Channel

Startups

Finanzierung

Linzer Startup Storyclash holt sich hohes sechsstelliges Investment

Die beiden Storyclash-Gründer Philip Penner und Andreas Gutzelnig. © Storyclash
Die beiden Storyclash-Gründer Philip Penner und Andreas Gutzelnig. © Storyclash

Das Linzer Startup Storyclash hat sich zwei Jahre nach der Seed-Runde frisches Kapital geholt. Der aws Gründerfonds hat eine hohe sechsstellige Summe in das Jungunternehmen gesteckt. Das Kapital wurde in Form eines Wandeldarlehens zur Verfügung gestellt.

„Mitte 2019 wollen wir eine Finanzierungsrunde mit internationalen Investoren abschließen“, sagt Storyclash-Gründer Andreas Gutzelnig im Gespräch mit Trending Topics. 2016 waren unter anderem der VC-Fonds Speedinvest und die Gründer von Runtastic mit 400.000 Euro bei dem Jungunternehmen eingestiegen (Trending Topics berichtete).

Social-Media-Trends in Echtzeit

Gutzelnig hat Storyclash 2014 gemeinsam mit Philip Penner gegründet. Das webbasierte Tool analysiert Social-Media-Kanäle und erkennt, welche Themen gerade für besonders viel Aufmerksamkeit sorgen. „Kein anderer Anbieter schafft das in Echtzeit so wie Storyclash und Social-Media-Trends sind oft nur von kurzer Dauer“, sagt Bernhard Ungerböck, Investment Manager des aws Gründerfonds im Gespräch mit Trending Topics. Dass sich die Komplexität der Algorithmen von Storyclash nicht so leicht nachbilden lasse, habe zur Investmententscheidung zusätzlich beigetragen.

++ Auch interessant: Storyclash Insights: Wie krone.at, sueddeutsche.de und Vice das neue Facebook-Monitoring-Tool einsetzen ++

Die Software filtert monatlich mehr als zehn Milliarden Interaktionen, um so Trends für konkrete Branchen herauszulesen und diese übersichtlich zu präsentieren.  Für kleinere Unternehmen und Agenturen gibt es einen fixen Paketpreis um 200 Euro pro Monat. „Die Hauptumsätze machen wir aber mit Enterprise-Kunden“, erklärt Gutzelnig. Die bezahlen je nach Lösung zwischen 1.000 Euro und 5.000 Euro pro Monat.

Shift von Medienhäusern zu Agenturen und Corporates

„Bisher haben wir uns stark auf Medienhäuser konzentriert“, sagt Gutzelnig. Zu den Kunden zählen etwa Sat1, WDR oder die Süddeutsche. „Jetzt haben wir erkannt, dass im Bereich Content Marketing bei großen Agenturen und Unternehmen noch viel Potenzial schlummert“. Erste Abschlüsse seien dem Startup bereits heuer gelungen, etwa mit Storymachine von Kai Diekmann, Wavemaker oder Delasocial. Mit dem frischen Kapital vom aws will sich Storyclash als Tool für Content Marketing nun noch größere Kunden im Corporate-Bereich angeln. Es gehe vor allem darum, die künftige Popularität eines Produktes vorherzusehen. Man sei auch schon in Gesprächen, mit welchen Unternehmen genau, ist aber noch geheim.

Umsatz weiterhin verdoppeln

Der Umsatz von Storyclash lag 2017 bei rund einer halben Million Euro und soll sich wie in den Jahren davor auch heuer und 2019 wieder verdoppeln. Dasselbe gilt für das Team, das im kommenden Jahr von 20 Personen auf 40 Personen wachsen wird.

Das Wachstumskapital will Gutzelnig vor allem in Sales und Marketing stecken. Aber auch das Produkt selbst wird weiterentwickelt. „Wir arbeiten mit Förderung der FFG (Forschungs-Förderungs-Gesellschaft, Anm.) an einem intelligenten Tool, das Redakteuren in Echtzeit Posts vorschlägt, die das Potenzial haben viral zu gehen“, verrät der Gründer.

Internationalisierung ab 2019

Derzeit ist das Linzer Startup, das in der Neuen Werft untergekommen ist, hauptsächlich im DACH-Raum aktiv. „Wir haben zwar schon ein paar Kunden in Skandinavien, Italien oder Osteuropa“, sagt Gutzelnig, „ab 2019 wollen wir die Internationalisierung aber strukturiert angehen“. Das Produkt selbst erfordere keine Anpassungen an lokale Gegebenheiten, Storyclash will aber kleine lokale Teams aufbauen.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen