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Store Room: Neue Self-Storage-Firma fordert Storebox heraus

©STORE ROOM
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Geht der Platz zur Neige, ist guter Rat teuer – und oft nicht nur der: Gerade in Städten ist es oft alles andere als einfach, leistbaren und qualitativ hochwertigen Platz zum Einlagern der diversen Errungenschaften eines Erwachsenenlebens zu finden. Soll heißen: Platzt der Keller aus allen nähten, muss ein mietbares Lager her. Mit „Store Room“ versucht sich seit kurzer Zeit ein neuer Anbieter an einem smarten Mietsystem – mit durchaus attraktiven Vorteilen.

Mehr Platz per App

Auf einer Gesamtfläche von 9000 Quadratmetern stehen am Standort in Wien Süd Lagerräume in Größen von einem bis 50 Quadratmetern zur flexiblen Miete bereit. Der Clou: Von der Anmeldung und Größenwahl über die Anmietung und Bezahlung bis hin zur erstmaligen Öffnen des Lagers passiert alles vollkommen digital. Im Play Store von Google und im App Store von Apple steht die „Store Room“-App zum kostenlosen Download parat, die vorrangig als Schlüssel für die eigene kleine Lagerhalle fungiert. Das Konzept ist bekannt, mit Store Box gibt es in Österreich bereits einen erfolgreichen Anbieter mit ähnlichem Konzept, allerdings ohne Zugangsbestätigung per App.

Ein Standort in Brunn am Gebirge

Während Storebox über 60 verschiedene Standorte in ganz Österreich aufweist, befindet sich die einzige Lagerhalle von Store Room derzeit in Brunn am Gebirge, im Süden Wiens. Mit einer Gesamtfläche von 9.000 Quadratmetern ist dort aber mehr als genug Platz. Wie kommt man als junges Startup zu so viel Fläche? „Wir befinden uns im K21, einem Bürogebäude mit kombinierter Lagerfläche“, erklärt Martin Wild von Store Room. Im Erdgeschoss befinden sich am Standort große Lagerhallen und darüber eben die Self Storage-Flächen. Eine ebene darüber wiederum wurden Büroflächen errichtet, der Komplex wird also maximal ausgenutzt.

„Unser Chef und Eigentümer betreibt auch Kimba (Büro- und Lagerflächen, Anm.) und hatte die Idee für Store Room“, erklärt Martin Wild weiter. Im Hintergrund arbeitet die Familie Kopf, bekannt vor allem als Metall-Unternehmer-Familie. Es habe sich schlichtweg gezeigt, dass im Süden Wiens die Nachfrage nach kleineren Lagerflächen da ist, weshalb man sich dazu entschlossen habe, das Konzept auf- und umzusetzen.

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Mit den ersten Monaten zeigt sich Martin Wild zufrieden: „Eröffnet haben wir erst vor zwei Monaten, hatten aber bereits viele erste Kunden und ausgezeichnetes Feedback“. Großteils würden sich private Kunden einmieten, aber auch gewerbliche Kunden, „vor allem Online-Händler“.

Komplett digitaler Ansatz

Von der Konkurrenz hebt sich Store Room vor allem durch den rein digitalen Ansatz ab. „Wir sind der digitalste Self Storage in Österreich“, erklärt Martin Wild, „es gibt sonst niemanden, der den Zutritt per Smartphone ermöglicht“. Letztlich sei dieser Ansatz auch für den Betreiber von Vorteil: „Der Kunde ist auf uns nicht angewiesen und wir müssen keine Schlösser tauschen“.

Derzeit erlaubt die App nur das Öffnen der jeweiligen Halle, eine neue Version in drei Wochen soll aber weitere Funktionen bringen – darunter eine temporäre Zutrittsvergabe. „Das ist das mit Abstand wichtigste Feature für unsere Kunden“, sagt Martin Wild, „damit kann dann beispielsweise auch die Ehefrau mit ihrem Smartphone einfach in den Storage“. In absehbarer Zeit sollen die Lagerflächen auch direkt über die App buchbar sein, bislang seien aber „alle okay damit, mit dem PC zu buchen“.

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„Umweltschutz meinen wir ernst“

Nicht zuletzt soll auch der nachhaltige Ansatz Kunden bringen. „Wir meinen es – und das glaubt uns fast niemand – absolut ernst mit Klimaschutz und nachhaltigem Betrieb“, erklärt Wild. „Da steht oft der Vorwurf des Greenwashings im Raum, aber bei uns kann jeder vorbeikommen und sich selbst ein Bild machen“.

Man baue gerade die fünft-größte Photovoltaik-Anlage mit 5.000 Quadratmetern für den Eigenverbrauch, der komplette Strom für den Komplex werde auf dem Gelände erzeugt. „Wir wollen möglichst papierlos arbeiten, darum gibt es auch keine Papierverträge bei uns“ – alles soll möglichst digital passieren. Martin Wild: „Wir sind ein Familienbetrieb und der Familie Kopf ist es wichtig, dass wir den Umweltschutz wirklich sehr ernst nehmen“.

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