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Storebox: „Q Commerce hat uns einen ordentlichen Umsatz-Boost gebracht“

Johannes Braith, CEO von Storebox. © Storebox, Montage Trending Topics
Johannes Braith, CEO von Storebox. © Storebox, Montage Trending Topics

Es gibt einen neuen Fachbegriff, den man sich merken muss: Q Commerce, kurz für Quick Commerce. Er steht für all jene Lieferdienste und Logistikanbieter, die immer schneller so ziemlich alle Güter des täglichen Bedarfs (und darüber hinaus) zum Kunden nach Hause liefern möchten. 30, 15, 10 Minuten: Wenn Supermarkt-Startups wie Gorillas oder Flink in sehr kurzer Zeit zustellen wollen, dann müssen sie mit ihren Lagern so nah an den Konsumenten wie möglich. Das Zauberwort: Dezentralisierung.

„Der Trick dahinter ist die Denzentralisierung. Man kann nur so schnell zustellen, wenn man die Ware dezentral möglichst nah am Kunden lagert“, sagt Johannes Braith, der mit Storebox nur auf den ersten Blick eine Self-Storage-Lösung als Erweiterung des Kellers aufgebaut hat. Auf den zweiten, genaueren Blick ist Storebox genau das, was Q Commerce braucht: ein dezentrales, urbanes Logistiknetzwerk, das als Plattform für viele anderen Q-Commerce-Dienste dienen kann – neben modernen Blitzkurierdiensten auch immer mehr große Händler, die Omni-Channel (z.B. Im Shop schauen, online kaufen) machen.

Mikro-Hubs für Blitz-Supermärkte

„Das war eigentlich immer unsere Vision, wir wollten immer schon das dichtestes urbane Logistiknetzwerk sein“, sagt Braith. „Wir haben jetzt 120 Standorte, und jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Business-Kunden aufspringen. Q Commerce hat uns einen ordentlichen Umsatz-Boost gebracht.“ Er vergleicht die jetzige Phase mit dem Hype um E-Scooter vor drei Jahren, als Investoren begannen, Milliarden in die blutjunge Branche zu pumpen. Gleiches passiert jetzt heute: Gorillas, Flink, Getir – die Blitz-Supermärkte werden mit Milliarden eingedeckt (Trending Topics berichtete).

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Und es sind nicht nur Online-Supermärkte, die sich gegenseitig bei den Lieferzeiten unterbieten, sondern auch börsennotierte Liefer-Riesen wie Delivery Hero (=Mjam) und Just Eat Takeaway (=Lieferando) drängen in den neuen Markt für schnelle Zustellungen von Supermarktartikeln via Fahrradboten. Die Mikro-Hubs für die Ware werden dann etwa für Click & Collect-Services genutzt, damit Kunden sich die bestellten Produkte 24/7 an einem Standort abholen können.

„Die Logistik kommt zurück in die Stadt“

„Die Logistik kommt zurück in die Stadt, weil die Lieferzeiten kürzer werden müssen“, sagt Braith. „Diese raumplanerische Trennung mit den Lagerhallen an den Stadträndern, die verschwimmt immer mehr.“ Sein Unternehmen profitiert enorm vom neuen Trend zum dezentralen Lager. Nach der Post will Storebox seinen 120 Standorten in Österreich und Deutschland der mittlerweile größte Logistikanbieter mit Lagerfläche sein. Die Traumkunden: Amazon oder die Post selbst.

Dass die Dezentralisierung der Logistik auch ihre Kosten hat, weiß Braith auch. In Deutschland ist es wie berichtet bereits zu Demos gegen den Blitzlieferdienst Gorillas gekommen – Trending Topics berichtete. Anrainer der „Dark Stores“, wie die Lager auch genannt werden, stoßen sich an Lärm, Stau und verstopfte Gehsteigen. „Wir prüfen das schon sehr genau, ob es Probleme mit den Anrainern gibt“, sagt Braith. „Aber Bürger werden sich daran gewöhnen müssen: Die Logistik kommt zurück in die Stadt.“

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