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SolMate: Wie ein Grazer Startup Haushalten mit Solarenergie beim Stromsparen helfen will

Christoph Grimmer und Jan Senn von eet.energy. © Jakob Steinschaden
Christoph Grimmer und Jan Senn von eet.energy. © Jakob Steinschaden

Ein Viertel des hauseigenen Strombedarfs durch Sonnenenergie decken und gleichzeitig Geld sparen – das stellt das Grazer Startup eet.energy Konsumenten in Aussicht. Der Weg dorthin: „SolMate“. Die Solar-Panele der jungen Firma der Gründer Stephan Weinberger, Christoph Grimmer und Florian Gebetsroither soll man sich einfach am Balkon installieren können. Der produzierte Strom fließt dann in einen Speicher und dann via Steckdose in das Stromnetz des Haushalts und kann dort anderen Geräten zur Verfügung gestellt werden. Ab Mitte September 2018 sollen sich Interessierte bei einer Crowdfunding-Kampagne SolMate um rund 2.000 Euro vorbestellen können.

Messtechnologie zum EU-Patent

„Wir produzieren mit herkömmlichen Kraftwerken zu viel Müll. das könnten wir vermeiden, indem man ein kleines Kraftwerk, das jeder von uns selbst installieren kann, nutzt“, sagt Mitgründer Grimmer. Ähnliche Konzepte gibt es bereits am Markt – etwa „Simon“ von der Ökostrom AG, ebenfalls ein Solar-Panel für Haushalte, das mit einer Spitzenleistung von 150 Watt so viel Strom erzeugen können soll, um ein Jahr lang Waschmaschine zu betreiben.

Das Besondere an SolMate soll allerdings die firmeneigene, in der EU zum Patent angemeldete Messtechnologie, die es dem System ermöglicht zu erkennen, ob man gerade Strom verbraucht SolMate gibt dann nur Strom, wenn irgendwo in der Wohnung gebraucht wird, der Rest wird im zugehörigen Akku mit einer Kapazität von etwas mehr als 1 kWh gespeichert. „Mit dieser Lösung wird gewährleistet, dass dein kostbarer Sonnenstrom zu 100 Prozent von dir selbst verbraucht wird“, heißt es seitens eet.energy. Da man keinen Strom in das Netz zurückspeisen, müsse man mit dem Netzbetreiber nicht über Einspeisetarife streiten.

SolMate-Mitgründer Grimmer im Interview. © Trending Topics
SolMate-Mitgründer Grimmer im Interview. © Trending Topics

Um etwaige Gesetze sollen sich Endverbraucher nicht kümmern müssen. Mit einer Einspeiseleistung von 500 Watt fällt die Anlage in Österreich unter die sogenannten Kleinsterzeugungsanlagen und ist somit nicht reguliert. Da die Geräte sehr robust und wetterunempfindlich gebaut sind (es kommen Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren zum Einsatz), sollen sie bis zu 30 Jahre wartungsfrei laufen können, wird versprochen.

Business Angels an Bord

EET, wie die junge Firma im vollen Namen heißt, ist erst etwas mehr als ein Jahr alt. Gegründet im Mai 2017, ging es rasch vorwärts. Das Startup zog im Juli 2017 in den Sciencepark Graz ein, im November wurde der Prototyp mit der Messtechnologie fertiggestellt. Dann kamen auch schon die ersten Investoren an Bord: Klaus Fronius und Michael Koncar (VTU-Gruppe) schnappten sich jeweils zehn Prozent des Jungunternehmens. Im April 2018 stellte das Startup dann den voll funktionsfähigen Prototypen im finalen Gehäuse fertig.

Auch mit einigen Preisen wurde SolMate bereits bedacht. 2017 gewann die Jungfirma den „TÜV Austria Wissenschaftspreis“ in der Kategorie „Unternehmenspraxis“, kürzlich wurde das Team außerdem als bestes Startup der Steiermark ins Finale der #glaubandich-Challenge geschickt.

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