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Stopp Corona: Automatischer Handshake funktioniert endlich auf allen Smartphones

© Photo by Adam Nieścioruk on Unsplash
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Durch die Integration der neuen Schnittstelle von Apple und Google ist die „Stopp Corona“-App des Roten Kreuzes nun in der Lage, auch auf iPhones automatische Handshakes zu machen. Bisher war auf iOS-Geräten notwendig, die App im Vordergrund laufen zu lassen, um Contact Tracing via Bluetooth zu ermöglichen. Bisher wurde die App insgesamt 680.000 Mal auf iOS- und Android-Geräten geladen.

Mit maximal 680.000 Nutzern in Österreich sind es nun höchsten 8,5 Prozent der Bevölkerung, die die App installiert haben und so mittels Kontakttagebuch anonym festhalten können, ob sie mit einem Corona-Infizierten bzw. einem Verdachtsfall in den letzten Tagen Kontakt hatten. In Deutschland sind es mittlerweile etwa 15 Prozent der Bevölkerung, die die dortige Corona-Warn-App haben. In Österreich läuft heute deswegen eine große Werbekampagne an, um mehr Menschen zur Nutzung zu bewegen.

Neue Entwarnungs-Funktion

„Wenn wir jetzt mit Werbung und Mundpropaganda beginnen, dann werden die Menschen diese App auch benutzen“, sagt Gerry Foitik vom Roten Kreuz. Vorbehalte gibt es bisher vor allem wegen Überwachungsängsten, Zweifel an der Nützlichkeit und Datenschutzbedenken. Doch durch Nachbesserungen und die Überprüfung durch Datenschützer sollten nun wenigsten zwei dieser drei Bedenken ausgeräumt sein. Die App ist nun so gebaut, dass das Kontakttagebuch nicht mehr einsehbar ist, und rotierende IDs sollen für zusätzliche Privacy sorgen. Und punkto Nützlichkeit: Es gibt nun auch eine neue Entwarnungs-Funktion, um andere über Falschmeldungen zu informieren, sollte sich ein Verdachtsfall nicht erhärten.

Was die App immer noch nicht kann: Mit den Apps aus anderen Ländern kommunizieren. „Das Ziel wird noch verfolgt, Voraussetzung ist dafür, dass es einen internationalen Standard gibt“, sagt Michael Zettel von Accenture – das Unternehmen, das die App entwickelt und umsetzt. Derzeit ist es noch so, dass etwa deutsche Urlauber die österreichische Stopp-Corona-App installieren können, und umgekehrt Österreicher die deutsche Corona-Warn-App installieren müssen. Jedenfalls sei durch die Integration der Apple-Google-Schnittstelle das Fundement für Interoperabilität gelegt: „Die Nutzung dieser Schnittstelle versetzt uns in die Lage, grenzüberschreitenden Nutzen zu stiften“, so Foitik.

Die Stopp-Corona-App mit Krankmeldung. © Trending Topics
Die Stopp-Corona-App mit Krankmeldung. © Trending Topics

Neue Plattform soll Zukunft der App bestimmen

Wie wird es nun mit der App weitergehen? Künftig soll das nicht die Entscheidung des Roten Kreuzes alleine sein. „Wir haben uns dazu entschieden, dass wir eine breite gesellschaftliche Plattform gründen wollen“, sagt Foitik. Bereits am 7. Juli soll es eine konstituierende Sitzung geben. Sozialpartner, Parteien, Interessensvertretungen, Unternehmensvertreter, religiöse Gemeinschaften – bei der Plattform sollen künftig möglichst viele zivilgesellschaftliche Organisationen und Stakeholder Mitspracherecht haben, wie „Stopp Corona“ weiter funktionieren soll. „Die App gehört nicht dem Roten Kreuz, sondern den Österreichern.“

Bei der Plattform wird es also Mitbestimmung geben, allerdings auch nur bis zu einem gewissen Punkt. „Es muss natürlich zu den gesundheitsbehördlichen Strategien passen“, sagt Foitik. Die Barrierefreiheit der App müsse noch verbessert werden, da etwa wäre Input gefragt.

Wurde die App zu früh veröffentlicht?

Mittlerweile gibt es nun also die dritte Version der App, die Download-Zahlen liegen verhältnismäßig aber deutlich hinter jenen in Deutschland – und das, obwohl die App in Österreich bereits seit vielen Monaten zu haben ist, in Deutschland aber erst seit vergangener Woche. „Die frühe Veröffentlichung hat dazu geführt, dass immer wieder Nachbesserungen notwendig waren“, sagt Foitik. Man hätte schnell sein wollen, was aber auch dazu geführt hätte, dass es bald eine politische Diskussion über eine Verpflichtung zur Nutzung gab. „Diese Diksussion hätten wir uns vielleicht erspart, wenn wir die App erst im Juni gebracht hätten.“

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