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SPOCK: Neue AI berechnet, ob Planeten auf Kollisionskurs sind

© David Menidrey on Unsplash
© David Menidrey on Unsplash

Die Vorstellung, einmal auf einem erdähnlichen Planeten eine Zivilisation aufbauen zu können, fasziniert die Menschheit seit vielen Jahrhunderten. Der erste Exoplanet, also ein planetarer Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems, wurde 1995 entdeckt, und zwar 51 Pegasi b.

Seither haben Astronomen etwa 4.000 weitere solcher Welten entdeckt, und 700 davon befinden sich in Sonnensystemen, die noch weitere Planeten haben. Was die Frage aufwirft: Kreisen diese Gestirne brav bis in alle Ewigkeiten nebeneinander, oder befinden sie sich auf Kollisionskurs?

Diese Frage können Astronomen beantworten, indem sie aufwendige Berechnungen anstellen und die Bewegungen von Planeten für Milliarden Jahre bestimmen. Nun hat ein findiger Astrophysiker, der für die NASA sowie an der renommierten Princeton University arbeitet, einen AI-Algorithmus entwickelt, der diese Arbeit übernehmen soll.

Dem Astrophysiker Daniel Tamayo geht es darum, die Stabilität von Sonnensystemen vorherzusagen – und dazu gehört eben zu wissen, ob sich Planeten auf Kollisionskurs befinden. Seine AI hat er in Anlehnung an „Star Trek“ SPOCK getauft – das steht kurz für „Stability of Planetary Orbital Configurations Klassifier“.

Schneller als Super-Computer

Während bisher in vielen Stunden Arbeit und mit Hilfe von Super-Computern solche möglichen Planetenkollisionen berechnet wurden, kann SPOCK das in viel kürzerer Zeit. Der Algorithmus simuliert dafür „nur“ 10.000 Umlaufbahnen des Planeten und sagt dann vorher, ob das System stabil bleibt, wenn es weitere eine Milliarde Orbits durchläuft.

„Wir können nicht kategorisch sagen: Dieses System wird in Ordnung sein, aber dieses wird bald in die Luft fliegen“, sagt Tamayo. „Das Ziel ist vielmehr, für ein bestimmtes System alle instabilen Möglichkeiten auszuschließen, die bereits kollidiert wären und heute nicht existieren könnten.“

SPOCK soll 10.000 Mal schneller sein als bisherige Berechnungsmethoden und der NASA künftig dabei helfen, jene sehr weit entfernten Sonnensysteme zu analysieren, die das Kepler-Weltraumteleskop entdeckt hat.

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