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„Smart Forest“: Startup tokenisiert Bäume und Wälder

Symbolbild. © Valiphotos / Pixabay
Symbolbild. © Valiphotos / Pixabay

Technik und Natur – wie gut dieses Konzept zusammenpassen kann, zeigt das Startup „Smart Forest„. Das Jungunternehmen verfolgt einen ebenso ungewöhnlichen wie spannenden Ansatz: Smart Forest tokenisiert Bäume. Das heißt, jeder Baum bekommt ein Token als Gegenwert – für seine gesamte Lebensdauer. Das soll vor allem Investitionen in Wald und Umwelt attraktiver machen.

Blockchain für Bäume

Gemeinhin kennt man Blockchains aus anderen Bereichen, vor allem von Kryptowährungen oder sogenannten Smart Contracts. Wer mag, kann nun aber auch Bäume auf der Blockchain speichern – natürlich nicht physisch, aber als ein fälschungssicheres Zertifikat, wie T3N berichtet. Smart Forest setzt dabei auf non-fungible Token (NFT), was bedeutet, dass es jedes Token genau einmal gibt und dieses auch nicht austauschbar ist. Gegründet haben das Startup Iwa Pawlak und Alex Rudometov.

„Digitaler Zwilling eines Baumes“

Die beiden Gründer beschreiben ihre Idee folgendermaßen: „Ein tokenisierter Baum ist ein physisch wachsender Baum mit seinem digitalen Zertifikat – einem Token. Das Token ermöglicht einige Operationen, die bei einem normalen Baum unmöglich wären – wie zum Beispiel das Übertragen an jemand anderen. Stellen Sie sich die Situation vor, dass Sie Ihrem Freund einen Baum geben wollen. Und da es sich um einen Setzling handelt, könnten Sie ihn ausgraben und an Ihren Freund weitergeben. Aber was wäre, wenn der Baum ein paar Jahre alt wäre? Um diese Frage zu lösen, haben wir einen symbolisierten Baum erfunden – einen digitalen Zwilling eines physisch wachsenden Baumes.“ Das Tokenisieren von Bäumen ermögliche auch die Aufteilung der Plantage in einzelne Bäume – was dazu beitragen soll, den Holzpreis zu verfolgen und den Kohlenstoffausgleich genauer zu berechnen.

Vom Baum zum Vermögenswert

Ein weiterer Vorteil: Der überschaubare Preis. Die meisten Bäume kosten 20 Euro, die günstigsten sind schon ab 17 Euro erhältlich. Jeder Käufer, jede Käuferin kann via GPS nachsehen, wann und wo der Baum gepflanzt wurde. Und weil der Holzpreis seit Jahren steigt, soll sich so auch ein spannendes Investment tätigen lassen. „Smart Forest macht Investitionen in den Wald intelligent, indem es die Einstiegshöhe von ein paar Tausend Euro auf wenige reduziert, indem es einzelne Bäume aus Plantagen verkauft. Wir sondieren effizient den Forstmarkt, um die rentabelsten Baumarten, die besten Wachstumsbedingungen und die zuverlässigsten Pflanzer auszuwählen, die ein festes Einkommen aus einem Baum gewährleisten“, heißt es dazu von den Gründern. Durch die Umwandlung eines Baumes in die Wertmarke (Token) werde der Baum „in fast jeder Phase seines Wachstums zu einem liquiden Vermögenswert“.

Jeder tokenisierte Baum wird außerdem mit einer detaillierten Datenbeschreibung versehen, unter anderem wissen Käufer das Pflanzdatum, die Art des Baumes, die GPS-Koordinaten des Baumes, den Namen der Serie und sogar CO2-Kompensation und geschätzten Holzpreis. Einsehbar sind die Daten in einem eigenen Profil. Der höchste Kauf bisher: 3510 Bäume um satte 77.220 Euro von Vodafone Portugal.

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