What's going on in Talent Garden?

Davide Dattoli, founder of Talent Garden, and Petra Hauser, Country Manager Austria at Talent Garden Vienna, speak about the coworking space industry in Europe, the expansion of TAG and about the crazy WeWork story.

Gepostet von TrendingTopics.at am Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Talent Garden sieht WeWork nicht als Konkurrenten, sondern als Wegbereiter.

Die Coworking-Branche wird derzeit durch das Fiasko von WeWork erschüttert. Das Unternehmen, das Anfang des Jahres noch mit 47 Milliarden Dollar bewertet wurde, musste seinen IPO absagen, wird von Großinvestor Softbank nur mehr mit 8 Milliarden bewertet und wird voraussichtlich is zu 4.000 Stellen streichen. Der umstrittene CEO Adam Neumann hat das Unternehmen verlassen und wurde von Softbank mit kolportierten 2,7 Milliarden Dollar rausgekauft. Während Neumann also als Milliardär aus dem Debakel hervorgeht, muss tausende Menschen um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Der WeWork-Skandal hat aber in der europäischen Coworking-Space-Branche keineswegs für Unruhe gesorgt. Im Gegenteil. Davide Datolli, Gründer und CEO des italienischen Betreibers Talent Garden, ist optimistisch. Dieses Jahr hat seine Kette sechs neue Standorte in Europa – einen davon in Wien – eröffnet. Der Wiener Standort, in den auch Trending Topics eingezogen ist, ist laut Datolli mittlerweile zu 80 Prozent ausgebucht. „Dieses Jahr war wirklich crazy, wir haben sechs neue Standorte in Europa eröffnet“, sagt Davide Datolli im Interview mit Trending Topics. „Langfristig wollen wir in allen europäischen Märkten sein.“

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„Wir wollen nicht hunderte Spaces aufmachen“

Die WeWork-Story lässt ihn und seine neue Country Managerin in Österreich, Petra Hauser, natürlich nicht kalt. „WeWork ist ein Wegbereiter für uns“, sagt Hauser im Gespräch. Die Gig Economy – also der Trend zu immer mehr Freelancern – würde das Geschäft treiben und in Zukunft dafür sorgen, dass immer mehr Selbstständige auf der Suche nach flexiblen Arbeitsplätzen mit für sie passenden Communities sind. Mit der „Secret Sauce“ von Talent Garden – eine Mischung aus Coworking, Events und Ausbildungsprogrammen – würde man diese immer größere Zielgruppe abholen wollen. Datolli: „Wir wollen nicht hunderte Spaces aufmachen, aber überall dort sein, wo die besten Talente zu finden sind.“

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Am Gesamtmarkt für Bürofläche in Europa machen Coworking Spaces erst 0,5 Prozent aus, in London bereits 8 Prozent. Laut Datolli gibt es Schätzungen, dass der Anteil auf bis zu 30 Prozent wachsen könnte. Es ist also ein Milliardenmarkt, der auf Betreiber wartet. „Dass Softbank mehr als sechs Milliarden Euro für WeWork auf den Tisch legt, zeigt, dass es enorme Geschäftsmöglichkeiten gibt“, so der Talent-Garden-Gründer. Was er über Adam Neumann denkt? „Was Adam Neumann geschaffen, hat ist großartig.“ Dass der umstrittene WeWork-Gründer nun mit Milliarden in der Tasche nach Hause gehe, sei aber keine Inspiration für ihn. Er wolle sich lieber um Talente kümmern und ihnen beim wachsen helfen.

Salzburg, Linz und Graz angedacht

„Wir wollen in den nächsten fünf Jahren eine Million Menschen in den digitalen Ökosystemen Europas erreichen. Bei der Entwicklung von Talenten in ganz Europa wollen wir die physische Plattform dafür sein“, sagt Datolli. „WeWork ist kein Konkurrent von uns.“ Während WeWork quasi jedem Unternehmen Bürofläche vermieten würde, würde man bei Talent Garden auf jene Menschen und Unternehmen fokussieren, die mit digitalen Geschäftsmodellen wachsen und sich parallel dazu weiterbilden wollen. Derzeit sind in allen Standorten zusammengerechnet 3.500 Mitglieder, darunter hunderte Startups.

In Österreich, so Hauser und Datolli, gebe es ebenfalls Raum für Wachstum. So wird derzeit evaluiert, ob es in den Städten Linz, Graz und Salzburg ebenfalls Standorte geben könnte. „Mein Titel lautet nicht umsonst Country Manager Austria und nicht Country Manager Vienna“, sagt Petra Hauser. „Graz, Linz, Salzburg, das sind alles Städte, die sehr spannend sind, weil es dort viele Studenten und junge Unternehmer gibt. Aber dort gibt es auch große Corporates mit der wirtschaftlichen Power, die wir für die B2B-Seite des Geschäfts brauchen.“ Ihr Chef Datolli fügt an: „Wir arbeiten daran.“

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