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Telegram plant weltweit größten ICO und eigene Kryptowährung

Messaging per Telegram. © Jakob Steinschaden
Messaging per Telegram. © Jakob Steinschaden

Der russische Messaging-Dienst Telegram plant eine Bezahlfunktion mit einer Kryptowährung auf Blockchain-Basis. Laut Techcrunch soll das „Telegram Open Network“ (TON) der dritten Blockchain-Generation angehören, nachdem die Geschäftsmodelle von Bitcoin und Ethereum verblasst sind. Vorbild ist die Zahlungsfunktion des chinesischen Vorreiters WeChat.

500 Millionen Dollar im ersten Quartal 2018

Nach den Worten des Portals soll sich der ICO auf mehrere hundert Millionen US-Dollar belaufen und damit der größte ICO in der Geschichte der Finanzierungsform werden. 500 Millionen US-Dollar will Telegram damit in einer ersten Runde im ersten Halbjahr 2018 einsammeln. Der Gesamtwert der Token soll zwischen drei bis fünf Milliarden US-Dollar betragen.

Das Telegram-Erlösmodell

Der verschlüsselte Chat-Service der Brüder Nikolai und Pawel Durow ist kein unbekanntes Startup, sondern ein gewachsenes Unternehmen mit 180 Millionen Usern. Pawel Durow gründete 2006 auch die osteuropäische Facebook-Alternative VKontakte und verkaufte die Plattform (angeblich nach eindringlichen Bitten der russischen Regierung) 2014 an mail.ru. Die Payment-Lösung via Blockchain löst die Frage nach dem Erlösmodell hinter Telegram auf. Bislang wurden trotz der gewachsenen Strukturen keine Werbeeinschaltungen akzeptiert.

Zentral? Dezentral? Total egal!

Durow will laut Whitepaper eine Währung namens Gram schaffen, die mit Verschlüsselung und Anonymisierung arbeitet. Dabei werden zentrale und dezentrale Netzwerke kombiniert, um die Transaktions-Geschwindigkeit der Transaktionen sicherzustellen. Dazu gehört laut dem Whitepaper eine API, die auch Drittanbietern und Entwicklern von Apps die Nutzung der Zahlungsfunktionen ermöglichen würde. In einer beigefügten Wallet sollen Nutzer sowohl die Kryptowährung als auch Fiat-Geld speichern können.

Politische Tragweite

Das Vorhaben hat politische Tragweite: Grenzüberschreitende Bezahlen könnte deutlich günstiger werden und dank der kryptografischen Verschlüsselung für politische Finanzierungen genutzt werden, die lieber nicht über Banken abgewickelt werden. Vor allem im Iran ist Telegram dank seiner Anonymisierungsfunktion ein beliebter Messenger-Dienst.

 

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