Channel

Investors

Analyse

VC-Investments in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Allzeithoch

© Startaê Team on Unsplash
© Startaê Team on Unsplash

Erst gestern haben wir euch berichtet, dass die Tech-Investments in Europa mit geschätzten 41 Milliarden Euro (2019: 38,6 Mrd. Euro) ein neues Allzeithoch erreicht haben. Trotz – oder eigentlich gerade wegen – der Corona-Krise wurde im Jahr 2020 so viel Geld wie noch nie in europäische Startups und Tech-Scale-ups investiert. Die Megarunde von 650 Millionen Dollar für Klarna aus Schweden und die daraus resultierende Bewertung von 10,7 Mrd. Dollar ist dieses Jahr das Aushängeschild.

Wie es im DACH-Raum diesbezüglich aussieht, haben sich die beiden Frühphasen-Investoren Speedinvest aus Wien und Frontline Ventures aus London und Dublin angesehen. Und kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: VC-Investitionen haben sich im deutschsprachigen Raum im Jahr 2020 trotz COVID- 19 beschleunigt, in Q2 wurde mit 2,1 Milliarden Euro sogar ein All-Time-High bei Investments im DACH-Raum erreicht. Ob der DACH-Raum für ganz 2020 einen neuen Rekord sehen wird, steht noch nicht fest – dazu fehlen noch die Zahlen aus dem Q4.

„Wir sind nicht überrascht, dass Tech-Investoren sich während der Pandemie stärker bei Startups aus dem deutschsprachigen Raum engagieren. Die Wirtschaftsleistung von Österreich, Deutschland und der Schweiz ist größer als die der gesamten Westküstenregion der USA inkl. Silicon Valley und Rocky Mountain Staaten“, so Felix Faltin von Speedinvest. „Wir sind außerdem europaweit führend bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Patentanmeldungen, und der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Softwareentwicklern.“

Die neuen Zahlen würden Annahmen, dass COVID sich negativ auf den Appetit von Investoren auf Startups auswirke, entkräften. „Trotz eines vorübergehenden Bewertungseinbruchs sind die VC-Investments in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ganz Europa auf einem Allzeithoch. Wenn man auf die Keyplayer schaut, sieht man überall starkes Wachstum bei Technologieinvestments im DACH-Raum“, so Helena Cavell, DACH-Leiterin bei Frontline Ventures. „Der Bericht zeigt auch einen gesteigerten Risikoappetit von VC-Investoren und dass diese bereit sind, in der Region zu investieren, unabhängig von den täglichen Marktturbulenzen.“

Wie aber wird es 2021 weitergehen? Dieses Jahr, so könnte man auch meinen, mussten Investoren viel Geld lockermachen, um Startups durch die Krise zu helfen – der Peak im zweiten Quartal 2020, als in Europa in den ersten Lockdown ging, zeigt das deutlich. Werden VCs, die ja ihrerseits ihr Geld oft bei der Old Economy (Pensionsfonds, Corporates, Family Offices, etc.) holen, auch im nächsten Jahr so kräftig investieren?

Optimismus für 2021

Speedinvest und Frontline zeigen sich in ihrer Analyse diesbezüglich optimistisch. Für die beiden Frühphasen-VCs gibt es für 2021 folgende Trends im DACH-Raum:

  • Eine ungebrochen rasante Entwicklung von Inkubator-, Pre-Seed- und Seed-Stage-Fonds wird das lokale bzw. regionale Startup-Wachstum beschleunigen.
  • Mehr Wachstumskapital aus Asien und den USA wird den Wettbewerb um die besten Deals verschärfen, insbesondere in der Wachstumsphase der Startups
  • COVID-19 wird die regionale Fragmentierung weiter vorantreiben, da immer mehr Frühphasen-Startups regional verteilt außerhalb von Standard-Tech-Hubs angesiedelt sind.
  • F&E Mittel fließen überwiegend in B2B-SaaS-Startups, wo eine starke Häufung an Seriengründern eine neue Gründungswelle auslösen wird.
  • Änderungen der Regulierung in Deutschland (Stichwort: DVG) werden den digitalen Gesundheitsboom weiter beschleunigen.
  • Die Bewertungen für Seed und Series A Startups werden im Einklang mit den europäischen Trends weiter steigen.

Tech-Investments in Europa: Corona-Jahr wird zum Rekordjahr

Disclaimer: Speedinvest ist Investor von Trending Topics.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Promotion

Mehr von Trending Topics