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Symvaro nach Millioneninvestment: „Jetzt lernen wir, wie man Millionenumsätze macht“

Gründer Rudolf Ball (Mitte) mit seinem Management-Team. © Symvaro
Gründer Rudolf Ball (Mitte) mit seinem Management-Team. © Symvaro

Das Kärntner Startup Symvaro hat vergangene Woche mit einem Investment aufhorchen lassen. Die deutsche Diehl-Gruppe, die unter anderem Messgeräte für den Wasserverbrauch herstellt, ist mit einem siebenstelligen Betrag eingestiegen. Diehl gehören jetzt 16 Prozent von dem Startup, dass sich auf Software-Lösungen für die Wasserwirtschaft spezialisiert hat. Die Firmen werden heuer eng zusammenarbeiten und gemeinsame Produktpakete schnüren. Das Wichtigste ist zunächst aber, voneinander zu lernen, sagt Symvaro-Gründer Rudolf Ball im Gespräch mit Trending Topics.

Zugang zu kleineren Wasserversorgern

„Symvaro bleibt als Firma unabhängig und wird seine Lösungen auch in Zukunft verschiedenen Partnern anbieten“, erklärt Ball. Gemeinsam mit Diehl ist aber ein Produktpaket geplant, das aus Diehl-Wasserzählern und Symvaro-Software besteht und von beiden Firmen vermarktet wird. „Diehl erhält durch uns Zugang zu kleineren und mittleren Wasserversorgern, die wir besser verstehen“, so Ball.

Diese Zielgruppe treffe jetzt die Entscheidung, welche Produkte sie fit für die Digitalisierung machen, die in der Wasserwirtschaft in den kommenden fünf bis zehn Jahren anstehe. Umgekehrt könne auch Symvaro viel von Diehl lernen, ist Ball überzeugt: „Vor allem, was die hohe Qualität technischer Lösungen angeht und die Skalierbarkeit“. Diehl verkauft seine Produkte in mehr als 60 Ländern und die Gruppe macht mehr als 3 Mrd. Euro Umsatz. „Jetzt lernen wir, wie man Millionenumsätze macht“, scherzt Ball.

„Ich bin kein Konzern-Mensch“

Im Zusammenarbeit mit einem großen Konzern sieht Ball aber auch eine Herausforderung. „Ich bin kein Konzern-Mensch“, sagt der Startup-Gründer. Es gebe auf beiden Seiten Ängste, die nun ausgeräumt werden müssen. Bal fürchtet vor allem, „dass nix weitergeht“. Umgekehrt befürchte der Konzern, dass ein Startup zu tief in etablierte Prozesse eingreifen könnte oder gar die Marke schädigen könnte.

Sind diese Sorgen ausgeräumt, könnte die Zusammenarbeit zwischen Diehl und Symvaro noch enger werden. Das Startup baut gerade einen Standort in Bayern auf und rückt damit näher an den neuen Anteilseigner heran. Ball: „Es wird einen Mitarbeiteraustausch geben und 2019 vielleicht auch ein gemeinsames Produkt“.

Start 2010 als Gemischtwarenladen für Smart-City-Lösungen

Rudolf Ball hat Symvaro bereits 2010 gegründet. Damals war es eine Softwarefirma für Smart-City-Lösungen aus den verschiedensten Bereichen wie Abfall- und Wasserwirtschaft. „Wir haben viel zu viel gemacht“, sagt Ball heute rückblickend. 2015 wurde Symvaro in den ABC-Accelerator in Laibach aufgenommen und lernte dort, sich auf wenige Themen zu fokussieren.

Übrig geblieben ist schließlich die Softwarelösung Waterloo für die Digitalisierung der Wasserwirtschaft. Dabei handelt es sich um ein Anwendungspaket, das Lösungen für verschiedene Zielgruppen, vom Handwerker bis zum Endverbraucher, bereithält. „Als Wasserversorger kann man selbst entscheiden, welche Module man verwenden will“, erklärt Ball.

Symvaro ist in Österreich bekannt geworden, indem das Startup Produkt-unabhängige Digitalisierungs-Workshops für Wasserversorger durchführte. „Wir haben unsere Produkte also direkt mit den Kunden entwickelt“, so Ball. Im Frühjahr 2017 sei schließlich Diehl auf das Startup aufmerksam geworden.

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