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Telegram stellt Blockchain-Projekt und den GRAM-Token komplett ein

© Telegram
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Es hätte eine der schnellsten Blockchains werden sollen, mit einem Token, den man in einem dezentralisierten Netzwerk als Zahlungsmittel verwenden kann. Doch nach etwa zweieinhalb Jahren Entwicklungszeit ist das Blockchain-Projekt von Telegram, das Telegram Open Network (kurz TON) am Ende. das hat Telgram-Mitgründer Pavel Durov soeben in einem offenen Brief an seine Nutzerschaft verkündet.

„Leider hat ein US-Gericht TON verhindert“, so Durov. Denn Telgam hat sich in den letzten Monaten ein Gefecht mit der US-Börsenaufsicht SEC geliefert, die den Token Sale des Messaging-App-Machers 2018 beanstandete. Der Verkauf der GRAM-Token an Investoren brachte etwa 1,7 Milliarden US-Dollar ein. Doch die US-Behörde meinte, dass diese Token eigentlich Wertpapiere seien und Unternehmensanteile repräsentieren würden – und ein solcher Verkauf hätte gemeldet werden müssen. Telegram hatte immer wieder argumentiert, dass die TOken keine Anlageprodukte darstellen würden, doch ein US-Gericht verbot den Verkauf schließlich.

Bei Durov stößt das naturgemäß auf Unverständnis, auch wenn er sich den US-Behörden nun beugen wird – immerhin kommen viele der Investoren aus dem Silicon Valley (u.a. Benchmark und Lightspeed Capital). Und die werden ihr Geld wohl zurück wollen. Das US-Gericht, so Durov weiter, hätte auch geurteilt, dass die GRAM-Token nicht nur nicht in den USA sondern auf der ganzen Welt nicht verkauft werden dürften, weil US-Bürger auch anderswo in Kontakt mit den Krypto-Assets kommen könnten.

„Aus unseren Fehlern lernen“

„Wir befinden uns in einem Teufelskreis: Man kann nicht mehr Ausgewogenheit in eine übermäßig zentralisierte Welt bringen, gerade weil sie so zentralisiert ist. Wir haben es aber versucht“, schreibt Durov. „Wir überlassen es den nächsten Generationen von Unternehmern und Entwicklern, das Banner in die Hand zu nehmen und aus unseren Fehlern zu lernen.“

Im Internet könnte man weiterhin auf Projekte stoßen, die das Kürzel TON verwenden oder behaupten, am Telegram Open Network oder an GRAM-Token zu arbeiten. Mit diesen hätte man aber nichts zu tun, man hätte alle Entwickler von der Arbeit an dem ambitionierten Blockchain-Projekt abgezogen.

Auch Facebook hatte bisher wenig Glück mit dem Versuch, mit Libra eine Kryptowährung, die man mit WhatsApp oder Messenger verwenden kann, einzuführen. Auch gegen das Libra-Projekt stiegen Politiker und Bankenvertreter auf die Barrikaden – bis viele Partner wie PayPal, Visa oder Mastercard aus dem Projekt ausstiegen.

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