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Spin-off Austria

Bildungsminister Faßmann will „Startup-Kultur“ an Universitäten etablieren

Bildungsminister Heinz Faßmann. © Bildungsministerium
Bildungsminister Heinz Faßmann. © Bildungsministerium

Im Jahr 2019 lag die Forschungsquote in Österreich geschätzt bei rund 3,2 Prozent des BIP, das sind stattliche etwa 12,8 Milliarden Euro. Damit gibt Österreich pro Kopf nach Schweden am meisten Geld für Forschung und Entwicklung in der EU aus. Wenn sich das nur auch in so genannten Spin-offs niederschlagen würde – also in Unternehmungen, die von Forschern gegründet werden, um Forschungsergebnisse zu Produkten am Markt zu machen. Da hinkt Österreich anderen Ländern wie der Schweiz ordentlich hinterher.

Mit der Initiative Spin-off Austria haben es sich die beiden bekannten Investoren Herbert Gartner und Hermann Hauser zum Ziel gesetzt, die Zahl der Spin-offs in Österreich stark zu steigern. Bis 2030 sollen es 1.000 sein – also müssten in den nächsten Jahren mehr als 100 pro Jahr ausgegründet werden. Bei der hohen Politik stößt man mit der Forderung mittlerweile auf offene Ohren – auch wenn ein wenig strittig ist, wie viel Spin-off-Output Österreichs Unis und Forschungseinrichtungen nun wirklich haben.

Jedenfalls: „Ein Spin-off gründen, passiert nicht von selbst. Viele Forscher denken nicht einmal daran, dass sie selbst eine Firma gründen könnten. Deswegen müssen wir den unternehmerischen Spirit fördern, wo wir ihn nur finden können“, sagte Bildungsminister Werner Faßmann ihm Rahmen der Online-Konferenz, die zum Auftakt der Spin-off Austria-Initiative über die virtuelle Bühne ging. „Der schnelle Transfer von Forschungsergebnissen in Innovation ist ein Schlüssel für höhere Produktivität und größeren Wohlstand. Deswegen müssen wir alles tun, um den unternehmerischen Geist zu fördern.“

Uneinigkeit über Zahl der Spin-offs

Laut Faßmann gebe es durchaus Gründe, positiv in die Zukunft zu blicken. 2019 hätten Unis und Forschungseinrichtungen 74 Spin-offs hervorgebracht. Das unterscheidet sich von der von Hauser und Gartner kommunizierten Zahl „20“ doch deutlich, aber jedenfalls sind es am Ende doch deutlich weniger als 100.

Wie soll das mit den Spin-offs nun klappen? „Das aktuelle Regierungsprogramm zielt darauf ab, eine Startup-Kultur und Unternehmertum an Universitäten zu fördern“, so Faßmann. Man habe das Ziel, die Zahl der Spin-offs in der aktuellen Legislaturperiode deutlich nach oben zu heben – wie hoch, sagte er nicht. Jedenfalls will er dafür sorgen, das Spin-off Fellowship Programm der Forschungsförderungsgesellschaft nicht nur fortzusetzen, sondern auszuweiten.

Das Programm besteht seit mehreren Jahren und hilft Forschern, zu einem frühen Zeitpunkt ihre Forschungsideen in ein marktfähiges Produkt oder eine Dienstleistung weiterzuentwickeln. In drei Runden wurden über das Programm bereits 8,6 Millionen Euro an Fördermitteln vergeben. Von 91 bisher eingereichten Anträgen wurden 24 Projekte zur Förderung genehmigt. Eine Liste zu den bereits geförderten Spin-offs findet sich hier.

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