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Stripe: Mit 95 Mrd. Dollar Bewertung auf Eroberungskurs in Europa

Patrick und John Collison, die beiden Gründer von Stripe. © Stripe
Patrick und John Collison, die beiden Gründer von Stripe. © Stripe

Die Anzeichen, dass bald wieder sehr viel Geld in die Payment-Firma Stripe fließt, haben sich zuletzt wieder verdichtet. Und jetzt ist sie da, die Mega-Runde, die die Bewertung des zehn Jahre alten Unternehmens auf satte 95 Milliarden Dollar hebt. Investoren lassen insgesamt 500 Millionen Euro (600 Mio. Dollar) in die Firma fließen.

Bei der neuen Runde, die hauptsächlich von Allianz X, Axa, Baillie Gifford, Fidelity Management & Research Company, Sequoia Capital und Irlands National Treasury Management Agency (NTMA) gestemmt wird, liegt der Fokus auf die weitere Expansion in Europa. Mit der Allianz aus Deutschland und Axa aus Frankreich sind gleich zwei europäische Versicherungsriesen mit an Bord – was einiges über die künftige Ausrichtung von Stripe sagen könnte.

Die Bewertung von Stripe ist innerhalb eines Jahres enorm gestiegen. Im April 2020 wurde das Unternehmen bei einer Investmentrunde von ebenfalls 600 Millionen Dollar mit 36 Mrd. Dollar bewertet, heute sind es 2,6x so viel. Die kolportierten 115 Mrd. Dollar, die zuletzt am Sekundärmarkt für Anteile am Unternehmen gezahlt wurden, konnten in der Runde dann aber nicht erreicht werden.

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„Irlands und Europas prominenteste Erfolgsgeschichte“

„Wir investieren in diesem Jahr sehr viel mehr in Europa, insbesondere in Irland“, so John Collison, Präsident und Mitbegründer von Stripe. „Ob in Fintech, Mobilität, Einzelhandel oder SaaS, die Wachstumschancen für die europäische Digitalwirtschaft sind immens.“ Am Alten Kontinent zählt das Unternehmen aus San Francisco etwa Axel Springer, Jaguar Land Rover, Maersk, Metro,N26, Vinted, UiPath, Glofox, Klarna oder Deliveroo zu seinen Kunden. Das europäische Headquarter in Dublin (die Collison-Brüder sind irischstämmig) soll nun stark ausgebaut werden.

Deswegen meint auch Conor O’Kelly, CEO von NTMA, dass man es bei Stripe mit „Irlands und Europas prominentester Erfolgsgeschichte“ zu tun hätte. Dazu muss man wohl anmerken, dass Stripe heute ohne San Francisco und Silicon-Valley-Investoren dort wäre, wo es heute ist. Im Ranking der größten Unicorns der Welt liegt Stripe je nach Betrachtungsweise nunmehr auf Platz 1 oder 2. Zwar ist Bytedance formal bei 140 Mrd. Dollar, doch die US-Sanktionen gegen TikTok könnten die Bewertung des chinesischen Unternehmens gedrückt haben. Vor SpaceX, Didi Chuxing und Instacart liegt Stripe mit 95 Mrd. Dollar aber auf jeden Fall.

Auch Brasilien und Indien im Visier

„Wir investieren in die Infrastruktur, die den Internethandel im Jahr 2030 und darüber hinaus antreiben wird“, sagt Dhivya Suryadevara, CFO von Stripe. „Die Pandemie hat uns viele Dinge über die Gesellschaft gelehrt, unter anderem wie viel online erreicht – und bezahlt – werden kann, aber das Internet ist immer noch nicht der Motor für den globalen wirtschaftlichen Fortschritt, der es sein könnte. Wir sind darauf fokussiert, ambitionierten Unternehmen zu helfen, schneller zu wachsen. Während Stripe bereits Hunderte von Milliarden Dollar pro Jahr für Millionen von Unternehmen weltweit verarbeitet, ist die Chance, die vor Stripe liegt, viel größer, als sie es war, als das Unternehmen vor 10 Jahren gegründet wurde.“

Neben Europa hat Stripe noch weitere Märkte wie Brasilien, Indien, Indonesien, Thailand und die Vereinigten Arabischen Emirate im Visier. Nur 14 Prozent des Handels fänden heute online statt, und man rechnet fest mit einer weiteren Verlagerung von offline zu online. Dementsprechend gut bewerten Analysten die Position von Stripe im Markt, weil das Unternehmen auch komplexe Unternehmenskunden bedienen könne. 2021 will das Unternehmen nun sein globales Zahlungsverkehrs- und Treasury-Netzwerk weiter ausbauen und sein Angebot an Software und Dienstleistungen erweitern.

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