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Studo: Grazer EduTech-Startup will 100.000 Studierende durch den Unialltag begleiten

Das Studo-Team beim Fotoshooting. © Studo
Das Studo-Team beim Fotoshooting. © Studo

Ein App, die einen Studierenden durch seinen kompletten Unialltag begleitet – das ist die Vision des Grazer Startups Studo rund um Geschäftsführer Julian Kainz. Kursübersicht, gemeinsamer Maileingang, Mittagsmenüs der Mensa, Kursunterlagen, Raumpläne und ein übersichtlicher Stundenplan, das sollen die Nutzer gesammelt und übersichtlich in der Smartphone-App (für Android und iOS) abrufen können.

„Studo ist ein Spezial-Browser, der darauf optimiert ist, gewisse Hochschul-Webseiten in App-Form darzustellen“, sagt Kainz zu Trending Topics. Die sei bis dato mehr als 50.000 Mal heruntergeladen worden, im Schnitt kommt sie auf 35.000 monatlich bzw. 20.000 täglich aktive Nutzer. Zu Spitzenzeiten wird die Smartphone-Software laut Kainz monatlich drei Millionen mal gestartet. „In den Sommerferien herrscht tote Hose“, sagt Kainz, Sohn einer Unternehmerfamilie. „Trotzdem ist das Ziel ganz klar: wir wollen weiter wachsen und noch heuer mehr als 100.000 Studierenden in Österreich und Deutschland das Leben erleichtern.“

Kooperationen mit Hochschulen angestrebt

„Das Business-Model war bei uns von Anfang an nicht ganz einfach umzusetzen – wir wussten stets wir haben ein gutes Produkt, aber auch, dass die Monetarisierung eher schwierig wird“, sagt Kainz. Zwar gibt es Studo derzeit noch als kostenpflichtige Pro-Version um rund neun Euro zu erwerben, doch von dieser Strategie will sich die Grazer Jungfirma lösen. „Mit diesem B2C-Business fühlten wir uns aber nie wirklich wohl, denn unsere Unternehmensvision ist es, ständiger Begleiter und Unterstützer im Alltag Studierender zu sein“, sagt Kainz heute. „Unseren Usern Geld aus der Tasche zu ziehen ist also nicht gerade das was wir wollen.“

Einerseits gibt es Hochschulen, die für die Kosten der Vollversion der Studierenden aufkommen, und andererseits Hochschulen die für die Entwicklung von speziellen Modulen in der App bezahlen. Einfach lassen sich diese Kooperationen aber auch nicht einfädeln, oft dauert es lange, bis die Budgets der Hochschulen freigegeben werden. „Da finden wir es etwas schade, dass es vergleichsweise noch wenig Offenheit für EduTech- Startups wie Studo gibt“, sagt Kainz. „Die Digitalisierung birgt vor allem im Bildungsbereich immense Möglichkeiten, und dieses Potential sollte keinesfalls ungenutzt bleiben.“

 Jobbörse und Uni-Chat im Aufbau

Damit die App attraktiver wird, hat man bei Studo in den vergangenen Monaten angefangen, eine Jobbörse in die App zu integrieren, über die Studierende mit Nebenjobs versorgt werden sollen. Und: Es soll einen Chat geben, über den sich die Nutzer einer Hochschule via App austauschen können. Apps wie Jodel (die bei Studenten beliebte Chat-App aus Berlin hat kürzlich sechs Millionen Dollar Investment bekommen) sind bei jungen Menschen an Schulen und Unis durchaus populär – dementsprechend will man auch bei Studo in dem Bereich mitmischen.
Die Nutzer sollen dabei entscheiden können, ob sie unter Klarnamen posten (z.B. als Julian K.) oder anonym bleiben. „Das Posten mit echtem Namen soll dazu dienen, dass wissenschaftlicher Austausch stattfindet und Reputation aufgebaut werden kann“, so Kainz. Über ein Punktesystem soll man sich etwa einen Ruf als kompetenter, hilfsbereiter Student aufbauen können. Anonyme Postings sollen auch erlaubt sein, etwa um Fragen stellen zu können, die einem Studierenden möglicherweise unter Klarnamen peinlich sein könnten.

Immer mehr EduTech-Startups

Startups, die sich mit Apps an Studierende wenden, gibt es in Österreich einige – etwa UNIspotter (Trending Topics berichtete) rund um Gründerin Verena Mai. Die App will bei der Wahl des richtigen Studiums helfen und die Zahl der Studienabbrecher reduzieren helfen. Weiters gibt es Mimo aus Wien (eine App, die das Programmieren lehren soll), GoStudent (App für Nachhilfestunden) oder das TU-Spin-Off Waltzing Atoms, das seine Chemie-App über eine Kooperation mit dem Bildungsministerium kostenlos an österreichischen Schulen anbieten kann.

Das Wirtschaftsministerium hat Ende 2016 über die Innovationsstiftung 50 Millionen Euro bereitgestellt, um Startups im Bildungsbereich zu unterstützen – Ziel ist, 500 EduTech-Firmen auf den Markt zu bringen.

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