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SLOC: Steirisches Startup entwickelt smarte Sensoren für die Industrie

Oft als Selbstverständlichkeit angesehen, ist Mülltrennung und -entsorgung eine riesige Herausforderung für Gemeinden, Bund und Land. Riesige Restmüllberge will schließlich niemand sehen, die heimische Mülltonne soll aber trotzdem laufend entleert und die Recyclingquoten sollen nach oben getrieben werden. Das steirische Startup SLOC bietet unter anderem dafür smarte Unterstützung.

ANDI heißt der smarte Sensor, der Abfalltonnen gewissermaßen schlau machen soll. Das Akronym steht dabei für „Automatisch, Nachhaltig, Digital, Innovativ“ und wurde für das Unternehmen „Saubermacher“ entwickelt. Der Sensor hat eine simple Aufgabe zu erledigen: Ist die Tonne voll, meldet er diesen Umstand den Müllentsorgern. Vorerst als Pilotprojekt gestartet, sollen sich dadurch irgendwann Fahrtstrecken effizienter gestalten lassen. Ralf Mittermayr, Vorstandsvorsitzender bei Saubermacher, verriet uns im Interview, dass sich so 20 Prozent CO2 einsparen lassen würden. In Zusammenarbeit mit SLOC testet das Unternehmen den Sensor gerade in Horn. Um Unklarheiten zu vermeiden: Nur die Saubermacher nennen den Sensor ANDI, SLOC selbst spricht der Einfachheit halber von „SLOCS“.

Eine Sensor, viele Einsatzzwecke

Die sollen vielerorts zum Einsatz kommen. Das Startup aus Graz baut Basistechnologie für IoT-Projekte und die Industrie 4.0. Das heißt, SLOC stellt Geräte her, die verschiedene Sensoren auslesen und die Messdaten visualisieren können – stark vereinfacht ausgedrückt. Der Unterschied zu anderen Produkten: Dank eines Onboard-Algorithmus kann SLOC deutlich effizienter und zielgerichteter Informationen zur Verfügung stellen. Zwei Beispiele für die Funktionsweise führt das Startup selbst auf der Homepage an. Eines davon beschreibt „ANDI“, das andere zeigt, dass sich beispielsweise auch Gabelstapler mit SLOC erweitern lassen. Das System erkennt dann mit den entsprechenden Sensoren Parameter wie Beladungszustand, Geschwindigkeit oder Temperatur und erlaubt auch eine Ortung des Staplers.

+++Saubermacher: Recycling und Mülltrennung soll mit IoT-Sensoren verbessert werden+++

„Die grundlegende Idee hinter SLOC ist es, intelligente IoT-Devices für die Industrie zu entwickeln und damit unsere Kunden bei der Optimierung, Automatisierung und Maximierung ihrer Produktivität zu unterstützen. Wir beschränken uns dabei nicht auf Branchen, sondern können unsere SLOCs auf Basis eines modularen Baukastensystems einfach und kostenschonend universell auf verschiedenste Anwendungsbereiche anpassen“, erklärt uns Christoph Kohlbacher, Head of Marketing bei SLOC.

Optimierungen für mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist dabei natürlich ein Thema, SLOC soll aber vor allem helfen, Prozesse zu optimieren und zu automatisieren. „Wir wollen mit unseren smarten Devices einen Beitrag dazu leisten, die logistischen Prozesse von Unternehmen branchenübergreifend zu optimieren. Da in der Logistik jede einzelne Optimierung zu weniger Verkehr und somit zu verringertem C02-Ausstoß führt, so könnte man sagen, dass alle SLOC-Produkte einen nachhaltigen Themenschwerpunkt haben.“

Ein Beispiel gibt es dafür auch: „Konkret planen wir den Produkt-Launch eines präzisen Indoor-Ortungssystems für Gabelstapler. Dadurch können bei größeren Staplerflotten Fahrwege optimiert und somit die Effizienz der Fahrzeuge deutlich erhöht werden. Insbesondere bei Dieselstaplern kann damit der CO2-Ausstoß reduziert werden.“

SLOC wurde 2017 von Alec Essati gegründet und beschäftigt derzeit zehn Vollzeit-Mitarbeiter. Studenten der TU Graz sind ebenfalls Teil des Teams und unterstützen die Entwicklung. Für die nächsten Jahre hat man sich viel vorgenommen: „In 2020 wollen wir neben Saubermacher mit weiteren Partnern (z.B. Magenta, Telekom Deutschland, Lufthansa Industry Solutions) die ersten größeren Rollouts durchführen. Darüber hinaus starten wir mit unserer Internationalisierung, welche uns zunächst in die Nachbarländer Österreichs führt, speziell nach Deutschland, in die Schweiz und nach Italien.“

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