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Telegram muss Token-Investoren viel Geld zurück zahlen

Messaging per Telegram. © Jakob Steinschaden
Messaging per Telegram. © Jakob Steinschaden

Es war zu seiner Zeit – also 2018 – einer der größten ICOs und hätte die Messaging-App Telegram ins Blockchain-Zeitalter bringen sollen. Mit eigenen Token namens GRAM sollte ein Ökosystem befeuert werden, in dem sich Nutzer über das Telegram Open Network (TON) mit den digitalen Assets für Leistungen aller Art bezahlen hätten können sollen. Doch der Verkauf von Token in der Höhe von 1,7 Milliarden Dollar an Investoren schmeckte der US-Börsenaufsicht SEC gar nicht.

Heute, am 30. April 2020, hätten die Investoren für ihr Geld die GRAM-Token aus dem Vorverkauf bekommen sollen – doch nach einem Urteil eines US-Gerichts kann das nun nicht stattfinden. Die Investoren – unter ihnen soll neben Silicon-Valley-Größen auch der russische Oligarch Roman Abramovich sein – sollen nun von den Telegram-Betreibern 72 Prozent ihres ursprünglichen Investments zurück bekommen.

Wer diesen Verlust (mehr als ein Viertel) nicht hinnehmen will, der wird auf die Zukunft vertröstet. Wer dem TON-Projekt die Treue hält, der soll bis zum 30. April 2021 110 Prozent der 2018 investierten Summe zurück bezahlt bekommen – allerdings nicht in Dollar, sondern entweder in Form der dann vielleicht doch erhältlichen GRAM-Token oder in einer anderen Kryptowährung. Wie die Investoren reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Wachstumszahlen sollen Investoren bei Laune halten

Investoren des Projekts zu bleiben, wird den Geldgebern jedenfalls schmackhaft gemacht. Telegram soll gerade während der Corona-Krise sehr stark wachsen und hat im letzten Jahr von 300 auf 400 Millionen monatlich aktive Nutzer zugelegt. „Basierend auf der Bewertung von Messaging-Diensten in ähnlichen Wachstumsphasen glauben wir, dass der Aktienwert von Telegram den Gesamtbetrag seiner potenziellen Schulden, die sich aus diesem Angebot ergeben, mindestens um ein Mehrfaches übersteigen wird“, heißt es seitens der Betreiber.

Für die Investoren bleibt Telegram, dessen bisherige Einnahmequellen völlig unklar sind, also eine Wette auf die Zukunft. Komplett offen ist, ob und wann Telegram sein versprochenes Blockchain-Netzwerk starten wird können. Die US-Behörden hatten beanstandet, dass der Verkauf von Token an Investoren als Verkauf von Wertpapieren registriert hätte werden müssen (Trending Topics berichtete).

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