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US-Banken sollen eigene Stablecoins herausgeben dürfen

Dollar. © Giorgio Trovato on Unsplash
Dollar. © Giorgio Trovato on Unsplash

In den USA kommt aktuell enorm viel Bewegung in die Regulierung von Krypto-Assets hinein. Zuerst hat die scheidende US-Regierung bzw. einige ihrer Beamten dafür gesorgt, das Ripple wegen XRP (Kryptowährung oder Wertpapier?) von der SEC verklagt wird, dann hat das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) des US-Finanzministerium strengere Regeln für die Dokumentation von Krypto-Transaktionen in Aussicht gestellt – und jetzt sorgt ein neuer Vorschlag des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) für Aufsehen.

In einem neu veröffentlichten Dokument schlägt die OCC, die in den USA für die Überwachung der Kreditinstitute zuständig ist, vor, dass Banken ihre eigenen Stablecoins herausgeben können sollen. Stablecoins sind, kurz gesagt etwa Krypto-Assets, die digitale Repräsentationen einer Fiatwährung darstellen, aber digital schneller und günstiger als etwa Geldscheine oder Münzen für Bezahlungen verwendet werden können.

Stablecoins wachsen stark

Tether (USDT) ist aktuell der beliebteste Stablecoin am Markt und wird von Tradern auf Crypto-Exchanges anstatt von Dollar dazu verwendet, um Bitcoin, Ether und Co zu kaufen. Auch Coinbase hat in Zusammenarbeit mit Circle den Stablecoin USD Coin (USDC) kreiert. Sowohl USDT als auch USDC sollen durch Dollar im gleichen Wert gedeckt sein – wobei es aber vor allem bei Tether einige Zweifel darüber gibt (Trending Topics berichtete).

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Nach Ansicht der OCC sollen US-Banken also Stablecoins ausgeben können, mit denen ihre Kunden Zahlungen durchführen können – so wie sie es auch mit Debitkarten oder Schecks tun, die sie ebenfalls von Banken zur Verfügung gestellt bekommen. Wörtlich heißt es in dem Dokument:

„A bank may use stablecoins to facilitate payment transactions for customers on an INVN, including by issuing a stablecoin, and by exchanging that stablecoin for fiatcurrency. In this context, stablecoins function as a mechanism of payment, in the same waythat debit cards, checks, and electronically stored value (ESV) systems convey paymentinstructions. Banks have long used cashiers’ checks, travelers’ checks, and other bearerinstruments as a means of facilitating cashless payments […]

INVNs (Independent Node Verification Networks) and related stablecoins represent new technological means of carrying out bank-permissible payment activities. We therefore conclude that a bank may validate, store, and record payments transactions by serving as a node on an INVN.“

Nun liegt zwischen der Interpretation der OCC von Regeln der Finanzwelt und einer tatsächlichen Umsetzung noch ein breiter Weg – doch die Nachrichten werden in der Krypto-Industrie derzeit sehr positiv aufgenommen. Nach der Ripple-Klage und dem FinCEN-Vorschlag meldeten sich immer mehr Kritiker wie etwa auch Square-CEO Jack Dorsey zu Wort und meinten, dass neue Regulierungen die Innovationskraft der USA im Blockchain-Bereich ersticken würde.

USA im Wettrennen mit China und der EU

In Bezug auf Crypto muss die USA aber tatsächlich handeln, um nicht hinter andere Machtblöcke zu fallen. In China wird wie berichtet bereits eine staatliche Digitalwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) getestet, und die EU hat mit MiCA einen starken Entwurf für die künftige Regulierung von Krypto-Assets vorgelegt – der auch ermöglichen soll, dass Stablecoins unter bestimmten Voraussetzungen von Unternehmen herausgegeben werden dürfen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auch bereits Interesse an einem digitalen Euro bekundet.

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Stablecoin-Projekte von Banken gibt es bereits. Das bekannteste ist sicherlich jenes der Großbank JPMorgan, der JPM Coin. Dabei handelt es sich um einen Stablecoin, der der Bank zufolge durch eigene Geldbestände gedeckt ist, und dazu dienen soll, grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Firmen zu erleichtern. Anstatt Fiat von A nach B zu verschieben, soll das künftig mit einem digitalen Token gemacht werden können.

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In Österreich arbeitet die Raiffeisenbank International (RBI) in einem Pilotprojekt unter dem Namen „RBI Coin“. Dabei geht es etwa darum, tokenisiertes Geld in Echtzeit transferieren zu können, was etwa internationale Überweisungen schneller machen könnte. Und wie berichtet hat das deutsche Bankhaus von der Heydt (BVDH) gemeinsam mit der Blockchain-Firma Bitbond einen Euro Stablecoin (EURB) auf den Markt gebracht.

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