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Tesla-Aktie knickt wieder ein

Tesla-Autos an der Ladestation. © Photo by Andreas Dress on Unsplash
Tesla-Autos an der Ladestation. © Photo by Andreas Dress on Unsplash

Die Kurs-Rallye, die die Aktie des Elektroautobauers Tesla in den letzten Tagen hinlegte, ist vorerst vorbei. Zu Wochenanfang hatte das Papier mit einem Kursplus von etwa 20 Prozent den größten Tagesgewinn seit 2013 geschafft, am Ende wurde es bei fast 1.000 Dollar gehandelt. Nach Verlusten im zweistelligen Prozentbereich liegt der Preis einer Tesla-Aktie nun wieder bei etwa 730 Dollar. Die Marktkapitalisierung von Elon Musks Unternehmen liegt nun bei weiterhin stolzen 130 Milliarden Dollar, nachdem die Börsenbewertung schon auf 160 Mrd. Dollar geschossen war.

Damit wird Tesla von Börsianern zum aktuellen Stand immer noch deutlich höher bewertet als deutsche Autokonzerne wie Volkswagen (95 Mrd. Dollar), BMW (44 Mrd. Dollar) oder Daimler (52 Mrd. Dollar). Der Börsenwert liegt weiter deutlich über der 100-Milliarden-Dollar-Marke – doch wie lange noch? Viele Anleger, die zugekauft haben, haben Kasse gemacht und nicht an einen weiteren Höhenflug geglaubt. Wer die Aktie vor vor einem Monat kaufte, als sie noch bei etwa 450 Dollar lag, kann immer noch absahnen. Wer vor sechs Monaten zuschlug, der kaufte bei etwa 230 Dollar und hat seinen Einsatz immer noch mehr als verdreifacht.

FOMO schlägt zu

Nachdem Analysten wie Ark Invest schon von einer Kurssteigerung auf 7.000 Dollar bis 2024 sprachen, mehrten sich die Stimmen, dass rund um Tesla eine Börsenblase entsteht. Der Hype dürfte auch viele Kleinanleger mitgerissen haben: In den USA etwa kauften mindestens 12.000 Nutzer der Trading-App Robinhood das Papier zu, als es 700 Dollar erreichte. Die App ist so positioniert, um Nutzern am Smartphone das schnelle Kaufen von Aktien möglichst einfach zu machen. FOMO („Fear Of Missing Out“) dürfte also auch bei Kleinanlegern voll zugeschlagen haben.

Auch ein so genannter „Short Squeeze“ soll für die Kursexplosion mit verantwortlich sein. Damit wird ein Vorgang an der Börse bezeichnet, bei dem sich Leerkäufe von Shortsellern, die eigentlich auf sinkende Tesla-Aktien gewettet haben, ins Gegenteil umkehrt und die Aktie nach oben drückt. Bei den aktuellen Kursverlusten ist fraglich, wie lange die Aktie noch über 700 Dollar bleibt.

Bullrun fürs Erste vorbei

Spannend bleibt nun natürlich weiterhin, wie sich der Börsenwert von Tesla weiter entwickelt. Pierre Ferragu, Leiter des Forschungsteams für globale Technologieinfrastruktur bei New Street Research, ist bekannt dafür, viel von Tesla zu halten. Er hat das Papier nun von „Buy“ auf „Neutral“ herabgestuft – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Bullrun fürs erste vorbei ist.

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