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Tech & Talent: So funktioniert die Killzone rund um Apple

Apple HQ in Cupertino, Kalifornien. © Carles Rabada on Unsplash
Apple HQ in Cupertino, Kalifornien. © Carles Rabada on Unsplash

Es ist eine versteckte Welt, in der Milliarden Dollar fließen. Für Startup-Gründer ist es eine der größten Auszeichnungen, die man bekommen kann, aber dem zweit reichsten Mann der Welt ist es verwehrt worden. Die Rede ist von Apples M&A-Strategie. Es passiert nur selten, dass ans Tageslicht kommt, wenn der iPhone-Riese aus Kalifornien Unternehmen zukauft – und wenn, dann handelt es sich meistens um kleinere Firmen, die dann bald zusperren und deren Talente und Technologien bald in das geheimnisvolle Reich des Konzerns integriert werden – und so von der Bildfläche verschwinden.

In einem Call mit Analysten hat Apple-CEO Tim Cook jetzt kleine Einblicke in die Übernahmestrategie des Unternehmens gegeben. In den vergangenen sechs Jahren hat Apple rund 100 Unternehmen zugekauft – das entspricht einer Übernahme alle drei bis vier Wochen. Meistens handelt es sich dabei um kleinere Unternehmen – so große Übernahmen, wie sie Microsoft, Amazon, Google oder Facebook machen (z.B. Linkedin, WhatsApp, Whole Foods etc.) macht Apple selten. Stattdessen geht es meist um den Zukauf von Technologie, oder eben darum, bestehende Teams für die Arbeit an Produkten zu integrieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Startup Drive.ai für Software für selbstfahrende Autos, das sich Apple 2019 in angeschlagenem Zustand schnappte.

Vergleichsweise kleine Übernahmen

Die größte Übernahme, die Apple bisher getätigt hat, ist jene der Kopfhörer-Firma Beats von Rapper Dr. Dre. Diese wurde 2014 um 3,2 Milliarden Dollar übernommen und wurde erst Jahre später, mit dem Einstieg von Apple ins Geschäft mit Kopfhörern, wirklich in den Konzern integriert. Auch für andere Firmen wie etwa das AI-Startup Xnor.ai greift Apple tief in die Taschen – doch riesige Übernahmen im Stile von Linkedin durch Microsoft um 26 Milliarden Dollar oder Slack durch Salesforce um 27,7 Milliarden Dollar – das gibt es bei Apple nicht. So hat Cook selbst ein Gespräch mit Elon Musk über einen Kauf von Tesla 2017 abgelehnt – damals wäre der Elektroautobauer wohl um grob 60 Milliarden Dollar zu haben gewesen sein.

Die M&A-Aktivitäten von Apple und anderen großen IT-Konzernen in den USA stehen aber auch in der Kritik. Sie werden als so genannte Killzone bezeichnet – also die Strategie, junge, aufstrebende Firmen vom Markt zu kaufen, bevor sie den Großen mit besseren Produkten gefährlich werden könnten. Auch Facebook oder Google kaufen ständig links und rechts Firmen vom Markt. Buchautor Viktor Mayer-Schönberger etwa kritisiert diese Killzone rund um die Silicon-Valley-Riesen, weil sie Innovation und Wettbewerb am Markt abtöten und die Riesen noch größer werden lassen.

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