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TechNation: Eine neue „Academy“ will ukrainisches Programmier-Know-how nach Österreich bringen

Vsevolod Shchepanskyi und Nelia Kovbasa von der "TechNation Academy". © TechNation
Vsevolod Shchepanskyi und Nelia Kovbasa von der "TechNation Academy". © TechNation

Wien als Dreh- und Angelpunkt einer mitteleuropäischen Tech-Szene? Diese Vision nimmt im Zuge verschiedenster Initiativen rund um Startup-Hubs, Accelerator-Programmen und Hotspot-Bestrebungen in Feldern wie Chatbots immer mehr Gestalt an. Der jüngste Beitrag: Die Digitalagentur TechNation des ukrainischen Gründers Vsevolod Shchepanskyi will ab Oktober 2017 mit einer eigenen „Academy“ Programmierkurse in Wien anbieten. So soll dem Mangel an Fachkräften, mit denen Startups hierzulande zu kämpfen haben, entgegen gewirkt werden.

“Am Ende des Kurses soll jeder Teilnehmer eine Webseite programmieren und designen können”, sagt Shchepanskyi, der zuvor für StartUs tätig war und nebenbei als Mitgründer des Matratzen-Startups Hongi fungiert. Der Clou an der Sache: “Die Mentoren kommen alle aus der Ukraine, arbeiten bei Software-Unternehmen und haben mindestens fünf Jahre Erfahrung”, so der TechNation-Chef. “Die Ukraine hat einen sehr starken Developer-Pool. Heute ist die Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Ukraine nicht mehr stark, und ich will die Brücke zwischen den beiden wieder stärken.”

Teilnehmer sollen in kurzer Zeit Basics in Sachen Programming und UX Design vermittelt bekommen. Die Kosten für den Kurs, der aus 6 Workshops (jeweils an Wochenenden) und 5 Online-Q&A-Sessions besteht, belaufen sich auf rund 700 Euro. Geplant sind pro Durchlauf 20 Teilnehmer. Die Ukrainerin Nelia Kovbasa, die in Lemberg sitzt, wird Shchepanskyi bei der Umsetzung helfen und die ukrainischen Mentoren auswählen und nach Wien begleiten. Kovbasa leitet in der Ukraine den Business-Inkubator “Startup Depot” und ist Mitgründerin der “Startup School University Edition”, die Gründerwissen an Universitäten vermitteln will. Für die Academy in Wien ist auch, Partnerunternehmen an Bord zu holen (z.B. Startups), die die Kosten für die Teilnehmer übernehmen und anschließend als Praktikanten zu sich holen können sollen.

Pool in der Ukraine anzapfen

Shchepanskyi will als geschäftliche Brücke zwischen der Ukraine, wo es ihm zufolge rund 120.000 Entwickler gibt, und Wien dienen. Für einige österreichische Startups, die er nicht nennen möchte, hat er bereits Entwickler-Leistungen in das vom Krieg mit Russland gebeutelte Land ausgelagert. “Es gibt viele Entwickler in der Ukraine, aber die Startup-Szene ist sehr klein. Die Entwickler dort wollen lieber bei großen Unternehmen arbeiten und kein Risiko eingehen”, sagt Shchepanskyi. Das hat einen triftigen Grund: In der Ukraine werden Entwickler oft in Dollar bezahlt und nicht in der Landeswährung Hrywnja.

Wenn die „Academy“ gut läuft, dann will der TechNation-Gründer das Angebot ausweiten. Geplant ist ein eigenes Bootcamp von Februar bis Juni 2018 (ab 3.000 Euro), in dem sich Teilnehmer etwa zum Javascript-Entwickler ausbilden lassen können sollen.

Der steigende Bedarf an Know-how im Startup- und Digitalisierungsbereich und der Mangel an Fachkräften hat in Österreich einiges in Bewegung gesetzt. Zuletzt etwa hat ExponentU des israelischen Unternehmers Tamir Israely verkündet, in Wien ab März eine Academy für angehende Growth Hacker anzubieten (Trending Topics berichtete). Außerdem gibt es mit der Konferenz „We Are Developers“ (Trending Topics berichtete) eine Konferenz von Unternehmer Benjamin Ruschin, die jährlich tausende Entwickler in die österreichische Hauptstadt holt.

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