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Jahresabschluss

startup300 AG verzeichnete 2019 Millionenverlust

Michael Eisler und Bernhard Lehner. © startup300, Montage Trending Topics
Michael Eisler und Bernhard Lehner. © startup300, Montage Trending Topics

Der Jahresabschluss der an der Wiener Börse im direct market plus notierten startup300 AG aus Linz ist da – und weist für das Geschäftsjahr 2019 einen Millionenverlust aus. Das Vorjahr, in dem der Startup-Ökosystem-Betreiber viele Zukäufe konsolidierte, brachte negatives Ergebnis nach Steuern von 1,381 Millionen Euro. Der Umsatz, der durch Verschmelzungen von vier Tochterunternehmen nun in der startup300 AG ausgewiesen wird, liegt bei 4,532 Millionen Euro. Das Papier des Unternehmens liegt mit einem Preis von etwa 3,6 Euro je Aktie so tief wie nie zuvor.

Zusammen mit den beiden anderen Unternehmen der Gruppe, die Crowdinvesting-Plattform Conda und die Förderberatungsagentur The Minted, kommt startup300 auf insgesamt 6,02 Millionen Euro Umsatz. Nach den vielen Zukäufen und Verschmelzungen sieht das Firmenkonstrukt so aus:

Das negative Ergebnis ist auch auf das Pioneers Festival zurück zu führen, das von der Tochter JFDI GmbH bis 2019 durchgeführt wurde. Weil die Bereitschaft für den Kauf von Tickets und für Sponsorings durch große Unternehmen zurück gegangen ist, musste man für den Geschäftsbereich ein Minus von 500.000 Euro hinnehmen. Die Startup-Konferenz machte jedenfalls einen Umsatz von etwa 1,2 Millionen Euro.

Teure Verschmelzung von Übernahmen

Auch die Verschmelzung von vier Gesellschaften – think300, factory300, Startup Live wurden mit der JFDI GmbH verschmolzen, war teuer – dadurch entstand ein einmaliger Verschmelzungsverlust von 3,584 Millionen Euro. Zusammen mit dem Minus liegt der Jahresfehlbetrag damit bei satten fünf Millionen Euro. Auf der Habenseite steht die 2019 erfolgte Kapitalerhöhung von etwa drei Millionen Euro durch den Einstieg der grosso tec AG von Erhard Grossnig und Hannes Niederhauser.

Geld brachte dieses Jahr im März der Exit einer Startup-Beteiligung, was der startup300 AG einen Verkaufspreis von 622.000 Euro und somit einem Erlös von 487.000 Euro einbrachte. Viel Hoffnung wird in die neue Marke zero21 gelegt. 2zero21 ist ein Vorteilsclub für Entrepreneure, Startups und digitale Talente, in dem aktuell die Leistungen der startup300-Gruppe sowie mehr als 80 externer Partner zusammengefasst werden“, heißt es seitens des Unternehmens – nennenswerte Umsätze wurden damit aber noch nicht erzielt.

COVID-Krise könnte Marktbegleiter schwächen

Im ersten Quartal 2020 hat die startup300-Gruppe mit Tochterunternehmen ein vorläufiges positives EBT von 253.000 Euro (vorläufiges EBITDA -175.000 Euro) erzielt. Auf Grund der COVID-19 Krise und der Auswirkungen auf die Wirtschaft kann derzeit kein Ausblick auf die Entwicklung der Finanzzahlen für 2020 gegeben werden. Auch das Geschäft mit Coworking Spaces dürfte sich nach einem starken Beginn 2020 eher schlecht entwickeln, auch die Nachfrage nach Corporate Consulting ist stark eingebrochen.

Dem Lagebericht zufolge wurde Kurzarbeit beim AMS angemeldet und „vorsichtshalber“ Gespräche mit Banken für die Finanzierung mit Überbrückungskrediten mit aws-Haftung. Generell habe man eine Kapital- und Finanzierungsstruktur, um Verluste der Krise ausgleichen zu können. Der Vorstand rechnet auch damit, dass Marktbegleiter nicht breit aufgestellt sein könnten, um die Krise überstehen zu können – daraus könnten sich weitere Zukäufe ergeben, heißt es abschließend im Lagebericht.

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