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Mobility

Studie

Selbst bei schmutzigem Strom-Mix sind Elektroautos umweltfreundlicher als Dieselfahrzeuge

Elektrischer 3er-BMW an der Ladestation. © Kreisel Electric
Elektrischer 3er-BMW an der Ladestation. © Kreisel Electric

Eine neue Studie der Vrije Universiteit aus Belgien räumt mit einem Vorurteil gegen Elektromobilität auf. Oft heißt es, dass E-Autos gar nicht umweltfreundlich sind, weil sie mit Strom aus Kohlekraftwerken geladen werden. Für die Studie wurden jedoch die CO2-Emissionen eines durchschnittlichen Dieselautos mit Elektroautos verglichen, die in unterschiedlichen EU-Ländern mit dem jeweiligen dortigen Strom-Mix aufgeladen werden.

Das Ergebnis: Ein Elektroauto in Polen oder Deutschland – die beiden EU-Länder mit dem höchsten Anteil an Kohlekraftwerken – fährt immer noch sauberer als ein Dieselauto. Gerechnet auf den EU-Schnitt verursacht ein E-Auto 55 Prozent weniger CO2 als ein Dieselauto. In die Statistik wurde neben der Stromproduktion auch die Herstellung des Akkus berücksichtigt. Wenn sich der Strom-Mix durch die Energiewende und Produktion bzw. Recycling der Batterien verbessern, so die Studie, dann ist Elektromobilität langfristig noch besser einzustufen als schon heute.

© transportenvironment.org
© transportenvironment.org

Wissenschaft ist sich uneins

Anderer Meinung ist derzeit der bekannte deutsche Naturwissenschaftler, Umweltschützer und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker, der seit 2012 auch Präsident der Nachhaltigkeitsorganisation „Club of Rome“ ist. In Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen in Deutschland warnte er, den Verbrennungsmotor frühzeitig zu verteufeln. Die Grünen verlangen ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2030, Merkels CDU hingegen sieht den Verbrenner als Brückentechnologie.

Weizsäcker meint, dass ein Elektroauto beim heutigen Strom-Mix schädlicher sei als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Außerdem solle man versuchen, konventionelle Verbrennungsmotoren mit Wasserstoff und Methan zu füttern, die man aus überschüssiger Windkraft gewinnen könne. Offenbar hat sich Weizsäcker noch nicht mit der belgischen Studie befasst.

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