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Terror in Paris: Wie Facebook, Twitter und Airbnb versuchten, nach den blutigen Attentaten zu helfen

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In Gedenken an die Opfer der Anschläge. © Bianca Dagheti /Flickr (CC BY-ND 2.0)
In Gedenken an die Opfer der Anschläge. © Bianca Dagheti /Flickr (CC BY-ND 2.0)

Eine Welle der Anteilnahme und Solidarität mit den Opfern, den Angehörigen und ganz Frankreich ist nach den Attentaten vergangene Freitag Nacht durchs Netz gelaufen. Nicht nur Facebook-Nutzer färbten ihre Profilbilder in Blau-Weiß-Rot, auch große Internet-Plattformen wie YouTube, Reddit oder sogar YouPorn zeigen derzeit die Trikolore Frankreichs in Gedenken an die mehr als 130 Opfer. Andere Internet-Dienste sind in ihrem Bestreben, Hilfe in den schweren Tagen nach den Terroranschlägen zu leisten, ein Stück weiter gegangen und haben konkrete Funktionen und Services zur Untersützung in den schweren Stunden und Tagen angeboten. Ein Überblick:

Facebook Safety Check

Das Online-Netzwerk Facebook hat seine Funktion Safety Check, die bereits bei Naturkatastrophen zum Einsatz kam, kurze Zeit nach den Attentaten für die Region Paris freigeschaltet. Nutzer konnten sich ab dann auf einer eigenen Seite informieren, ob Freunde, die sich gerade in Paris aufhalten, sich selbst als „Ich bin in Sicherheit“ markiert haben. 4,1 Millionen Menschen haben davon laut Facebook in den ersten 24 Stunden Gebrauch gemacht und ihre Facebook-Kontakte auf diesem Weg informiert, dass ihnen nichts passiert ist. Insgesamt sollen so 360 Millionen Menschen über den Verbleib ihrer Kontakte informiert worden sein.

Facebook musste aber auch Kritik wegen der Funktion einstecken, weil man sie für Paris, nicht aber für Beirut, wo es am vergangenen Donnerstag mehr als 40 Tote bei einem Anschlag gab, aktiviert hatte. Facebook-Chef Mark Zuckerberg argumentierte, dass man den „Safety Check“ vor dem Anschlag in Paris ausschließlich bei Naturkatastrophen aufgedreht hätte, man sich aufgrund der hohen Aktivität nach den Anschlägen in Paris aber dazu entschieden hätte, den „Safety Check“ auch in dieser Situation anzubieten. Künftig wolle man das öfter tun als bisher.

Twitter Moments

Der Kurnachrichten-Dienst Twitter wurde von seinen Nutzern mit dem Hashtag #PorteOuverte („offene Tür“) dazu genutzt, um Menschen auf den Pariser Straßen schnell einen Unterschlupf anbieten zu können und sie so in Sicherheit bringen zu können.

Um dem Problem der sich schnell verbreitenden Falschmeldungen (TrendingTopics.at berichtete) entgegen zu wirken, hat Twitter außerdem seinen Service „Moments“ angeworfen. Von menschlicher Hand kuratiert, wurden dort die wichtigsten Tweets aus verlässlichen Quellen zu den Attentaten gesammelt angezeigt. Nachteil der Angelegenheit: In den Apps auf iPhone und Android ist „Moments“ derzeit nur für Nutzer in den USA verfügbar.

Airbnb

Der Unterkunftsvermittlungs-Dienst Airbnb, der selbst eine Konferenz in Paris mit 6000 Teilnehmern abgehalten hat, hat nach den Anschlägen sein „Disaster Response“-System angeworfen. Dieses hat Airbnb-Nutzern, die sich am Wochenende in Paris aufgehalten haben und nicht weiterreisen konnten, ermöglicht, schnell und einfach eine kostenlose oder günstige Unterkunft zu finden. „Alle Service-Gebühren erlassen werden denjenigen, die von der Katastrophe betroffen sind und zwischen dem 13. Nov 2015 und 17. Nov 2015 einchecken“, so die Betreiber. Auf einer Unterseite kann man noch Bleiben finden, die vergünstigt oder gratis sind.

Uber

Der Fahrtvermittlungs-Dienst Uber, der auch in Paris bereits für massive Proteste seitens Taxifahrern gesorgt hat, hat in Paris sein so genanntes „surge pricing“ bereits innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem ersten Anschlag ausgesetzt. Beim „Surge pricing“ sorgt eigentlich ein Algorithmus dafür, dass die Preise sich an die Nachfrage anpassen – je mehr mit Uber fahren wollen, desto teurer wird es. Nutzer, die mit einem Uber-Auto schnell von den Tatorten weg wollten, zahlten demnach tagesübliche Preise. Auf Twitter musste sich Uber Vorwürfe gefallen lassen, die Preise erhöht zu haben bzw. die App ganz abgedreht zu haben – die Betreiber in Paris dementierten das.

Skype & Google Hangouts

Der Internettelefonie-Dienst Skype, den sich Microsoft vor einigen Jahren um viele Milliarden US-Dollar gekauft hat, hat am Sonntag „für einige Tage“ alle nationalen und internationalen Anrufe von seinem Dienst zu Festnetz- oder Mobilnummern in Frankreich kostenlos gemacht. Üblicherweise zahlen Nutzer dafür eine kleine Gebühr. Auch Google Hangouts hat ab Samstag alle Anrufe nach Frankreich kostenlos gemacht.

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