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Stappone: Vorarlberger Startup ersetzt Fitness-Tracker durch intelligente Schuheinlage

Stappone und die Fitness-App © Adrian Almasan

Das Vorarlberger Startup Stapptronics hat einen ungewöhnlichen Fitnesstracker entwickelt. Stappone ist eine Schuheinlage, die über Sensoren ganz genau Gewichtsverteilung und Bewegungsablauf misst. Eine App liefert dann Daten wie man das von klassischen Fittnessarmbändern kennt: Kalorienverbrauch, zurückgelegte Schritte, gefahrene Fahrradkilometer, etc. Durch das Tracking über die Fußsohle ist Stappone aber nicht nur in diesen Bereichen genauer, es liefert auch Daten zu Fehlhaltungen, Fuß- und Rückenschmerzen und Muskel-Skelett-Schwächen.

Die eigenen Rückenschmerzen brachten Krimmer auf die Idee

„Meine eigenen Rückenschmerzen haben mich auf die Idee gebracht“, sagt Stapptronics-Gründer Peter Krimmer im Gespräch mit Trending Topics. Krimmer war in seinem alten Job bei einem Automobilzulieferer zu beschäftigt, um genug Bewegung in seinem Alltag unterzubringen. „Ich bin auch nicht der Typ für Fitness-Apps und Wearables, die darauf ausgelegt sind, Ergebnisse zu sharen“, erklärt Krimmer. Gemeinsam mit seinem Freund Philipp Olbricht, der bereits bei einigen Startups Erfahrung als Entwickler gesammelt hatte, hat er sich an die Arbeit gemacht, etwas zu entwickeln, das auch für ihn passt. Die Dritte im Bunde ist Silvia Strell, eine Podologin. Krimmer: „Wir wollten ihr Hirn auf den Chip bringen“.

Das Stapptronics-Team: Philipp Olbricht, Sylvia Strell und Peter Krimmer. © Stapptronics
Das Stapptronics-Team: Philipp Olbricht, Sylvia Strell und Peter Krimmer. © Stapptronics

Rund zwei Jahre dauerte die Entwicklung der intelligenten Schuheinlage dann. Das Ergebnis ist eine Korkeinlage mit Textiloberfläche, in die die Sensorik eingestickt ist. Krimmer: „Dadurch ist die Einlage langlebiger als Modelle, bei denen die Sensorik auf Plastik gedruckt wird“. Stappone ist mit Drucksensoren, GPS und einem Beschleunigungssensor ausgestattet.

Nutzer können Daten an den Arzt weiterleiten

Die App gibt dann – neben dem klassischen Fitness-Tracking – zum Beispiel Aufschluss darüber, ob der Nutzer den Vorfuß zu stark belastet, nicht richtig abrollt oder einen Senk- oder Knickfuß hat und empfiehlt entsprechende Übungen. Dadurch ist Stappone auch für Ärzte interessant. In der Ordination bekommen Orthopäden nämlich immer nur eine Momentaufnahme des Fußes und zwar in einer Situation, in der der Patient vermutlich gar nicht natürlich auftritt. „Nutzer von Sappone können ihre eigenen Daten exportieren und an einen Arzt weiterleiten, wenn sie das möchten“, erklärt Krimmer.

In den vergangenen Wochen hat Stappone via Kickstarter rund 42.000 Euro eingesammelt und die Produktion in verschiedenen Firmen in Österreich ist angelaufen. Im August werden die ersten Einlegesohlen ausgeliefert. Bis die Firma einen eigenen Webshop eingerichtet hat, ist Stappone nun über Indiegogo erhältlich. Ein Sohlenpaar kostet dort 189 Euro – später sollen es 250 Euro sein. Bisher kamen 21 Prozent der Vorbesteller aus Österreich, gefolgt von 14 Prozent aus den USA. Überrascht war Krimmer von dem Zuspruch aus Japan, wo einige Medien über die Einlage berichteten und sogar Anfragen für Vertriebspartnerschaften bei Stapptronics einlangten.

Bisher ist das Startup eigenfinanziert und laut Krimmer soll das so lange wie möglich so bleiben. „Wir sind derzeit nicht auf Investorensuche“, stellt er klar. Für die Zukunft will er eine Investmentrunde aber nicht ausschließen.

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