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Sorare: Britische Behörde verdächtigt NFT-Unicorn des Glücksspiels

© Sorare
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NFTs sind momentan einer der größten Hypes rund um die Blockchain-Technologie, und das französische Startup Sorare steht dabei an vorderster Front. Die Jungfirma bietet digitale Fußball-Sammelkarten an, deren Einzigartigkeit sie per Non-Fungible Tokens auf der Ethereum-Blockchain garantiert. Diese digitalen Karten sind ein Riesenerfolg und Sorare hat im September eine Mega-Finanzierung von 680 Millionen Dollar erhalten und ist so zum Unicorn geworden (Trending Topics berichtete). Nun ziehen aber dunkle Wolken auf: Denn die britische Glücksspielkommission nimmt die Jungfirma ins Visier.

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Sorare braucht möglicherweise Lizenz

„Die Glücksspielkommission führt derzeit Ermittlungen gegen das Unternehmen durch, um festzustellen, ob Sorare eine Betriebslizenz benötigt oder ob die angebotenen Dienste kein Glücksspiel darstellen“, heißt es von der Behörde. Das bedeutet, dass die Jungfirma je nach der Entscheidung der Kommission möglicherweise eine eigene Lizenz braucht, um in Großbritannien künftig ihr Geschäft betreiben zu können. Als Präzedenzfall wäre so eine Entscheidung ungünstig für Sorare. Das Startup plant laut Decrypt nämlich gerade die Expansion in die USA, wo in vielen Bundesstaaten Glücksspiel illegal ist.

Sorare lässt Spieler:innen offiziell lizenzierte digitale Sammelkarten kaufen und verkaufen, auf denen Spieler von mehr als 100 Fußballmannschaften aus aller Welt abgebildet sind. Dazu gehören Top-Vereine wie Juventus und Paris Saint-Germain. Es gibt dabei ein Fantasy-Sport-Element. Nutzer:innen können wöchentliche Aufstellungen erstellen und gegen andere Personen antreten. Dabei können sie auf der Grundlage der realen Leistung ihrer jeweiligen Spieler Punkte sammeln. Die besten Player in jedem Zyklus können kostenlose Karten oder sogar Belohnungen in Form von Ethereum-Token gewinnen.

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Startup sieht sich rechtlich abgesichert

Laut der britischen Behörde könnte es sich bei diesem System um Glücksspiel handeln. Bei Fantasy-Sport stellt sich oft die Frage, wie viel Können und wie viel Zufall wirklich den Erfolg ausmachen. Sorare selbst ist klar der Meinung, dass sein Konzept keine bloße Glückssache ist. „Wenn ein Produkt mit einer im Entstehen begriffenen Technologie erfolgreich wird, ist es normal, dass es regulatorische Fragen gibt. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Sorare keine Formen des regulierten Glücksspiels anbietet“, heißt es von der Jungfirma.

Bei der Entstehung des Konzepts hat das Startup nach eigenen Angaben immer wieder juristische Gutachten erstellen lassen. Rechtlich wähnt sich das Unternehmen auf der sicheren Seite. Es wolle immer mit den Behörden kooperieren und möglichst hohe Transparenz über sein System bieten. Sorare steht möglicherweise ein massives Wachstum bevor. Denn die Firma will die digitalen Sammelkarten künftig auch für Frauenfußballteams bald auch auf weitere Sportarten ausweiten. In den USA, wo Fantasy-Sports große Popularität genießen, wären vor allem Football-Sammelkarten sehr vielversprechend.

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