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Gepostet von Tech & Nature am Donnerstag, 28. November 2019
Impact

Tech & Nature Launch Party: „Menschen dafür begeistern, Lösungen umzusetzen“

Die Lösungen für die Klimakrise sind heute größtenteils technisch machbar, man müsse sie nur umsetzen – in diesem Punkt war sich die Community, die am Dienstagabend den Launch von Tech & Nature gefeiert hat, einig. Genau dafür will das neue Medien-Projekt von Trending Topics stehen: „Menschen dafür zu begeistern, diese Lösungen umzusetzen“, sagt Chefredakteurin Sara Grasel. „Wir porträtieren Rolemodels, Querdenker, Visionäre und Unternehmer und ihre Projekte, die uns dem Ziel, die Welt wieder zu einem lebenswerten und nachhaltigen Ort zu machen, näher bringen“.

Rund 120 Leute haben den Start des neuen Projektes am Dienstagabend in der Adria Wien gefeiert. Der Abend widmete sich ganz dem Thema erneuerbare Energien: „Sicher einer der wichtigsten Hebel, wenn es darum geht, die Klimakrise zu bremsen“, wie Lukas Püspök von dem Windenergieunternehmen Püspök Group im Zuge der Podiumsdiskussion zum Thema feststellte. Mit Püspök diskutierten Vera Fahrnberger, Referentin bei Österreichs Energie, Walter Kreisel, CEO der W & Kreisel GmbH und Christoph Sisko, Projektentwicklung bei Collective Energy, über die Energiewende in Österreich und Innovation im stark regulierten Energiesektor.

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Eröffnung durch die Gründer

„In den Tagen, in denen mein Sohn so alt ist wie ich heute, ist die Welt nach konservativen Schätzungen zwei Grad wärmer“, sagte Trending-Topics-Co-Founder Bastian Kellhofer anlässlich des Launches. „Ich will dann nicht sagen müssen: ‚Wir haben denen da halt vertraut. Wir haben anderes zu tun gehabt‘. Ich will die Chance nutzen, dass meine Kinder stolz auf meine Generation sind“. Kellhofer gründete Trending Topics 2017 gemeinsam mit dem erfahrenen Wirtschaftsjournalisten Jakob Steinschaden: „2019 ist nun das Jahr, das uns dazu bewogen hat, mit Tech & Nature ein neues Projekt zu starten. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind Mainstream geworden und die Zeit, in der man von Öko-Hippies und Baumknutschern gesprochen hat, ist endgültig vorbei“.

© Matt Observe

In der Keynote zu Beginn der Veranstaltung präsentierte Unternehmer Walter Kreisel (W & Kreisel GmbH) sein neues Projekt “Phantor”, mit dem er gegen die Wasserknappheit in betroffenen Regionen in Afrika vorgehen will. Die Maschine, die durch Solarenergie Wasser aus der Luft extrahiert, soll mit der Unterstützung von Partnern zum Einsatz kommen: „Man kennt das Prinzip aus der Klimaanlage”, so Kreisel. “Da hat man immer eine Kondensatbildung, sobald warme und kalte Luft zusammenkommen. In Österreich ist das ein Abfallprodukt. Wir haben es umgedreht: Wasser ist das eigentliche Ziel“.

Nach der Keynote gaben zwei österreichische Sustainability-Startups Einblicke in ihre Geschäftsmodelle. Bernhard Mayerhofer von Fishcon zeigte, wie seine junge Linzer Firma Überquerungsmöglichkeiten für Fische bei Wasserkraftwerken und Hochwasserschutzbauten schafft, die gleichzeitig ohne Mehraufwand Ökostrom produzieren. „Mit Technologien kann man einen guten Beitrag zur Umwelt leisten, so wie wir mit unserer Fischschleuse“, sagte Mayerhofer. „Die Energiewende wird sicher noch eine Zeit dauern. Es wird wohl noch 20, 30 Jahre dauern, bis die fossilen Energien draußen sind. Bei der Ernährung oder zu Hause – es gibt viele kleine Maßnahmen, mit denen man in Summe aber einen großen Beitrag leisten kann.“

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Im zweiten Startup-Pitch packte Philipp Wildberger von öKlo das Publikum. Er gab Einblicke, wie die niederösterreichische Firma, die für seine umweltfreundlichen mobile Toiletten berühmt geworden ist, über Nachhaltigkeit denkt. „Nehmen wir Tech, nehmen wir Nature, und nehmen wir uns als Gesellschaft und machen damit die Veränderung, die wir alle brauchen“, sagte Wildberger. „Es muss Raum für Innovation geben, und man kann diese Lösungen aus Österreich exportieren.“

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Kann Tech die Welt retten?

Danach ging es in die Diskussion. Die Eingangsfrage: „Kann technologische Innovation, können Startups die Welt retten?“ Walter Kreisel gefiel nicht nur die Frage, er hatte auch eine eindeutige Antwort: “ Die Frage ist gut! Startups sind trotz hoher Innovation nicht nur sehr schnell, sondern können durchaus auch Technologiesprünge auf den Boden bringen. Oft sind nicht nur technologische Dinge neu und disruptiv, es können auch Geschäftsmodelle sein, am besten beides in Kombination. Allerdings unterschätzt man dann sehr oft, wie schwierig ein massentauglicher Rollout am Markt ist. Hier muss ganz klar bald genug erkannt werden, ob und mit welchem Partner eine Kooperation sinnvoll bzw. sogar notwendig ist.“

Skeptischer ist Startup-Investor Lukas Püspök. „Technologie spielt eine wichtige Rolle in dem Kampf gegen den Klimawandel, und es werden viele technologische Lösungen entstehen“, sagte Püspök. „Aber um die Klimakrise zu bekämpfen, dafür gibt es bereits 80 Prozent der notwendigen Technologien. Es braucht mehr Mut, mehr Courage der Gesellschaft und den Druck auf die Politik, das auch umzusetzen. Allein auf Technologie zu warten, wäre falsch.“ Die größte Hürde sei die Politik. „Unser ganzes Wirtschaftssystem baut auf fossilen Energien auf. Wir müssen drei Gänge raufschalten und mutig sein.“

© Matt Observe

Christoph Sisko von Collective Energy sieht die nachhaltige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als größten Hebel – „insbesondere Photovoltaik, da auf Dächern von Privathäusern und Betrieben enormes Potenzial herrscht, um einen beträchtlichen Teil des Gesamtenergiebedarfs aus Solarenergie zu gewinnen.“ Dafür brauche es natürlich auch Speichertechnologien, um eine Versorgungssicherheit zu gewährleisten, doch in diesem Bereich würde sich auch bereits einiges tun.

„EU-Vorgaben sind ambitioniert, aber machbar“

Vera Fahrnberger (Referentin bei Oesterreichs Energie) brach indes eine Lanze für den Standort Österreich. Die Frage: Österreich muss laut EU bis nächstes Jahr einen Anteil erneuerbarer Energien von 34 Prozent erreichen – geht sich das aus? Laut Fahrnberger ja: „Das Ziel von 34 Prozent betrifft unseren gesamten Energieverbrauch – Strom macht davon rund 20 Prozent aus. Der  Rest entfällt auf Industrie, Raumwärme, Verkehr, Landwirtschaft. Mit Blick auf das 2020 Ziel bin ich sehr zuversichtlich. Die größeren Herausforderungen liegen bei den europäischen und nationalen Zielen für 2030 und darüber hinaus – beispielsweise 100 Prozent Stromerzeugung aus erneuerbaren bis 2030.“

Ist Österreich also so gut in der Umsetzung der Ziele? „Die EU-Vorgaben sind insgesamt – notwendigerweise – ambitioniert, aber machbar“, sagt Fahrnberger. „Die Frage ist hier aber vor allem: Wer trägt wie viel zum Ziel bei? Österreich ist EU-Spitze im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Alles andere als eine Musterschülerin ist Österreich beim Verkehr.“

Langfristig werden laut Vera Fahrnberger aber auch noch Herausforderungen auf Österreich zukommen. „Mit Blick auf den Stromsektor kann ich sagen, dass die Ziele für 2030, die sich Österreich steckt, jedenfalls eine große Herausforderung darstellen. Bis 2030 müssen wir zusätzlich soviel Strom aus aus Wasser, Wind und Sonne produzieren, wie ganz Dänemark heute an Strom verbraucht.“

Die Podiumsdiskussion brachte durchaus unterschiedliche Ansichten zutage. Bei einem Punkt waren sich aber alle Teilnehmer einig – den Maßnahmen, die wir in Österreich für die Energiewende setzen müssen. Auf den Punkt brachte es dann Walter Kreisel: „Mehr Vertrauen in die Technologie und auch in die Startups, mehr Mut zu Proof of Concepts bzw. ersten kleinen Projekten und daraus dann Erfahrungen und Geschäftsmodelle anpassen und ableiten“.

Insekten, Bier und feine Tunes

Der Startschuss für Tech & Nature ist damit gefallen, der Abend war aber noch lange nicht zu Ende. Bei veganem bzw. vegetarischem Fingerfood-Catering von den Gaumenfreundinnen, mit Hilfe von Windenergie gebrautem „Bud“ Bier von Anheuser-Busch InBev und einer Insekten-Verkostung von ZIRP Insects ging es noch bis spät in die Nacht weiter. Für tolle Musik sorgten an dem Abend Esther Esrah (ft. Richard Preißler) and „Carlos“ mit Live-Sessions, später arbeitete sich dann DJ Moe an den Turntables durch tanzbare Elektronik-Beats. Und: ein glücklicher Gewinner der Tombola erhält einen Solar-Rucksack von SUNNYBAG

Hier die Bilder des Abends:

© Matt Observe
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