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Tesla reagiert mit Lohnkürzungen und Zwangsurlaub auf die Krise

Die Tesla-Gigafactory in Shanghai. © Tesla
Die Tesla-Gigafactory in Shanghai. © Tesla

Im ersten Quartal 2020 hat es Tesla noch geschafft, mehr als 100.000 Autos zu produzieren. Doch das zweite Quartal wird für Tesla wie für viele andere Unternehmen ein sehr hartes. Das bekommen jetzt auch die Angestellten zu spüren. Wie aus einer Mail hervorgeht, die das Personal-Management an die Mitarbeiter ausgesendet hat, werden jetzt Gehälter gekürzt und Mitarbeiter angewiesen, Urlaub zu nehmen.

„Während wir weiterhin nur ein Minimum an kritischen Operationen am Laufen halten, gehen wir davon aus, dass wir die normale Produktion in unseren US-Einrichtungen am 4. Mai wieder aufnehmen werden, sofern keine wesentlichen Änderungen vorgenommen werden. Bis dahin ist es wichtig, dass wir Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass wir auf dem Weg zur Verwirklichung unserer langfristigen Pläne bleiben. Ab Montag, dem 13. April, führen wir die unten aufgeführten Maßnahmen als Teil einer umfassenderen Bemühung um Kostenmanagement durch“, heißt es in dem Schreiben.

Bis zu 30 Prozent weniger Gehalt

Die Maßnahmen, die Tesla setzt, überraschen kaum. Gehälter werden um bis zu 30 Prozent gekürzt, und zwar gestaffelt. Alle US-Mitarbeiter auf oder über dem Level „Vice President“ müssen eine Kürzung von 30 Prozent verkraften, auf oder über dem Level „Director“ 20 Prozent, und alle anderen Angestellten zehn Prozent. Für Mitarbeiter außerhalb der USA soll es vergleichbare Maßnahmen geben – abhängig davon, ob die Niederlassungen in den jeweiligen Ländern das auf Basis der lokalen Gesetze auch machen können. Die Lohnkürzungen sollen bis Ende des zweiten Quartals gelten, also bis Ende Juni.

Jene Mitarbeiter, die nicht von zu Hause aus arbeiten können oder die „nicht kritische“ Jobs haben, werden von Tesla auf unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Sie bleiben bei dem Unternehmen angestellt und bleiben im Genuss der Krankenversicherung, bekommen aber ansonsten kein Geld mehr. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Produktion der Elektroautos am 4. Mai wieder anlaufen kann – warum gerade dieses Datum, ist derzeit nicht klar.

Betroffen ist in erster Linie die Tesla-Fabrik in Fremont in der Bay Area, die im Zuge des Lockdowns in Kalifornien shcließen musste. Das Personal in der Gigafactory in Nevada, wo Tesla gemeinsam mit Panasonic Batterien und Elektroantriebe herstellt, wurde im Zuge der Krise um 75 Prozent gekürzt. In Shanghai konnte Tesla derweil die Produktion mit Hilfe des chinesischen Staates wieder aufnehmen, dort laufen wöchentlich wieder 3.000 Fahrzeuge vom Band.

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