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Startup-Szene: „Wir befinden uns in einer Phase der Bereinigung“

Andreas Kern (Wikifolio), Michael Altrichter, Werner Wutscher, Dahlia Prezosa (Post) und Selma Prodanovic am Podium. © Marcella Ruiz Cruz
Andreas Kern (Wikifolio), Michael Altrichter, Werner Wutscher, Dahlia Prezosa (Post) und Selma Prodanovic am Podium. © Marcella Ruiz Cruz

Herbert Gartner ist „Business Angel des Jahres“, Heinrich Gröller „Newcomer des Jahres“, Hermann Hauser „Co-Investor des Jahres“ und Madgalena Hauser „Supporter des Jahres“: Bei der Fünf-Jahres-Feier der Austrian Angel Investor Association (aaia) am Dienstag Abend in Wien wurden nicht nur die wichtigsten Persönlichkeiten des Jahres ausgezeichnet, sondern es gab auch Raum für Selbstreflexion.

Unter Anwesenheit von Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP), Investoren wie Hansi Hansmann, Michael Altrichter (startup300) oder Oliver Holle (Speedinvest) sowie Vertretern vieler Unternehmen, Organisationen und Medien wurde auch darüber gesprochen, wie sich die Startup-Szene in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat und wo die Probleme liegen.

Hansi Hansmann, Harald Mahrer und Lisa Fassl. © Marcella Ruiz Cruz
Hansi Hansmann, Harald Mahrer und Lisa Fassl. © Marcella Ruiz Cruz

„Es gab einen Hype“

„Es gab einen Hype, und jetzt befinden wir uns in der Phase der Bereinigung“, sagte Business Angelina Selma Prodanovic. „Es werden Dinge in den nächsten Jahre verschwinden und es werden neue dazukommen.“ In Österreich hätte der Startup-Trend erst spät eingesetzt, aber mit großen Erfolgen wie den Exits von Runtastic, Shpock und mySugr hat das kleine Land in Europa aufzeigen können. Doch noch fehlt der Branche ein wirkliches Standing im Ausland. „Man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen und man muss verstehen, dass wir Teil von etwas Größerem sind“, sagte Prodanovic, Mitgründerin und Vorstand der aaia.

Business Angel Werner Wutscher (New Venture Scouting), ebenfalls im Vorstand der aaia, pflichtete ihr bei. „Es geht nicht nur um die Beweihräucherung und die Nabelschau im eigenen Kreis“, sagte Wutscher. Die junge Branche müsse noch viel stärker den Dialog mit der gesamten Gesellschaft suchen und besser vermitteln, wie Startups mit der Digitalisierung und der Schaffung von Arbeitsplätzen der Wirtschaft helfen könne. Komplett ernst genommen sieht er die Startup-Szene noch nicht überall, vielmehr werde der hippe Begriff auch ganz gerne instrumentalisiert. „In der Politik wird das Thema oft als Mäntelchen herumgetragen“, sagte Wutscher.

Andreas Kern (Wikifolio), Michael Altrichter, Werner Wutscher, Dahlia Prezosa (Post) und Selma prodanovic am Podium. © Marcella Ruiz Cruz
Andreas Kern (Wikifolio), Michael Altrichter, Werner Wutscher, Dahlia Prezosa (Post) und Selma Prodanovic am Podium. © Marcella Ruiz Cruz

Die Wirtschaft jedenfalls braucht man vom Thema scheinbar nicht mehr überzeugen. “Wir haben einen Druck im Markt. Die Leute werden keine Briefe mehr schreiben“, sagte Dahlia Prezosa von der Post AG, die schon seit längerem die Kooperation mit Startups sucht. „Ohne Innovationen werden wir nicht überleben. Bedenken müssen wir mit Hilfe von außen umdrehen.“

Forderung nach mehr Geld

Die aaia gab im Rahmen der Veranstaltung einige Zahlen bekannt. Die mehr als 200 Mitglieder in Österreich hätten bis dato im Schnitt 970.000 Euro Investment locker gemacht, mehr als 80 Millionen Euro seien über das Netzwerk für Investments aufgestellt worden. Die Ticketgrößen der Mitglieder liegen pro Investment im Schnitt bei 120.000 Euro. Wesentlich trägt dazu natürlich Business Angel Hansi Hansmann, Vorstandsvorsitzender der aaia. Er wurde im Rahmen der Veranstaltung von Wirtschaftsminister Mahrer mit besonderem Dank bedacht.

Doch Geld für Startups kann es aus Sicht von Business Angels nie genug geben. „Wir wissen, dass das Vermögen der Österreicher 1.000 Milliarden Euro groß ist. Können wir davon bitte 0,1 Prozent davon haben, dann hätten wir eine Milliarde“, sagte Investor Michael Altrichter von startup300. Das mit dem Geld, bestätigte auch Wikifolio-Gründer Andreas Kern, sei so eine Sache. Nach wie vor sei es schwierig, wirklich gute Leute als Mitarbeiter zu gewinnen, weil die Lohnnebenkosten in Österreich so hoch seien.

© Marcella Ruiz Cruz
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