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Tesla Model 3 gegen VW ID.3: Können die Deutschen Musk die Stirn bieten?

Das Model Y. © Tesla
Das Model Y. © Tesla

Im Jänner 2020 ist es passiert. Tesla ist erstmals beim Börsenwert am führenden europäischen Autobauer Volkswagen vorbeigezogen und hat Schockwellen durch die gesamte Industrie geschickt. Mittlerweile ist Tesla mehr als doppelt so viel wert wie VW (185 vs. 70 Mrd. Dollar) und zum Marktführer bei Elektroautos aufgestiegen.

Nun muss Volkswagen liefern. 2020, genauer gesagt im September, ist der Marktstart des ID.3 – jenem Auto, das für VW zum „Golf des Elektrozeitalters“ werden soll. Nach Käfer und Golf soll der Wagen das dritte große Kapitel des Unternehmens aufschlagen – erinnert dabei aber eben auch an jenes Auto, das es zu schlagen gilt: Das Model 3 von Tesla, das meist verkaufte E-Auto der Welt.

Im direkten Vergleich

Auch wenn das Model 3 eher in einer Liga mit einem 3er BMW liegt und der ID.3 die elektrische Mittelklasse repräsentiert – da E-Autos noch spärlich gesät sind und Tesla mittlerweile auch in Wolfsburg als der große Herausforderer wahrgenommen wird, werden viele die beiden Automodelle miteinander vergleichen. So also schlägt sich VWs ID.3. gegen Teslas Model 3:

Batterie Reichweite (nach WLTP) Lade-
Speed
Leistung Top-Speed Preis
VW ID.3
Pure 45 kWh 330 km bis zu 100 kW (AC) 93 oder 110 kW 160 km/h ab 29.900 €
Pro 58 kWh 420 km bis zu 100 kW (AC) 107 oder 150 kW 160 km/h ab 37.000 €
Pro S 77 kWh 550 km bis zu 125 kW (AC) 150 kW 160 km/h ab 45.000 €
Tesla Model 3
Standard Plus 55 kWh 409 km bis zu 250 kW (AC) 190 kW 225 km/h ab 43.990 €
Long Range 75 kWh 560 km bis zu 250 kW (AC) 225 kW 233 km/h ab 53.790 €
Performance 75 kWh 530 km bis zu 250 kW (AC) 340 kW 261 km/h ab 59.990 €

Klar: Bei Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Leistung und Top-Speed liegt der ID.3 deutlich hinter dem Model 3. Doch in einem Punkt ist der Wagen haushoher Favorit: beim Preis. Und der ist nicht nur generell ausschlaggebend, sondern auch in punkto staatliche Förderungen. So werden die meisten ID.3-Modelle in Deutschland und Österreich unter die Elektroautoförderung fallen, die meisten Model-3-Varianten aber nicht.

Erste Tester des ID.3 sind durchwegs begeistert, denn Autobauen, das sollte Volkswagen können. Die große Frage ist, wie sich der deutsche Konzern in Sachen Software weiterentwickeln wird. Denn die ist essenziell – in einem ersten Schritt beim Bord-Infotainment, in einem zweiten Schritt beim autonomen Fahren.

Knackpunkt Software

Wie wichtig Volkswagen es ist, bei der Software nicht in Abhängigkeit der US-IT-Riesen zu geraten, zeigen die neuen Anstrengungen mit der „Car.Software“-Organisation. Die neue VW-Einheit soll bis 2025 über 10.000 Experten umfassen, bis Ende des laufenden Jahres könnten es schon 5.000. Mindestens 7 Milliarden Euro werden in die Hand genommen, um bis 2024 ein eigenständiges Betriebssystem zu haben, das bei allen VW-Marken zum Einsatz kommt.

Software ist derzeit noch die Achillesferse von Volkswagen. Beim neuen ID.3 werden zwei zentrale Funktionen erst zu einem späteren Zeitpunkt und nicht zum Marktstart verfügbar sein: Die Funktion, um Anwendungen des Smartphones auf das Infotainmentsystem des Autos zu spiegeln, sowie der Fernbereich des Head-up-Displays werden anfangs nicht funktionieren.

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