DLD 2016

Starship: Paket-Roboter soll Preis für Zustellung auf einen Euro senken und mit 6 km/h am Gehsteig fahren

Der Shartship-Roboter kann Lebensmittel kühl halten. © Jakob Steinschaden
Der Shartship-Roboter kann Lebensmittel kühl halten. © Jakob Steinschaden

Er krebst mit etwa sechs km/h die Straße entlang, scannt mit neun Kameras die Umgebung und hat eine ganz wichtige Lieferung in seinem Bauch: Der Lieferroboter von Starship Technologies, den sich die beiden Skype-Mitgründer Ahti Heinla and Janus Friis ausgedacht haben, soll dieses Jahr in ersten Tests in Großbritannien und den USA zum ungewohnten Blickfang für Passanten werden. Der autonom fahrende Roboter, der wie ein zu groß geratenes Kinderspielzug wirkt, soll ein ehrgeiziges Ziel erreichen: Heinla und Friis wollen den Preis von Lieferungen von Paketen oder auch Lebensmitteln auf einen Euro senken und ihre Roboter in den Dienst von Lieferdiensten, Online-Shops oder Handelsketten stellen.

„Unsere Lieferroboter sollen Pakete in Vororten an die Haustüre liefern“, sagt Starship-CEO Heinla im Gespräch mit TrendingTopics.at im Rahmen der Münchner DLD-Konferenz. „Sie fahren auf dem Gehsteig in Gehgeschwindigkeit.“ Der automatisierte Ersatz für den Postboten soll laut Heinla pro Akkuladung eine Distanz von einigen wenigen Kilometern (ein Kilometer dauert etwa 15 Minuten) schaffen und für Konsumenten zwei entscheidende Vorteile bieten: Sie können bestimmen, wohin und wann der Paketroboter kommt. Da der rollende Computer keine Stufen schafft, ist sein Einsatzgebiet auf Gegenden mit Einfamilienhäusern beschränkt, wo er vor die Haus- oder Gartentüre fahren kann. Stiegen schaffen die Roboter nicht.

Starship-CEO Ahti Heinla mit seiner Schöpfung. © Jakob Steinschaden
Starship-CEO Ahti Heinla mit seiner Schöpfung. © Jakob Steinschaden

Beliebter als Flugdrohnen

2016 ist für Testläufe vorgesehen, wofür Starship Technologies „einige Dutzend“ der Roboter produziert. Ab 2017, sofern die Verhandlungen mit potenziellen Partnern positiv verlaufen, wolle man mehrere tausend Geräte herstellen. „Das Interesse von möglichen Partnern ist sehr groß, weil wir die Kosten pro Lieferung drastisch senken können“, so Heinla. Der große Vorteil gegenüber Flugdrohnen, die in Zukunft ebenfalls Pakete zustellen sollen, sei, dass der fahrende Roboter nicht so strikten Regulatorien unterliegt. Zwar sei der Paket-Roboter in Deutschland verboten, in Österreich hingegen aber erlaubt. Und: „Die Leute mögen ihn, während viele vor Drohnen, die über den eigenen Garten fliegen, Angst haben“, so Heinla.

In punkto Sicherheit sieht der Starship-CEO keine Probleme. Das zu liefernde Paket sei sicher im Inneren des Roboters verschlossen, der kleine Kofferraum könne nur mit dem Smartphone des Empfängers geöffnet werden. Der ganze Roboter, der etwa 50 Kilo wiegt, könne natürlich gestohlen werden, allerdings würde er permanent seine Position per mobilem Internet senden und sofort melden, wenn er von seiner Route abgebracht wird. Zusätzlich könnte über die Lautsprecher ein Alarmsignal ausgelöst werden, was potenziell Diebe zumindest verunsichern könne.

Wie viel ein Roboter kostet und mit welchen Händlern man derzeit verhandelt, wollte Heinla im Gespräch nicht verraten. Dass er über die Gesetzeslage in Österreich Bescheid wusste, lässt zumindest erahnen, dass das Start-up dort Kundschaft wittert.

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