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tech2b-Chef Markus Manz: „Wir stehen erst am Anfang des Startup-Hypes“

Markus Manz ist Geschäftsführer des tech2b in Linz. © tech2b

Bis zu 50 Technologie-Startups betreut der oberösterreichische Inkubator tech2b pro Jahr. Er hat sich als  eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen Startups und etablierten Industrie-Unternehmen nicht nur in Oberösterreich, sondern – im Rahmen das AplusB Vereins in ganz Österreich etabliert. Im Trendingtopics-Interview spricht tech2b-Geschäftsführer Markus Manz über den Entwickler-Mangel, über Startup-Cluster und warum der gegenwärtige Startup-Hype wichtig für die ganze Gesellschaft ist.

TrendingTopics: Oberösterreich gilt als eines der Startup-Bundesländer – FH Hagenberg, Tabakfabrik, erfolgreiche Startups allen voran Runtastic, Kreisel oder auch karriere.at – wie schaut es mit der Start-up-Situation wirklich aus?

Markus Manz: Wir sind wirklich ein gutes Startup-Bundesland und ich bin zufrieden. Mit Wien können wir bei der Innovationskraft sicherlich mithalten, bei der Menge allerdings nicht. Aber das oberösterreichische Spezifikum ist ohnehin, dass es zwar weniger Online-basierte Startups gibt, dafür aber viele Hardware- und industrienahe Startups. Die Startup-Community ist bei uns jedenfalls über das ganze Bundesland verteilt und konzentriert sich freilich in Linz.

Was läuft gut, was könnte besser laufen?

Extrem gut funktioniert hier in Oberösterreich die Zusammenarbeit aller Beteiligten, ob WKO Gründerservice, akostart, Junge Wirtschaft, JKU und Fachhochschule, wir alle sitzen auf einem Tisch und stimmen uns ab. Wir vermeiden hier Redundanzen und arbeiten sehr effektiv. Was nicht so gut läuft, hat mit der Größe des Bundeslands zu tun, die Wege sind lang. Es ist schwieriger, Communities zu gründen. Jemand aus Schärding oder aus dem Mühlviertel ist nicht so leicht dazu zu bewegen, nach Linz zu kommen. Wir haben in Oberösterreich auch viele Business-Angels, aber bei weitem noch nicht so viele wie in Wien.

Was sind die Herausforderungen? Man hört immer wieder, dass es vor allem einen „Fachkräfte-Mangel“ – Stichwort: Programmierer – gibt.

Der Fachkräftemangel ist eine echte Katastrophe, sowohl Startups also auch unsere großen Unternehmen hier suchen händeringend nach Entwicklern, finden aber keine. Und wenn, dann müssen sie höhere Gehälter zahlen. Man spürt das vor allem dann, wenn große Betriebe, und deren gibt es ja in Linz und Oberösterreich genug, expandieren. Dann brauchen die nicht drei, sondern 30 Leute. Oft schauen daher Startups durch die Finger und können entweder nur mit ihrem Spirit tricksen oder früh mit einem Stock-Option-Programm Mitarbeiter an sich binden, was in einer Anfangsphase meiner Meinung nach nicht optimal ist. Die Situation wird nicht besser, sie wird noch brutaler.

Wo kann OÖ Schwerpunkte setzen?

Oberösterreich ist ein Industriestandort und hat die entsprechenden Verbindungen, so es Innovationen für den industriellen Bereich gibt. Industrie ist eine unserer Stärken, daher stehen Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0. ganz oben.

Was halten Sie von einer Cluster-Bildung? Jedes Bundesland setzt auf seine Stärken? Das könnte im Fall von Oberösterreich die Industrie sein.

Das ist ein spannendes Thema, denn es gibt auch andere Bundesländer, die stark auf Industriethemen setzen, wie etwa die Steiermark, dort ist man ja auch im Automotive-Bereich stark. Ich finde aber, man sollte das Thema Cluster künftig anders definieren, man braucht eine Veränderung in Richtung Zukunftstrends. Eine reine Branchen-Clusterung hat in der Anfangsphase Sinn gemacht, adaptiert sich aber nun, weil viele Themenbereiche mittlerweile verschiedenste Branchen betreffen und man themenübergreifend und wertschöpfungskettenbasiert arbeiten muss. Ein Beispiel ist etwa die Mobilität, die von der Infrastruktur, über Antriebsarten bis hin zur zu Themen wie Mechatronik und Energietechnik reicht. Ein Branchencluster kann das nicht abdecken und so erweitert sich beispielsweise in OÖ bereits diese Landschaft dahingehend.

Wir erleben derzeit einen Startup-Hype? Wird das Thema überbewertet?

Lassen Sie mich das positiv formulieren: Jeder Hype ist notwendig, um einen realen Trend einzuleiten.

Ebbt der Hype wieder ab oder stehen wir erst am Anfang?

Wir stehen erst am Anfang des Startup-Hypes. Der Hype ist etwas Positives, ein Hype löst nämlich in der Bevölkerung Motivation aus, es werden mehr und mehr Menschen dazu animiert, etwas Auszuprobieren, eine Idee zu realisieren, ein Unternehmen zu gründen. Und dazu gehört die Puls4-Show „2Minuten2Millionen“ genauso wie die #glaubandich-Challenge.

Wie wichtig sind Startup-Initiativen, Pitching-Days, Demo-Days, Challenges wie diese hier?

Sie schaffen Bewusstsein für Innovation und tragen den Geist der Innovation bis in den letzten Winkel des Landes und erreichen einen Großteil der Bevölkerung. Dass nicht aus jeder Idee ein Erfolg wird, ist klar, aber alle Initiativen sind Initialzündungen, man aktiviert die Menschen, nicht nur über Ideen, sondern über die Welt und wie man Probleme lösen kann, nachzudenken.

Was würden Sie jemanden, der eine gute Idee hat und ein Startup gründen will, raten?

Ich würde es minimal verschriftlichen, darüber mit Freunden, Bekannten diskutieren und Feedback einholen, ein Geschäftsmodell überlegen und dann zum Gründerservice gehen. Und ist es eine Idee, die zu uns passt, also technologiebasiert ist, dann kommt sie in Oberösterreich ohnehin zu uns.

Dieses Interview entstand im Rahmen einer Kooperation mit tech2b.

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