehen nicht direkt geliefert oder verkauft.

Tesla: Vier Milliarden Euro für Gigafactory in Berlin

Etwa 5.000 Arbeitskräfte sollen in der neuen Gigafabrik Cybertrucks und andere Elektrofahrzeuge bauen. Ungefähr eine Milliarde Dollar soll in den Bau der gewaltigen Produktionsstätte fließen. Es ist zwar laut The Verge nicht unmöglich, dass sich an der Gesetzeslage etwas ändert, jedoch gibt es zumindest bis zum Jahr 2023 viele bürokratische Hindernisse beim Tesla-Kauf in Texas. Immer wieder gibt es darüber hinaus Schwierigkeiten bei den Gigafabriken. So warnt beispielsweise ein neues Gutachten vor Gefahren in der geplanten Anlage in Brandenburg (Tech & Nature berichtete).

Erst Wasserknappheit, nun Chemikalien: Bau von Teslas Giga-Fabrik erneut Streitpunkt

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen

Mehr von Trending Topics