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Stopp Corona: So benutzt man die App richtig

Die Stopp-Corona-App mit Krankmeldung. © Trending Topics
Die Stopp-Corona-App mit Krankmeldung. © Trending Topics

Mehr als 300.000 Downloads hat das Rote Kreuz bereits mit seiner „Stopp Corona“-App verzeichnet, die es kostenlos für iPhone und Android gibt. Doch einfach nur Installieren bringt wenig bis gar nichts. Um ein Kontakttagebuch zu erstellen und andere Menschen im schlimmsten Fall warnen zu können, dass sie mit einer möglicherweise infizierten Person Kontakt hatten, muss man die App aktiv nutzen.

Um die digitalen Handshakes (händisch oder automatisch) machen zu können, muss man je nach Betriebssystem (Android bzw. iOS) verschiedene Dinge beachten. Wenn man selbst mit dem Virus infiziert wurde oder den Verdacht hat, erkrankt zu sein, gibt es unterschiedliche Handlungsweisen. Und auch, wenn man eine Benachrichtigung über einen Kontakt bekommt, muss man wissen, was dann zu tun ist. Wir zeigen hier, wie man das am besten macht.

1. Mit wem soll man überhaupt digitale Handshakes machen?

Mit Menschen, mit denen man zusammenwohnt, braucht es keine Vernetzung über die App. „Mit all jenen Menschen, mit denen Sie in Kontakt treten bzw. mit ihnen lokal zusammenkommen. Ein Fußgänger, der an Ihnen vorbeigeht, wohl eher nicht, sehr wohl aber Menschen, mit denen Sie in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, Arbeitskollegen, Meeting-Partner oder andere beruflichen oder privaten Kontakte, die sich nicht vermeiden lassen“, heißt es seitens Rotes Kreuz. Auch mit Familienmitgliedern, mit denen man nicht direkt zusammen lebt, ist ein digitaler Handshake sinnvoll.

2. Wie funktionieren die automatischen Handshakes?

Ein Handshake wird immer dann automatisch via Bluetooth ausgetauscht, wenn man mit einer Person einen bestimmten Mindestabstand unterschritten hat (< 2 Meter) und dies über eine längere Zeit erfolgt (länger als 15 min). Trifft das zu, so wird zwischen den Geräten ein Handschlag ausgetauscht und eine Vernetzung findet statt. Es können auch mehreren Begegnungen gleichzeitig erfolgen.

3. Was muss man am iPhone beachten?

Wenn die App im Hintergrund läuft, kann das iPhone zwar senden, aber nicht empfangen. Deswegen muss man die App in den Vordergrund holen, um einen „automatischen“ digitalen Handshake machen zu können.

4. Was muss man auf Android beachten?

Beim automatischen Handshake wird für die Geräteerkennung in eigenen Umfeld Bluetooth benötigt. Bei Android-Geräten muss man das der App über die Standort-Freigabe erlauben. Dann kann die App im Hintergrund sowohl senden als auch empfangen. Standortdaten werden dabei aber nicht abgefragt oder verarbeitet.

5. Wo werden welche Daten gespeichert?

  • Auf Servern: Bei einer Krank- oder Verdachtsmeldung wird die Telefonnummer des potenziell Infizierten erfasst und dann 30 Tage lang gespeichert. Außerdem werden statistische Daten erfasst – etwa, wie viele digitale Handshakes stattgefunden haben. Diese Daten werden nach 30 Tagen wieder gelöscht. Für die Speicherung dieser Daten verwendet Accenture im Auftrag des Roten Kreuzes Server der Microsoft-Cloud „Azure“, die in Frankfurt stehen. „Hier müssen Sie triftige Gründe vorbringen, wenn Ihre Telefonnummer vor Ablauf der 30 Tage nach der Infektionsmeldung gelöscht werden soll. Ansonsten haben wir keine Möglichkeit, Sie zu identifizieren, Ihre Bewegungen oder Ihre sozialen Kontakte nachzuvollziehen“, heißt es seitens Rotes Kreuz.
  • Auf Smartphones: In den Apps der Nutzer werden die User-IDs jener Smartphones gespeichert, mit denen digitale Handshakes durchgeführt wurden. Nach 30 Tagen werden die Daten automatisch gelöscht, weil sie dann für die Nachverfolgung der Kontakte nicht mehr relevant sind.

6. Was genau kann und soll man melden?

Es gibt derzeit zwei Fälle, in denen man per App seine Kontakte, mit denen man digitale Handshakes gemacht hat, warnen soll, und zwar bei:

  • Verdachtsfall nach Selbstdiagnose
  • Krankmeldung nach Arztbestätigung

Die Meldung erfolgt dann nicht etwa an eine Gesundheitsbehörde, sondern an die Kontakte der letzten zwei Tage, mit denen man einen digitalen Handshake gemacht hat.

7. Wie und wann melde ich einen Verdachtsfall?

Mittlerweile soll man nicht damit warten, bis man eine positive Testung hat, sondern bereits dann, wenn man selbst den Verdacht hat, an COVID-19 erkrankt zu sein. Und um einen berechtigten Verdacht zu haben, reicht eigentlich, den Symptom-Check in der App zu machen. Sowohl der Nutzer, der sich selbst einer Infektion verdächtigt, als auch seine Kontakte der letzten zwei Tage, sollen sich dann sieben Tage in Quarantäne begeben und bei Symptomen den Arzt kontaktieren.

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8. Wie funktioniert der Symptom-Check?

Der neue Symptom-Check in der App ist ziemlich kurz ausgefallen und besteht aus genau zwei Fragen. Die erste lautet „Wie geht es Ihnen heute?“ Beantwortet man sie mit „Ich habe Krankheitssymptome“, dann kommt die zweite Frage: „Haben sie wiederkehrenden, trockenen Husten ohne plausible Erklärung?“ Beantwortet man die Frage mit ja, dann rät die App dazu, einen Verdachtsfall zu melden.

9. Kann ich auch Entwarnung geben?

Ja natürlich. Da man ja beim Eigenverdacht auch falsch liegen kann, kann man den Gewarnten auch eine Entwarnung schicken. Dafür gibt es in der App eine einfach zu findende Funktion.

10. Wie und wann melde ich eine Erkrankung nach einer ärztlichen Bestätigung?

Sollte eine Corona-Infektion medizinisch nachgewiesen worden sein, dann sollte man sich in der App schleunigst krank melden, damit die Kontakte der letzten zwei Tage gewarnt werden. Für die Krankmeldung muss man keine Bestätigung eines Arztes oder dergleichen in die App hochladen – man bestätigt per Hakerl lediglich, dass man die Angaben wahrheitsgemäß tätigt.

Beim Einsetzen von Symptomen sollten die Gewarnten dann den Hausarzt telefonisch kontaktieren oder die Hotline 1450 anrufen. In medizinischen Notfällen ist die 144 zu kontaktieren.

11. Was ist zu tun, wenn man eine Beanchrichtigung über einen Kontakt zu einem Verdachtsfall oder zu einem Infizierten hatte?

In beiden Fällen sollte man sich schleunigst in Heimquarantäne begeben. „Wenn Sie die Nachricht erhalten, dass einer ihrer Kontakte an Corona erkrankt ist oder der Verdacht einer Erkrankung besteht, ist es daher wichtig, dass sie nun mit so wenig Menschen wie möglich in Kontakt kommen. Im besten Fall und wenn möglich begeben sie sich daher in Selbstquarantäne. Beobachten Sie zudem, ob Symptome auftreten und kontaktieren Sie im Falle des Falles telefonisch ihren Hausarzt oder 1450“, heißt es seitens Rotes Kreuz. Die Quarantänezeit sollte wie folgt dauern:

  • Kontakt zu Corona-Infizierten: 14 Tage
  • Kontakt zu Verdachtsfall: 7 Tage

12. Wann braucht die App Zugriff auf das Mikrofon?

Beim manuellen Handshake, den zwei Nutzer händisch über die App auslösen müssen, wird zusätzlich zu Bluetooth ein Ultraschallgeräusch versendet, damit sich die beiden Smartphones einfacher finden. Für den automatischen Handshake ist nur Bluetooth, aber kein Mikrofon notwendig.

13. Warum gerade 54 Stunden?

„Treten bei einem Menschen Symptome auf, die auf das Corona-Virus deuten, wissen wir aus den aktuellen Berichten, dass eine Ansteckung bis zu zwei Tage vor dem ersten Auftreten der Symptome, bereits erfolgt sein kann. Daher werden all ihre Kontakte der letzten zwei Tagen anonym informiert, genauer gesagt sind es die Personen mit denen in den letzten 54 Stunden Kontakt bestanden hat“, heißt es seitens Rotes Kreuz.

14. Wer bezahlt die Entwicklung der App?

Die Uniqa Privatstiftung hat zwei Millionen Euro für die Entwicklung und die Bewerbung der App springen lassen. Umgesetzt wird die Software von Accenture Österreich. Mehr Infos dazu gibt es hier.

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