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Stablecoins werden in der EU ab 5 Millionen Euro eine Zulassung brauchen

© Stanislaw Zarychta on Unsplash
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Wenn die EU vor einem im digitalen Bereich Angst hat, dann vor folgendem Szenario: Eine Kryptowährung aus der Hand eines privaten Unternehmens wird so schnell so populär, dass sie dem Euro im Zahlungsverkehr den Rang abläuft. Deswegen hat die EU-Kommission in einem Entwurf zur Regulierung von Crypto-Assets auch neue, scharfe Regeln für Firmen vorgeschlagen, die so genannte Stablecoins auf den Markt bringen.

Stablecoins, wie man sie in erster Linie als Tether (USDT) und Libra von Facebook und seinen Partnern kennt, werden heute wenig bis gar nicht zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen verwendet. USDT ist ein Werkzeug für Crypto-Trader, um ihr Guthaben in einem stabilen Wert zu parken und von dort aus schnell in Bitcoin, Ethereum und Co zu investieren, und ob Libra jemals wirklich auf den Markt kommt, steht in den Sternen.

Nicht einfach verbieten

Die EU-Kommission weiß aber auch, dass man die technische Innovation nicht aufhalten können wird und will Stablecoins deswegen nicht einfach verbieten – auch, weil man ja selbst einmal den elektronischen Euro angehen könnte (CBDCs sind im Kommen). Stattdessen werden sich Unternehmen, die Stablecoins anbieten, künftig eine Lizenz holen müssen. Und zwar dann, wenn sie mehr als 5 Millionen Euro über einen Zeitraum von 12 Monaten in Umlauf bringen. Diese Lizenz wird dann natürlich an strenge Auflagen geknüpft sein.

Damit ist klar: Facebook und Konsorten werden Libra nicht einfach mal so auf den europäischen Markt bringen können, und was das für Tether und die Firmenkonstrukte im Hintergrund bedeutet, ist noch gar nicht abzusehen. Tether (USDT) hält mittlerweile bei einer Marktkapitalisierung von mehr als 15 Milliarden Dollar, fällt also eindeutig unter die Lizenzpflicht. Werden sich Tether Holdings Limited, Crypto Capital und Bitfinex freudig um eine EU-Lizenz bemühen und die Regulierer hinter die Kulissen blicken lassen? Besser abwarten.

Abwarten ist übrigens ein gutes Stichwort. Der Entwurf der EU-Kommission zu MiCA (Markets in Crypto-Assets) ist nun Diskussionsgrundlage für eine Verordnung, die frühestens 2022 kommen wird. Und weil die Mitgliedsstaaten und ihre Finanzminister da noch viel mitreden werden, wird das Papier sich auch noch mehrmals ändern.

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