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Eigene Wallet rechtswidrig?

Telegram: Offizielle Stellungnahme zum Streit mit US-Börsenaufsicht über GRAM-Token

Die Telegram-App. © Christian Wiediger on Unsplash
Die Telegram-App. © Christian Wiediger on Unsplash

Neuigkeiten von Telegram: Das Team rund um die Messaging-App wird vorerst keine Krypto-Wallet in die Anwendung integrieren. Diese Entscheidung teilte das Unternehmen am Montag auf der offiziellen Webseite mit. Man wolle auf grünes Licht seitens der US-Aufsichtsbehörde warten, hieß es in der Stellungnahme. Damit geht die unendliche Geschichte um die Telegram-Kryptos in die nächste Runde.

Bislang äußerte sich das Team der Messenger-App nur recht spärlich zum TON-Blockchain-Projekt. Der aktuelle Beitrag ist aber offiziell von „The Telegram Team“ signiert und beschreibt den aktuellen Status von Telegram und dem TON (Telegram Open Network). „Angesichts der jüngsten Ereignisse wollten wir uns die Zeit nehmen, um bestimmte Aspekte der TON-Blockchain und von GRAM-Token öffentlich zu klären, während wir uns weiterhin auf einen erfolgreichen Start des Projekts vorbereiten“, heißt es in der Stellungnahme.

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Bereits vor Monaten reagierte die SEC (Securities and Exchange Commission) auf den Verkauf von sogenannten „GRAM“-Token von Telegram. Mittels einer einstweiligen Verfügung und über eine Dringlichkeitsklage wurde verlangt, dass der Verkauf umgehend gestoppt wird. Ursprünglich war der Start des TON-Systems für den 31. Oktober 2019 geplant.

Telegram: Alles korrekt abgelaufen

Die Entwickler wehren sich in der Erklärung auch gegen die Behauptung, das Unternehmen würde versuchen, die US-Kapitalmärkte mit nicht registrierten Wertpapieren zu überfluten. Außerdem wird detailliert erklärt, dass man sich zur Einhaltung von Gesetzen verpflichtet fühlt. Weiter heißt es: „GRAMS sind keine Anlageprodukte, und es sollte keine Erwartung von künftigen Gewinnen oder Gewinnen aus dem Kauf, Verkauf oder Halten von GRAMS bestehen“. Die GRAM-Krypto werde nicht dabei helfen, reich zu werden.

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Die eigenen Pläne passt man dennoch etwas an: Laut der Mitteilung wird die eigene Wallet vorerst nur als eigenständige App verfügbar sein, die bereits in der Beta-Version veröffentlicht wurde. Bislang hieß es stets, dass die „Gram Wallet“ zusätzlich zur eigenständigen App auch in den Messenger integriert werden würde. Das könnte allerdings noch passieren: „Telegram kann die TON-Wallet-Anwendung in Zukunft im Rahmen der gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen in den Messenger-Dienst integrieren“, heißt es in dem Beitrag. Ob und wann das passieren wird, ist aber unklar.

SEC gegen Telegram

Indes gibt es auch gute Nachrichten für Telegram: Nachdem die SEC in einem Antrag forderte, dass das Unternehmen seine Bankdaten offen legen soll, wies ein New Yorker Gericht diesen nun ab. Die US-Börsenaufsicht forderte am 2. Januar, dass Telegram nachvollziehbar machen solle, wie man das durch den Verkauf der eigenen Kryptowährung eingenommene Kapital in Höhe von rund 1,7 Milliarden US-Dollar verwendet hat. Diese Summe hatten die Telegram-Macher 2018 bei einem Token-Sale von Investoren bekommen. Wie aus dem Gerichtsdokument hervorgeht, wurde diese Klage abgewiesen.

Allerdings muss man sich um einen neuen Ablaufplan kümmern: „Das Gericht lehnt den Antrag des Klägers, dass der Angeklagte seine Bankdaten offen legen muss, ab. Bis zum 09. Januar 2020 hat der Angeklagte [Telegram, Anm.] jetzt einen Ablaufplan zur Prüfung der Bankdaten vorzulegen, damit sichergestellt werden kann, dass die Herausgabe dieser Dokumente mit geltenden Datenschutzbestimmungen vereinbar ist.“

Telegram bestreitet, dass die GRAM-Kryptos ein Wertpapier darstellen und als Wertanlage dienen sollen. Ist das tatsächlich der Fall, fällt die Causa auch nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der SEC. Telegram-CEO Pavel Durov sagt heute vor Gericht dazu aus.

TON Issuer Inc. ist eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft von Telegram. Die Macher der Messaging-App haben bereits Anfang 2018 Anfang einen Token-Verkauf durchgeführt, bei dem Investoren GRAM-Token kaufen konnten. Diese sollen künftig im so genannten Telegram Open Network (TON) als Zahlungsmittel funktionieren. Die SEC wiederum wirft dem Unternehmen den unerlaubten Verkauf von Wertpapieren im Rahmen des Token-Verkaufs vor.

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