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Steinberger-Kern klagt Magazin „alles roger?“ wegen Artikel über „rotes Fördernetzwerk“

Eveline Steinberger-Kern auf einer Start-up-Veranstaltung. © Female Founders/Ursula Schmitz
Eveline Steinberger-Kern auf einer Start-up-Veranstaltung. © Female Founders/Ursula Schmitz

In der neuesten Ausgabe des Magazins alles roger?, die morgen Freitag erscheint, wird in einem Artikel mit dem Titel „SPÖ-Politikerfrauen im Netzwerk der Geldflüsse“ über Unternehmerin Eveline Steinberger-Kern und ihr Engagement in der österreichischen Startup-Szene berichtet. In dem Bericht soll dem Magazin zufolge das „weitläufige rote Fördernetzwerk rund um die Kanzler-Gattin“ aufgedeckt werden. Es sollen darin Verbindungen von Steinberger-Kern zum von der Stadt Wien mit 277.000 Euro geförderten Startup-Hub weXelerate, zur Plattform „Weil‘s um was geht“, zu Eva Czernohorszky von der Wirtschaftsagentur Wien, zur Blue Minds Solutions GmbH und zur Innovation Club Network GmbH dargestellt werden. Auch erwähnt wird der Konkurs der Wiener Firma MeinKauf GmbH, die viele Fördergelder von FFG und aws bekommen hat (Trending Topics berichtete).

Der Artikel, der via APA-OTS angekündigt wurde, ist aus Sicht von Steinberger-Kern „falsch“ und würde ihren „Ruf schädigen“, wie sie gegenüber Trending Topics sagt – deswegen würde sie klagen. „Gegen die Urheber der gestrigen OTS von „alles roger?“ habe ich im Hinblick auf diese vorsätzliche falsche Ruf- und Kreditschädigung rechtliche Schritte eingeleitet“, so Steinberger-Kern. Es handle sich um „wahlkampftaktisch motivierte Unterstellungen“ vom „politischen Mitbewerb“. Die „wiederholten Angriffe“ auf ihre Person und ihre unternehmerische Tätigkeit würden jeder Grundlage entbehren.

„Nicht klagbar“, „es kommt noch viel dicker“

“Jeder Satz der Geschichte stimmt, da ist nichts klagbar”, sagt ein Sprecher von „alles roger?“ gegenüber Trending Topics. “Wir hätten die Geschichte nicht gemacht, wenn sie eine private Person wäre, aber sie ist eine Person des öffentlichen Lebens.” Das Monatsmagazin wolle auf seiner Webseite noch eine Fortsetzungsgeschichte bringen, „da kommt es noch viel dicker“. Warum Steinberger-Kern glaube, dass der Artikel wahlkampftaktisch motiviert sei, versteht man bei „alles roger?“ nicht. “Wir sind ein unabhängiges Magazin, es gibt keinen politischen Einfluss bei uns”, heißt es.

In einer neuen Aussendung weist „alles roger?“ darauf hin, dass es sich „um recherchierte Fakten ohne jeglichen ehrenrührigen oder gar kreditschädigenden Vorwurf“ handle. Man lasse sich nicht „mundtot machen“ und würde „weiter kritisch berichten“.

„Untergriffiger Wahlkampf“

„Um jegliche Interessenskonflikte zu vermeiden, weil mein Mann in die Politik gegangen ist, habe ich bereits 2016 meine Anteile an der Blue Minds Solutions GmbH verkauft. Mal ehrlich, würde man so breites Interesse an meiner Person und meinen beruflichen Aktivitäten haben, wenn ich nicht privat mit dem Bundeskanzler der Republik Österreich verheiratet wäre, der aktuell in einem intensiven und über weite Strecken durchaus auch untergriffigen Wahlkampf steht?“, so Steinberger-Kern gegenüber Trending Topics.

Die Blue Minds Solutions GmbH ist laut Firmenbuch zu 17,6 Prozent an der weXelerate GmbH beteiligt und hat über das aws Jumpstart-Programm eine Förderung durch die staatliche Förderbank für den Startup-Accelerator „Blue Minds Factory“ bekommen. Steinberger-Kern war dort bis Ende 2016 Geschäftsführerin.

Heute ist Steinberger-Kern nach wie vor Eigentümerin und Geschäftsführerin der Blue Minds Company GmbH. „Die The Blue Minds Company GmbH gehört zu 100 Prozent mir und beschäftigt sich mit der Entwicklung von eigenen Startups. Darüber hinaus investiert diese Gesellschaft auch in Startups“, so die Unternehmerin. „Meine Gesellschaft The Blue Minds Company GmbH hat keine Jumpstart-Förderung erhalten.“ Steinberger-Kern sitzt auch im Beirat von weXelerate, bekomme für diese ehrenamtliche Arbeit aber „keinen Cent“.

Was ist „alles roger?“

Das Magazin wurde 2014 von Excalibur-City-Betreiber Ronnie Seunig gegründet, erscheint Angaben der Firma zufolge monatlich in einer durchschnittlichen Auflage von 200.000 Stück und bezeichnet sich als „Querformat für Querdenker‎“ mit „progressiven, aufwühlenden, interessanten, aufklärenden, hinterfragenden und humorvollen“ Inhalten.

“Auffällig sind ein Hang zu Verschwörungstheorien, deutliche Sympathien für die FPÖ sowie eine ablehnende Haltung gegenüber den Grünen und der SPÖ”, sagt Bernhard Weidinger aus der Rechtsextremismus-Abteilung des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW). “Die in weiten Teilen eher unpolitische Berichterstattung wird mit ideologiegesättigten Artikeln vermischt, die bisweilen durchaus dem entsprechen, was in rechtsextremen Medien zu lesen ist.” Das DÖW ist seit 1983 eine Stiftung, die gemeinsam von der Republik Österreich, der Stadt Wien und dem Verein Dokumentationsarchiv getragen wird.

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