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Streaming-Dienste überholen Kabel-TV bei Abonnenten. Aber nicht beim Umsatz.

Markführer Netflix unter Druck. © Photo by Thibault Penin on Unsplash
Markführer Netflix unter Druck. © Photo by Thibault Penin on Unsplash

Wenn Apple heute Abend seinen lang erwarteten Streaming-Dienst präsentiert, dann werden wieder die Kommentare zum langsamen Sterben des Linear-TVs zu lesen sein. Tatsächlich boomt der Markt für Video-Streaming im Abo – Netflix zählt mittlerweile rund 140 Millionen bezahlte Mitgliedschaften – und vermutlich noch viel mehr Nutzer, da viele Accounts geteilt werden. Auch Disney, Warner Media (gehört AT&T) oder NBCUniversal (gehört Comcast) planen eigene Streaming-Angebote.

Streaming überholte 2018 Pay TV

Wie stark der Markt boomt, zeigt eine aktuelle Analyse der Motion Picture Association of America (MPAA), die im „2018 Theme Report“ auf Basis von Daten von IHS Markit analysiert, wie viele Nutzer welche Video bzw. TV-Angebote nutzen. Die Analyse zeigt, dass 2018 die Zahl der Streaming-Abonnements jene von Kabel-TV überholt hat. Streaming-Dienste zählen IHS Markit zufolge weltweit insgesamt 613,3 Millionen Abonnenten, während Pay TV auf 556 Millionen zahlenden Kunden kommt.

© MPAA / IHS Markit
© MPAA / IHS Markit

+++ Die Streaming-Kriege sind der größte Bullshit für die Konsumenten +++

Pay TV macht viel mehr Umsatz

Nun aber zu glauben, dass Streaming-Dienste der Tod des klassischen Kabel-TVs ist, wäre falsch. In den USA gibt es sicher einen Trend zum „Cord Cutting“, doch das große Geld machen weiterhin die Anbieter von Pay TV. Auch Betreiber von Satelliten-TV machten 2018 deutlich mehr Umsatz als Online-Dienste, die per Monatsabo bezahlt werden. Dazu muss auch gesagt werden, dass Streaming-Dienste pro Monat deutlich weniger kosten (oft 10 Euro) als Kabel-TV, das bei größeren Paketen oft mit 30 Euro oder mehr pro Monat zu Buche schlagen kann.

© MPAA / IHS Markit
© MPAA / IHS Markit

Wie berichtet hört es die TV-Branche nicht gerne, wenn vom „Tod des klassischen Fernsehens“ gesprochen wird. Auch die durchschnittliche Fernsehdauer von klassischem TV wächst seit Jahren. Zwar werden Netflix und Co gerne zur Unterhaltung genutzt, aber auch junge Menschen wenden sich dem linearen TV gerne zu, um sich über Politik und Wirtschaft zu informieren. Auch gibt es das so genannte „Kinderzimmer-Phänomen“. Dieses besagt, dass Menschen, wenn sie einmal alt genug für eine eigene Wohnung sind, sich gerne wieder dem klassischen TV zuwenden (Trending Topics berichtete).

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