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„Silicon Austria Labs“ starten in Kärnten, Steiermark und Oberösterreich mit 280 Mio. Euro Budget

Silizium, die Basis von Elektronik-Hightech. © Pexels
Silizium, die Basis von Elektronik-Hightech. © Pexels

In Alpbach wurde heute die Gründung des größten Mikroelektronik-Forschungsprojektes in Österreich in Form der „Silicon Austria Labs GmbH“ besiegelt. 50 Prozent der GmbH, deren Gesellschaftsvertrag Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) heute unterschreibt, sollen dem Bund gehören. Insgesamt werden in den nächsten fünf Jahren 280 Millionen Euro Budget zur Verfügung stehen. Davon kommen je 70 Millionen Euro vom Bund und den Ländern Kärnten, Steiermark und Oberösterreich. Dieser Betrag wird von den teilnehmenden Industrie-Unternehmen verdoppelt.

Gesellschafter der Silicon Austria Labs sind die Bundesländer Kärnten, Steiermark und Oberösterreich, der Bund sowie der österreichische Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). Der FEEI vertritt in Österreich die Interessen des zweitgrößten Industriezweigs mit rund 300 Unternehmen, über 65.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 17,45 Milliarden Euro (Stand 2017). Die Zusage zu der großen Beteiligung des Bundes haben der ehemalige Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und der ehemalige Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) getätigt.

Headquarter in Graz

Das Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren an Forschungsstandorten in den drei Bundesländern bis zu 500 Mitarbeiter zu beschäftigen. Das Headquarter der Silicon Austria Labs wird dabei mit bis zu 200 Forschern und Entwicklern in Graz liegen – daneben wird ebenfalls mit rund 190 Mitarbeitern (davon 150 Forscher) Villach der wichtigste Standort. Die Standorte sollen sich jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten widmen.

In Graz wird das die Integration verschiedener Mikroelektronik-Komponenten in größeren Systemen, etwa selbstfahrender Autos, sein. In Linz geht es um die effiziente Übertragung großer Datenmengen und in Villach um leistungsfähige Sensoren in der Carinthian Tech Research.

Kärnten will bei F&E hoch hinaus

Gerade Kärnten versucht die Themen Digitalisierung und Mikroelektronik gerade massiv voranzutreiben. Der Klagenfurter Lakeside Park wird als Forschungsstandort in Kooperation mit der Alpen-Adria-Universität großzügig ausgebaut (Trending Topics berichtete). 13 Millionen Euro fließen dort in die Errichtung neuer Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen für Robotik – den Löwenanteil davon trägt der Hauptmieter Joanneum Research.

Auch die Rufe nach einer eigenen Technischen Universität werden in Kärnten lauter – zuletzt brachte das Team Kärnten das Thema wieder aufs Tapet: „Die Entwicklung einer TU muss eine Langzeitperspektive darstellen“, werden Gerhard Köfer und Gerhard Klocker vom Team Kärnten in der Bezirkszeitung zitiert.

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