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Tesla kann in Europa zum Stromanbieter werden

Tesla-Autos an der Ladestation. © Photo by Andreas Dress on Unsplash
Tesla-Autos an der Ladestation. © Photo by Andreas Dress on Unsplash

Ist Tesla ein Autohersteller? Oder ein Tech-Unternehmen? Oder vielleicht etwas ganz anderes? Diese Frage stellen sich derzeit nicht nur Anleger an der Börse (mehr dazu hier), sondern immer mehr auch Beobachter des Energiemarktes. Denn die Anzeichen mehren sich, dass Tesla sich in Europa als Stromanbieter etablieren will. Denn wie Reuters berichtet, hat sich das US-Unternehmen eine Lizenz für den Stromhandel in Westeuropa gesichert. Außerdem ist Telsa Mitglied des EPEX Spot Power Exchange geworden.

Kunden werden bereits befragt

Dazu kommt, dass der führende Elektroautohersteller vor kurzem eine Befragung unter deutschen Kunden gestartet hat, die in diese Richtung deuten. Das Unternehmen wollte Antworten auf Fragen wie:

  • „Was würde Sie dazu ermutigen, von Ihrem bisherigen Energielieferanten zu wechseln?“
  • „Würden Sie eine Tesla-Photovoltaikanlage und einen Heimspeicher (Tesla Powerwall) kaufen, wenn Sie zu einem speziell entwickelten Tesla-Stromtarif wechseln könnten?“

Ins Bild passen diese Ambitionen natürlich. Wie Tesla-Kenner wissen, verkauft das Unternehmen neben den Heimstromspeichern unter dem Namen Powerwall auch Solaranlagen für Hausdächer und betreibt natürlich sein Supercharger-Netzwerk für die Autos. Nicht zu vergessen: Die kommende Gigafactory nahe Berlin wird ebenfalls ordentlich viel Strom brauchen.

Ab 2021 werden in Österreich Energiegemeinschaften gefördert

Würde Tesla zum Stromanbieter werden, könnte das für all seine Produkte Effizienzen bringen – etwa, wenn man den eigenen Strom an die Schnellladestationen liefert oder wenn man sogar Besitzer von Solaranlagen ihren überschüssigen Strom ins Netz rückfließen lassen würde.

Durch den Ausbau von erneuerbaren Energiequellen werden auch in Österreich so genannte Energiegemeinschaften immer interessanter. Bei diesen wird regional produzierte erneuerbare Energie, etwa aus einer Solaranlage am Dach, wird gemeinsam von mehreren Haushalten in einer Siedlung oder einem Haus finanziert und genutzt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den überschüssigen Strom an Dritte zu verkaufen – und da könnte Tesla ins Spiel kommen.

Vertikale Integration

Umgekehrt sieht Elon Musks Unternehmen natürlich, dass Stromanbieter ihrerseits zu Anbietern von Ladestationen werden und somit mit Teslas Supercharger-Netzwerk in Konkurrenz treten. In Stein gemeißelt ist nichts – aber Ideen zur vertikalen Integration seiner Produkte und Services werden in der Zentrale in Fremont in Kalifornien sicher nicht erst gestern gewälzt.

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