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Storebox: „Bis 2025 wollen wir 2.000 Standorte eröffnen“

Jakob Steinschaden (Trending Topics) im Gespräch mit Magdalena Mathøi und Johannes Braith von Storebox. © Trending Topics
Jakob Steinschaden (Trending Topics) im Gespräch mit Magdalena Mathøi und Johannes Braith von Storebox. © Trending Topics

„Geplant war das nie.“ Johannes Braith ist grundehrlich, wenn es um die Frage geht, wann seinem Unternehmen eingefallen ist, auf Franchise zu setzen. Denn das System hat sich bewährt. Im Corona-Jahr 2020 konnte das Wiener Startup Storebox, das Braith mit seinen Mitstreitern gründete, auf 100 Standorte wachsen und hat sich dafür zuletzt den Preis zum „Besten Franchise-System Newcomer 2020“ sichern können.

Doch das Wachstum, das Storebox, das einst als Airbnb für Kellerabteile startete, ist noch nicht ans Ende gekommen. Derzeit pitcht Braith regelmäßig bei VCs, um Geld für die nächste Finanzierungsrunde einzusammeln. Schließlich gilt es, große Pläne anzugehen. „Wir wollen bis 2025 das größte urbane Logistiknetzwerk werden“, sagt Braith im Interview mit Trending Topics.

Storeboxen als Paketstationen

„Wir haben als Self-Storage-System begonnen. Aber wir können mittlerweile auch Lagerinfrastruktur im urbanen Raum für die Last Mile anbieten. Bei Paketen gibt es jedes Jahr mindestens zehn Prozent Wachstum, und die Logistik kehrt in die Stadt zurück, aber die Flächen dazu fehlen. Da kommen wir ins Spiel. Wir sind nach der österreichischen Post das Unternehmen mit den meisten Logistikflächen. Wir wollen bis 2025 das größte urbane Logistiknetzwerk werden.“

Bereits jetzt gibt es zwei Standorte im Storebox-Netzwerk, die als Paketstationen fungieren. Sie können rund um die Uhr von Paketfahrern betreten werden, um Packerl abzuliefern, und Konsumenten können mit dem passenden Code 24/7 hinein, um sich ihr Packerl abzuholen. „Wir wollen einen relevanten Marktanteil haben. Bis 2025 wollen wir auf jeden Fall 2.000 Standorte eröffnen.“

Franchise-System bekommt tragende Rolle

Für dieses starke Wachstum von 100 auf 2.000 Standorte innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre wird das Franchise-Modell eine tragende Rolle spielen. „Bis 2025 werden wir zwei Drittel unserer Standorte über Franchise abbilden und ein Drittel selbst“, sagt Braith. „Mittlerweile ist der Revenue Stream mindestens genauso wichtig wie unsere eigenen Standorte.“ Derzeit betreibt das Wiener Startup, bei dem auch René Benkos Signa Innovation beteiligt ist, etwa 70 Prozent der Standorte selbst und arbeitet mit mehr als 40 Franchise-Partnern zusammen. In Zukunft wird sich das Verhältnis umdrehen. „Eine gute Mischung ist notwendig, um nachhaltig erfolgreich zu sein.“

Geplant war das Franchise-System wie anfangs erwähnt nie. „Es ist vom Markt zu uns gekommen. Wir hatten unsere eigenen Storeboxen, als uns ein Immobilienentwickler angerufen hat und meinte, er wolle ein Self-Storage-System verwenden, aber wolle sich nicht den Huzzle antun mit dem Aufbau der Marke und so weiter“, sagt Braith. „Er hat dann gefragt, ob wir das als Franchise auch anbieten, und ich als alter Seller hab gesagt: Ja, das machen wir natürlich. Nach dem Gespräch hab‘ ich dann gegoogelt: „How to franchise“.“

Keine Schließungen während dem Lockdown

Für die Franchise-Nehmer hat sich Storebox als krisenfestes Geschäft erwiesen. „Wir mussten während des Lockdowns keinen unserer Standorte schließen. Wir können zeigen, dass wir ein krisensicheres Franchise-System sind und in der Krise auch für unsere Endkunden funktionieren“, sagt Magdalena Mathøi, Head of Business Development bei Storebox. Für die Franchise-Partner sei man ein guter Partner, um einen monatlichen Nebenerwerb haben zu können. Vom Kaffeehausbetreiber bis zum Software-Entwickler seien viele verschiedene Partner mit dabei, pro Woche müsse man etwa zehn Stunden Arbeit einplanen.

Das Interview mit Magdalena Mathøi und Johannes Braith von Storebox kann man sich auch hier im Video ansehen:

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