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Online-Marktplatz für Geschichten

story.one sucht 100.000 Geschichten: „Hier kann jeder ein Bestseller-Autor werden“

Als ehemals einer der erfolgreichsten Verleger am deutschsprachigen Markt weiß Hannes Steiner, dass es viele Menschen gibt, die gerne ein Buch schreiben wollen. Wobei dieses Wort „viele“ fast untertrieben ist, steht es doch für viele Millionen. Pro Jahr erscheinen allein am deutschsprachigen Markt fast 80.000 Bücher und bei den Verlagen türmt sich ein Vielfaches an Manuskripten. Nachdem Steiner seinen Ecowin-Verlag 2013 an Red Bull verkaufte und dort drei weitere Verlagslabel gründete, entschied er sich 2018 etwas Eigenes zu machen.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Puls4- und ServusTV-Geschäftsführer Martin Blank gründete er story.one – ein Portal, auf dem jeder seine Geschichte(n) schreiben kann, ein Online-Marktplatz für Geschichten, auf der „die neue Freiheit des Schreibens und Publizierens“ gelebt wird. „Jeder Mensch hat zumindest eine Story, die er erzählen will“, sagt Steiner im TrendingTopics-Gespräch. „Und die Geschichten der Menschen sind der echte Wert.“

Hannes Steiner (links) und Martin Blank (rechts) gründeten das Startup story.one. Seit Ende 2018 ist der Online-Marktplatz für Geschichten online.

Bis 2020 100.000 Geschichten

Seit November 2018 ist story.one online, mit derzeit nahezu 2.000 Geschichten sollen es bis Jahresende 10.000, Ende 2020 gar 100.000 sein. Die Zahl der Autoren wird von derzeit 800 auf 15.000 Ende des kommenden Jahres ansteigen. Schlägt story.one so gigantisch ein, wie die Gründer planen, wird es in drei, vier Jahren hunderttausende Autoren geben. Dass das Schreiben auch bei den Generationen Y und Z in Mode ist, beweisen laut Steiner Zahlen aus Großbritannien – dort schreiben 50 Prozent der Unter-18-Jährigen ein Tagebuch, in Deutschland lesen 57 Prozent der 12- bis 19-Jährigen regelmäßig. Für jene, die nur lesen wollen, ist das Portal mit diversen Social-Media-Möglichkeiten bestückt – man kann Stories liken, kommentieren, sharen und Autoren folgen.

Eine Geschichte darf nur 2500 Anschläge haben

Die Geschichte auf  dem „community publishing Verlag“ story.one muss kurz sein, muss das Erlebte in maximal 2500 Zeichen auf den Punkt bringen. Übrigens sind nur Geschichten und Erfahrungen, die das Leben schreibt, erlaubt, keine Fiction. Ab zehn Geschichten kann man sich daraus sein eigenes Buch machen lassen, ein book.one sozusagen. Dieses hat ein Format von 12x19cm, kann zwischen 52 und 80 Seiten haben, mit bis zu acht Farbbildern illustriert sein und hat einen festen Einband (Hardcover). Ein Buch kostet 16,99 Euro, ab dem vierten Exemplar 12,99 Euro und ab dem 100. nur noch 8,99 Euro.

Gedruckt (auf Premium-Druck) wird es von der deutschen BoD – Books on Demand GmbH, in Norderstedt, die im Besitz der Maxingvest AG (vormals Tchibo Holding AG) der Familie Herz steht. Derzeit dauert der Druck eines Buches zwar noch ein paar Tage, doch kurzfristig – so ist Steiner überzeugt – wird das quasi wirklich on demand gedruckt und über Nacht geliefert. Das Besondere daran, womit jedes eigene story.one-Buch auch ein Alleinstellungsmerkmal hat – jedes Buch kann eine eigene ISBN-Nummer bekommen, das Buch ist damit „offiziell“ und kann in jedem Buchgeschäft aber auch im Online-Handel geordert werden. Und damit kann man als Autor dann auch Geld verdienen – ab dem elften bestellten Exemplar gibt es 10% Honorar. „Jeder story.one-Autor kann ein Bestsellerautor werden“, sagt Steiner.

Globalisierte Geschichten

Mit einigen Investoren (auch aus der Medienbranche), sind Steiner und Blank bereits im Gespräch, denn die Gründer haben eine exakte Vorstellung, wie sie den Buchmarkt revolutionieren werden. Steiner: „story.one verbindet die digitale Plattform-Welt mit der haptischen Realität des gedruckten Buchs und erfüllt jedem den Traum vom eigenen Buch. Wir eliminieren alle Gatekeeper im Buchmarkt“ Spätestens 2021 soll story.one und somit das neue Konzept des Bücher-Machens und Geschichten-Schreibens auch in der USA angekommen sein. Selbst Afrika ist ein großes Thema. Steiner: „Afrika ist die Wiege der Menschheit, reich an Tradition und reich an Geschichten“, so Steiner, der story.one vorab in Kenia und Ghana probieren möchte.

Inhalt für Medienhäuser

Ein Aspekt macht story.one vor allem für Medienhäuser bzw. Zeitungs- und Magazin-Herausgeber spannend, „wir ermöglichen Corporates, Agenturen und Medien direkten Zugriff auf einen riesigen, strukturierten Content-Pool“, so Steiner. Aus story.one wird sozusagen ein story.finder. Da auf story.one Menschen aus der Gesellschaft schreiben und ihre Erlebnisse dokumentieren, sind ihre „echten“ Geschichten für Kundenmagazine, Stichwort Corporate Publishing, interessant. Die 2500-Anschläge-Geschichte einer Glockner-Erstbesteigung könnte so durchaus in ein Magazin passen, in dem für Outdoor-Bekleidung geworben wird.

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