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TenX: 3 Tiroler Gründer machen beim Token Sale ihres Krypto-Startups 80 Millionen Dollar

Die TenX-Gründer (sitzend v.l.n.r.) mit Team: Toby Hönisch (CEO), Paul Kitti (COO), Julian Hosp (CMO) Michael Sperk (CTO). © TenX
Die TenX-Gründer (sitzend v.l.n.r.) mit Team: Toby Hönisch (CEO), Paul Kitti (COO), Julian Hosp (CMO) Michael Sperk (CTO). © TenX

Die Geschichte beginnt in Bangkok und endet vorläufig in Singapur: 2014 treffen die Österreicher Toby Hönisch, Michael Sperk und Julian Hosp sowie der Thailänder Paul Kitti zufällig in der thailändischen Metropople aufeinander und erkennen die gemeinsame Leidenschaft für Krypto-Währungen wie Bitcoin. Sprung ins Jahr 2017: Ende Juni nehmen die vier mit ihrem nunmehrigen gemeinsamen Startup TenX mit Sitz in Singapur umgerechnet 80 Millionen Dollar in einem so genannten Token Sale ein. Ein neuer Stern am Himmel der Blockchain-Startups ist geboren.

“Wir hatten gar nicht geplant, so viele Token zu verkaufen. Aber wir waren eines der wenigen Blockchain-Startups, die schon ein fertiges Produkt haben”, sagt Julian Hosp, der im heute 20-köpfigen Team die Rolle des CMO einnimmt. TenX will seinen Kunden eine Kreditkarte anbieten, die man mit einer Wallet und dem darin gespeicherten digitalen Geld (Bitcoin, Ethereum, ERC20 und Dash) verknüpfen und so mit seinem Krypto-Geld überall dort zahlen kann, wo Visa oder Mastercard angenommen werden.

„Making Cryptocurrencies Spendable Anytime Anywhere“ lautet der Slogan der jungen Firma. Toby Hönisch, der Security-Technologien und Künstliche Intelligenz studierte und viel Zeit in Asien verbrachte, hat den Posten des CEO eingenommen, Michael Sperk (früher beim Innsbrucker Startup Visalyze tätig) ist CTO. Dieses Jahr will TenX seine Mitarbeiterzahl auf 40 verdoppeln und dabei bekannte Namen aus der Finanzwelt an Bord holen.

Crowdfunding für Blockchain-Startup

Der selbst kreierte Token „PAY“ von TenX (Bitcoin wird unter dem Kürzel BTC, Ethereum unter dem Kürzel ETH gehandelt) spülte in kurzer Zeit in Form von Krypto-Währungen von rund 4.000 Käufern je nach Kursstand bis zu 80 Millionen Dollar in die virtuellen Kassen des Startups. Die Käufer wiederum bekommen dafür PAY-Token, die – laufen die Geschäfte von TenX gut – im Wert steigen können.

Das Startup von Hönisch (CEO) ist laut Hosp die nächsten drei bis fünf Jahre finanziert, um die Vision ihrer Krypto-Kreditkarte weltweit auszurollen. Denn die Hälfte des virtuellen Geldes wechselten Hönisch und Co – wie in der Krypto-Community gerne gesagt wird – in Fiat-Geld (also Dollar, Euro, Yen, etc.) um, den Rest behält sich das Startup in Form von Krypto-Geld, also Bitcoins, Ethereum etc. Entwickeln sich die Kurse dieser Krypto-Währungen nach den starken Kursschwankungen der letzten Wochen gut, dann kann TenX noch viel mehr „echtes“ Geld aus dem Token Sale herausholen – oder eben auch nicht, wenn die Kurse wieder einbrechen.

Mit der TenX-Karte soll man wie mit einer Kreditkarte bezahlen können. © TenX
Mit der TenX-Karte soll man wie mit einer Kreditkarte bezahlen können. © TenX

Ein Token Sale (oft auch ICO genannt) ähnelt vom Prinzip her Crowdfunding. Die Käufer der Token wetten wie Investoren darauf, dass ein Startup künftig Erfolg hat und dadurch seine eigene digitale Währung (bei TenX wie erwähnt PAY) immer mehr Wert hat. TenX selbst zählt laut Hosp aktuell rund 15.000 Token-Besitzer, und die sollen am finanziellen Erfolg des Startups beteiligt werden.

Und das geht so: Wenn Nutzer mit der TenX-Kreditkarte bezahlen, bekommt das Startup eine kleinen Anteil am Umsatz. 0,5 Prozent dieser Umsätze wiederum sollen an alle Besitzer der PAY-Token ausgeschüttet werden, und auch die Kartenbesitzer selbst sollen mit 0,1 Prozent belohnt werden. So will man sowohl die eigenen Geldgeber als auch die Kunden langfristig incentivieren. Offen ist da natürlich, ob sich die TenX-Karte auch durchsetzen kann und wird. Manche Staaten bzw. deren Regulierungsbehörden sind dem Thema eher aufgeschlossen, andere wiederum wollen sehr restriktiv gegen digitale Währungen vorgehen (wie die TenX-Karte in der Praxis funktioniert, werden wir in den nächsten Wochen testen, Anm.).

Die 20 größten ICOs 2017

Name Produktsparte Volumen in Mio. Dollar
Tezos CoreTech 208
EOS.IO CoreTech 200
Bancor Finance 153
Status Media & Social 95
TenX Payment 80
MobileGo Gaming 53,3
SONM Cloud 42
Basic Attention Token Media & Social 35
Civic Internet of things 33
Storj Cloud 30
Polybius Payment 28,9
Aragon CoreTech 24,8
Aeternity CoreTech 22,4
Open ANX Finance Markets 18,8
Cosmos Network CoreTech 16,8
Qtum CoreTech 15,6
Giga Watt Cryptocurrency 14,6
Mysterium Network Cloud 14,1
Nimiq CoreTech 13,6
TokenCard Payment 12,7

Quelle: Bloomberg/Autonomous Next Analysis

PayPal, Ethereum und Krypto-Investor im Rücken

Hönisch, Sperk, Hosp und Kitti sind ursprünglich 2015 unter dem Namen OnePay an den Start gegangen. Die Idee damals: Eine Kreditkarte, die mit einer Bitcoin-Wallet namens „Onebit“ verknüpft ist und so Zahlungen überall und nicht nur in dezidierten Online-Shops ermöglicht. Nach der Teilnahme am Startupbootcamp Fintech Singapore schaffte es TenX 2016 in den PayPal-Inkubator in Singapur und hat eigenen Angaben zufolge im März 2017 eine Million Dollar von Investor Fenbushi Capital aus Shanghai erhalten. Das Spannende an Fenbushi Capital: Einer der Partner dort ist Vitalik Buterin, Gründer von Ethereum, der aktuell viel Zeit in Singapur verbringt.

TenX-CEO Toby Hönisch. © PayPal
TenX-CEO Toby Hönisch. © PayPal

Da passt es ganz gut, dass sich die TenX-Gründer ausgerechnet Singapur als Standort ausgesucht haben. “In Österreich kämpft man noch damit, ob Kreditkarten überhaupt überall angenommen werden können. Wir wollten nicht die Diskussion führen, ob das sinnvoll ist, wir brauchen das als Voraussetzung für unser Produkt”, sagt Hosp. In Europa hätte man TenX nicht umsetzen wollen, deswegen hätte man sich Richtung Asien orientiert. Hosp: “Singapur hat sich bis jetzt immer sehr positiv zu dem Thema ausgesprochen. Australien und Japan sind beim Thema Krypto-Währungen am weitesten, und Singapur wird da schnell nachziehen.”

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