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Tesla startet im S&P500 – und weckt schlechte Erinnerungen an die Dotcom-Blase

Elon Musk. © Flickr/Public Domain
Elon Musk. © Flickr/Public Domain

Die Aktie des Tages heißt – Tesla. Heute, am 21. Dezember 2020 wird das Papier in den weltbekannten Index S&P500 aufgenommen. Ein Ritterschlag für Elon Musk, zählt sein Unternehmen nun hochoffiziell zu den wichtigsten 500 börsennotierten Unternehmen der USA. Dem aktuellen Marktvolumen nach – Tesla wird derzeit mit fantastischen 659 Milliarden Dollar bewertet – wird der Elektroautobauer zu den zehn gewichtigsten Unternehmen im Index gehören und den Wert maßgeblich beeinflussen.

In voller Vorfreude haben die Börsianer den Kurs von Tesla – weil das ist ja kein Autobauer, sondern eine Tech- und Energie-Firma – am Freitag noch einmal in luftige Höhen geschickt. Doch vorbörslich, vor dem Start im S&P500 ist es dann doch wieder etwas nach unten gegangen. Wird es manchen in dieser überhitzten Situation nun doch zu heiß? Offenkundig. Schenkt man den Analysten Glauben, dann wird es wild zugehen mit der Aktie. Aber Spielraum gibt es ja. Denn schließlich ist TSLA seit Jahresbeginn um unfassbare 700 Prozent gewachsen. Selbst wenn die Bewertung um die Hälfte einbricht, Tesla wird trotzdem weiter mit Abstand der wertvollste Autobauer der Welt sein.

„Die Blase von 2020“

Doch mit dem Start von Tesla im S&P500 melden sich wieder vermehrt Kritiker zu Wort. So etwa Christopher P. Bloomstran, CEO der Investmentfirma Semper Augustus. Er warnt Anleger in einem Tweetstorm eindringlich vor der Tesla-Aktie. „Das ist das, wovon Sie Ihren Enkeln erzählen werden, oder zumindest einer neuen Generation von Investoren, die sich fragen, wie die Blase von 2020 aussah“, ätzt er auf Twitter. Und vergleicht die Finanzdaten und Marktzahlen von Tesla mit jenen von Yahoo um die Jahrtausendwende – ein eindringlicher Vergleich mit der Dotcom-Blase, die damals platzte. Selbst wenn Tesla jene Margen von Toyota schaffe, würde sich der heutige Firmenwert nie rechnen.

„Sie können mit Annahmen für Wachstum, Marktanteil, Expansion in neue Märkte, Gewinn und Kapitalrendite herumspielen, wie Sie wollen, aber für einen Bruchteil des heutigen voll dilutierten Marktwerts von $760B zu bezahlen, wird höchstwahrscheinlich ein katastrophales Investitionsergebnis hervorbringen“, warnt Bloomstran, der selbst in Tesla investiert hat, Anleger. „Die Performance der Aktie ist ab hier ein riesiger Verlust, und der Tesla-Kult verliert das Interesse an der Marke.“ Zusätzlich würde die Marke wegen kommender Aktienverluste und der schlechten Behandlung von Kunden und Mitarbeitern an Wert verlieren. Aber Elon Musk ist derzeit sowieso abgelenkt:

Und was macht Elon Musk derweil? Auf Twitter lässt er durchblicken, dass er sich für Bitcoin-Investments interessiert. Michael Saylor, der CEO und Gründer von MicroStrategy, ist da gleich zur Stelle und will Musk beraten, wie man das Geld auf dem Firmenkonto von Tesla am besten in Bitcoin umwandeln könne – als nachhaltige Geldanlage versteht sich, um der Inflation des alten Fiatgeldes entgegen zu steuern. Saylor hat sein eigenes Software-Unternehmen dazu gebracht, eine Milliarde US-Dollar in Bitcoin zu investieren – und wird dafür mittlerweile heftig kritisiert. Wenn er nun Elon Musk dazu bringt, seinem Beispiel zu folgen, dann werden die Blasen-Alarmglocken so laut schrillen wie nie zuvor.

Der harte Bitcoin-Kurs von MicroStrategy wird einigen zu steil

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