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Stripe steigt ins Geschäft mit Online-Identitätsnachweisen ein

© Stripe
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Stripe ist längst nicht nur mehr ein Payment-Dienstleister. Das nahezu 100 Milliarden Dollar schwere Scale-up aus dem Silicon Valley steigt jetzt ins Geschäft mit digitaler Identität ein und bringt einen Dienst an den Start, den man bereits von vielen anderen Firmen kennt: die Verifizierung der Identität von Nutzern durch den Scan von Ausweisen. Dieses KYC-Feature ist ein weiterer Teil in der Kette von Transaktionen, um die sich das Fintech-Unternehmen kümmert.

Stripe Identity versucht zwei Probleme zu lösen. Nummer eins: Wenn Nutzer ihre Ausweise nicht korrekt auslesen lassen können, dann kann das oft zu Abbrüchen bei Anmeldungen oder Käufen führen – und das drückt die Conversion in den Online-Shops, in denen Stripes Bezahl-Services integriert sind. Nummer zwei: Betrügereien mit gefälschten Ausweisen. Beide Probleme will Stripe in den Griff kriegen, indem es im Hintergrund Machine Learning zur Erkennung von Ausweisen und zur blitzschnellen Abfrage von Datenbanken (z.B. Adressen, Sozialversicherungsnummern) werken lässt.

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KYC als weiterer Baustein

Bisher schon ist die digitale Identitätskontrolle bei Clubhouse, Discord, Peerspace und Shippo integriert worden, nun bekommen alle interessierten Entwickler Zugriff auf das Tool. Verifiziert werden können staatliche Ausweisdokumente aus 33 Ländern, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz neben quasi allen anderen EU- und nordamerikanischen Staaten. Die Kosten: Stripe verlangt 1,25 Euro pro Verifizierung des Ausweisdokuments und des korrespondierenden Selfies sowie 0,40 Euro pro Validierung von Namen, Geburtsdatum und Sozialversicherungsnummer.

Mit dem neuen Dienst tritt Stripe in Konkurrenz zu anderen Anbietern wie Jumio mit Wurzeln in Österreich, IDNow aus München, Onfido, Veriff, Berbix oder Passbase. Identitätslösungen werden generell immer gefragter, weil man von der Kontoeröffnung bei einem Neobroker oder einer Neobank bis hin zu Behörden-Apps immer öfter seine Identität nachweisen muss, um bestimmte digitale Services nutzen zu können.

Stripe positioniert sich auch mit anderen Services immer mehr zum ultimativen Begleiter für Unternehmen in allen Geschäftslagen. Zuletzt wurde auch ein Tool eingeführt, um die Abwicklung der Steuer für Firmen zu vereinfachen, indem Software die automatische Berechnung und Einziehung der Mehrwertsteuer in über 30 Ländern übernimmt. Der stete und sehr flotte Ausbau der Services hat zum Ziel, das Unternehmen vor dem Börsengang noch einmal so richtig aufzublasen.

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