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Lean-Startup-Erfinder Steve Blank: „Ein Startup ist ein Akt der Aggression“

© Pioneers
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Wer heute nach dem „Lean Startup“-Prinzip arbeitet, der hat das vor allem einem Mann zu verdanken: Steve Blank. Das Silicon-Valley-Urgestein, das mehrere Startups mitgründete und später an der renommierten Universität Stanford unterrichtete, hat den Begriff, den später sein Student Eric Ries kommerziell verbreitete, geprägt. „Lean Startup“ bedeutet, eine Geschäftsidee als wissenschaftliche Hypothese anzusehen, die es möglichst schnell zu verifizieren oder zu falsifizieren gilt. Diese Überprüfung sollte dabei möglichst kostengünstig erfolgen – also mit einem schlanken Team.

Diese Woche hat Blank, der unter anderem bei Pixar, ESL und Rocket Science Games arbeitete sowie auch an der University of California und an der Columbia-Universität wirkte, den Pioneers Community Event in Wien besucht. Dabei hat er dem Publikum Einblicke in sein Denken gegeben.

Sich kaufen lassen

Blank zufolge würden Gründer im Silicon Valley heute viel weniger oft einen Börsengang anstreben als früher. Heute sei das vorrangige Ziel vor alle, sich von einem größeren Unternehmen schlucken zu lassen. „Die meisten Startups im Valley heute werden aufgekauft“, so Blank. „Vor allem in Verticals wie Medizingeräte oder Diagnostik denkt heute niemand mehr an einen IPO. Als Gründer musst du also darüber nachdenken, wer dich aufkaufen könnte, und warum.“

In Folge gab Blank einige Tips, wie man einen solchen Exit vorbereiten kann. Zu Beginn müsse man sich eine Liste von 20 bis 50 Unternehmen anlegen, die als Käufer in Frage kommen. In einem nächsten Schritt müsse man deren Mitarbeiter identifizieren, die für Scouting und Akquisitionen zuständig sind – und auch, zu welchen Events diese gehen oder welche Magazine sie lesen. „Dann wird es Zeit, in die Presse zu kommen oder bei diesen Events aufzutauchen“, so Blank.

Weniger Risiko

Über die Nachteile des Fokus von Gründer auf einen Exit hatte Blank ebenfalls einige Weisheiten parat. „Wenn der Exit dein Denken dominiert, dann tendierst du dazu, weniger Risiko einzugehen und mit weniger Leidenschaft ans Werk zu gehen“, so der US-Unternehmer. Auch auf die eigene Belegschaft hätte eine Exit-Strategie Auswirkungen. „Wenn man allen Leuten im Startup erzählt, dass man verkaufen will, dann killt das die Motivation.“

Wer ein Startup machen will, der solle sich immer ganz konkret auf sein Ziel fokussieren und alles andere möglichst ausblenden. „Die musst alles zwischen dir und deinem Ziel aus dem Weg räumen – wenn nötig mit Gewalt“, so Blank. „Ein Startup ist ein Akt der Aggression. Es ist keine höfliche Aktivität.“

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