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Symflower: 500.000 Euro für das Linzer Startup, das Software-Fehler jagt

Evelyn Haslinger und Markus Zimmermann von Symflower. © Christian Redtenbacher - Frames in Time
Evelyn Haslinger und Markus Zimmermann von Symflower. © Christian Redtenbacher - Frames in Time

Wer die Nachrichten rund um die Boeing 737 Max mitverfolgt hat, der weiß, dass Software-Fehler ziemlich viel Schaden anrichten können. Dementsprechend wenig verwunderlich ist es, dass Beratungsunternehmen Gartner die weltweiten Ausgaben für das Testen von Software auf jährlich über 250 Milliarden Dollar schätzt. Und in diesem Markt will jetzt ein neues österreichisches Startup mitmischen.

Symflower, erst 2018 von Evelyn Haslinger und Markus Zimmermann in Linz gegründet, ist diese Firma, die bestehende Softwaresysteme vollautomatisch analysieren will. „Wir analysieren vorliegenden Source Code“, sagt Haslinger im Gespräch mit Trending Topics. Basierend auf dem Source Code würden mathematische Modelle erstellt werden, die dann Fehler im Code aufzeigen können.

eQventure investiert halbe Million Euro

Das blutjunge Startup, dessen Grundidee aus einer Diplomarbeit von Mitgründer Markus Zimmermann hervorgegangen ist, hat bereits im zweiten Jahr seines Bestehens ein ordentliches Investment erhalten. Der Grazer Investor eQventure rund um Business Angel Herbert Gartner investiert 500.000 Euro und hat dafür 35 Prozent von Symflower bekommen. Bei der halben Million handelt es sich laut Gartner aber nur um die „erste Investment-Tranche“, insgesamt soll mehr als eine Million Euro investiert werden.

Hinter eQventure haben sich noch zwei weitere Investoren bei der Finanzierungsrunde für Symflower versammelt: Franz Fuchsberger, Mitgründer der Software-Testing-Firma Tricentis sowie der Wiener Software-Unternehmer Thomas Schranz. Das Investment soll vor allem in den weiteren Aufbau des Entwickler-Teams gesteckt werden. Derzeit arbeiten sieben Personen bei Symflower, bis Ende des Jahres sollen es schon zehn sein.

Die Symflower-Gründer im Kreis der Investoren. © Symflower

Haslinger und Zimmermann, die sich an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU Linz) im Rahmen des  universitären Forschungsbereichs „Symbolic Execution“ kennen lernten, haben nach dem Studium der technischen Informatik selbst als Developer gearbeitet – und schnell erkannt, wie wichtig Software-Tests zum Vermeiden von Fehlern für Entwickler sind. Denn Developer sind teuer – wer ihnen dabei hilft, kann ihnen viel Zeit sparen und am Ende noch dafür sorgen, dass fehlerfreie Software zum Anwender gelangt.

Nach Go und Java folgen weitere Sprachen

Symflower unterstützt derzeit zwei Programmiersprachen. „Java ist sehr weit verbreitet, und Go ist die aufstrebende Sprache, wenn es etwa um Server-Software geht“, sagt Haslinger. In Zukunft sollen noch weitere Programmiersprachen dazukommen. Symflower ist dabei im Bereich Whitebox-Testing angesiedelt. „Wir kommen bereits im Entwicklungsprozess zum Einsatz und zeigen Fehler auf, bevor die Software live geht“, sagt Haslinger. Die gefundenen Fehler werden derzeit noch nicht automatisch ausgebessert, sondern von den menschlichen Entwicklern.

Da Symflower Source Code analysiert, gibt es für Unternehmen die Möglichkeit, den Service auch „on Premise“, also auf den eigenen Servern zu verwenden. „Viele Firmen wollen den Source Code nicht rausgeben, deswegen kann man Symflower on Premise nutzen“, sagt Haslinger. Prinzipiell ist es auch möglich, Symflower in der Cloud zu benutzen. „Wir glauben, dass Unternehmen bald umdenken werden und der Trend in diese Richtung geht“, sagt Haslinger.

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