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tFRWD: Neues Startup will mit Gurgeltest „100% COVID getestete“ Events ermöglichen

Das Testkit von tFRWD. © tFRWD
Das Testkit von tFRWD. © tFRWD

Gurgeln statt würgen: Der in Wien vom Virologen Christoph Steininger entwickelte Gurgeltest für COVID-19 wird als einfache Do-ityourself-Alternative zum doch ziemlich unangenehmen Rachenabstrich vermarktet und ist durch seinen Einsatz bei den „Drive-Through-Stationen“ in Wien bekannt geworden. Nun ist das 60-Sekunden-Gurgel-Verfahren essenzieller Bestandteil eines neuen Startups in Österreich. Denn mit tFRWD geht eine neu gegründete Firma an den Start, die mit dem Gurgeltest auch während strenger Maßnahmen große Events ermöglichen will.

Die Gründer der neuen Firma, Veit-Ander Aichbichler und Hennes Weiss, haben sich mit Steiningers eigener Firma Lead Horizon zusammen getan, um künftig großflächigen Testungen in privaten Sektoren wie der Tourismus- Kultur- und Event-Branche zu ermöglichen. Und: Man will deutlich unter den Preisen von bisher erhältlichen COVID-19-Tests liegen und sehr schnelle Ergebnisse liefern. Die Kapazitäten sollen bereits zum Start bei 80.000 Tests pro Tag liegen.

Testergebnis per App

Um einen „100% Covid getesteten“ Event abhalten zu können, gibt es folgendes Prozedere: Gäste einer zukünftigen Veranstaltung sollen den Gurgeltest an einer zentralen, nahe gelegenen Teststation durchführen oder ihn per Post drei bis fünf Tage vor dem Event zugeschickt bekommen. Per Expressversand über Partner UPS gelangen die Proben dann zu den Partner-Laboren – innerhalb von 24 Stunden soll ein Testergebnis vorliegen. Dieses Ergebnis bekommen die Probanden dann vom Labor an die tFRWD-App übermittelt – und am Eingang der Veranstaltung zeigt man dann einen QR-Code vor, um ein negatives Testergebnis zu beweisen.

Was aber ist, wenn sich ein Mensch zwischen dem Gurgeltest und dem Betreten des Events ansteckt? „Die Inkubationszeit ist das Fenster, in welchem die Viruslast in einem neu Infizierten noch so gering ist, dass er andere Menschen nicht anstecken kann. Hierzu gibt es bereits verlässliche Zahlen, die belegen, dass innerhalb der ersten 48 Stunden niemand, nach 48 weiteren Stunden ca. 0,3 Prozent der Menschen infektiös werden, nach 36 Stunden sind es dann bereits 8 Prozent“, sagt CEO Veit-Ander Aichbichler zu Trending Topics. „Natürlich kann sich die getestete Person sofort anstecken, aber sie kann die Infektion für einige Tage nicht weitergeben. Daher sinkt das Risiko auf einer Veranstaltung oder beim Reisen natürlich erheblich.“

Preise sollen weiter sinken

Für Veranstalter, die dieses neue Konzept ausprobieren wollen, kommen da natürlich Zusatzkosten zu, die man (vermutlich) teilweise an die Gäste wird weitergeben müssen. „Wir können hier aktuell Preise um die 75 Euro anbieten“, sagt Aichbichler. „Wir erhöhen täglich den Druck auf die Labore, die Preise anzupassen. Zur Zeit zahlt z.B. die Stadt Wien ca. 70 Euro pro Labortest, ca. 85 Euro für den gesamten Test. Da sind wir bereits um einiges weiter und haben vor allem in Deutschland dieselben Preise verhandelt wie der deutsche Staat. Diesen Preisvorteil geben wir dann an unsere Kunden weiter.“ Den Laboren würde pro Test nur Kosten von 3 bis fünf Euro entstehen, deswegen würden die Chancen gut stehen, dass die Preise weiter sinken.

Die Laborpartner von tFRWD befinden sich zur Zeit in Österreich und Deutschland. „Wir sind außerdem dabei, weitere Partner in der EU zu finden und sind auch in einigen anderen Ländern bereits ready to go“, sagt Aichbichler Im Labor dauere ein Testresultat etwa 1,5 Stunden. „Die Zeit, welche verloren geht, liegt bei der Logistik und in der Einmeldung und Zustellung der Ergebnisse“, sagt der Firmenchef. „Hier haben wir eine digitale Schnittstelle mit den Laboren entwickelt, welche eine automatische Einmeldung und Zustellung in Echtzeit zulässt.“ In Österreich schaffe man die Lieferung eines Testergebnisses innerhalb von 24 Stunden in „99,5 Prozent“ der Fälle. „Die Einführungsphase ist also vorbei und wir rollen nun denselben Prozess in einigen anderen Ländern aus“, so Aichbichler.

Veranstalter weiter unter Druck

Mit Hennes Weiss hat er übrigens einen Geschäftspartner, der ein bekannter Name im Event-Business ist. Hennes Weiss hat zwei bekannte Clubs in Wien (Pratersauna, Praterstrasse) sowie Musik-Festivals in Kroatien, Indien und Südafrika („Lighthouse Festival“) konzipiert und er betreut das Musikmanagement von international renommierten DJs und Bands wie etwa HVOB.

„Testen scheint für die nächsten 6 bis 8 Monate der einzige Weg zu sein, aber die derzeitigen Testtechnologien überschritten mein Veranstaltungsbudget“, sagt Weiss. „Gemeinsam mit meinem Partner haben wir hart dafür gekämpft, die Preise auf ein Level weit unter dem Marktniveau zu senken. Wenn sich alle Akteure in der betroffenen Musik-,Kultur- und Sportindustrie zusammenschließen, indem sie gemeinsam Tests durchführen, können wir unsere Verhandlungsposition gegenüber den Labors stärken und zudem eine tragende Rolle innerhalb der Testindustrie einnehmen.“

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