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Shpock: CEO Bernhard Baumann verlässt das Unternehmen – auch der CFO geht

Noch-Shpock-CEO Bernhard Baumann. © Shpock
Noch-Shpock-CEO Bernhard Baumann. © Shpock

Personelle Umwälzungen bei der Flohmarkt-App Shpock: Bernhard Baumann, der im Februar 2017 als CEO eingesetzt wurde, tritt von seinem Posten zurück. Er soll von Esteve Jane Ribera, bisher bei der Shpock-Mutter Schibsted in Spanien für das dortige Motor-Vertical tätig, ersetzt werden. 2015 hat Shpock mit dem norwegischen Medienkonzern Schibsted, der sich im Internet auf Kleinanzeigen-Portale und Marktplätze spezialisiert hat, einen neuen Mehrheitseigentümer bekommen.

Jane Ribera hat in den vergangenen sieben Jahre sowohl Startups als auch größere Firmen gemanagt, außerdem bringt er Erfahrung von seiner Zeit als Partner bei einem Investment-Fonds mit. Baumann war vor seiner Zeit als Shpock-CEO als des Management-Teams für Marketing zuständig und gehört zu den ersten Mitarbeitern der Firma.

„Neue Phase der Entwicklung“

„Bernhard Baumann ist seit seinem Eintritt in das Team im Jahr 2014 ein wichtiger Treiber für die Erfolgsgeschichte von Shpock gewesen. Shpock hat in den letzten Jahren ein fantastisches Wachstum erlebt, getrieben von einem großartigen Produkt, Marketinginvestitionen und der harten Arbeit und dem Engagement des Shpock-Teams“, heißt es in einem offiziellen Statement seitens Schibsted gegenüber Trending Topics. „Shpock geht jedoch in eine neue Phase der Entwicklung über, in der es darum geht, die Monetarisierung zu skalieren und die Profitabilität über das Wachstum hinaus zu steigern. Bernhard Baumann hat sich entschieden, zusammen mit CFO René Kalina zurückzutreten.“

Shpock-CFO René Kalina, der das Unternehmen ebenfalls verlässt, hat María José Freijedo, bisher International Business Controller bei Schibsted Marketplaces, als Nachfolger. Shpock zählt eigenen Angaben zufolge mehr als 50 Millionen App-Downloads, mehr als 170 Millionen gehandelte Produkte sowie 185 Mitarbeiter aus 35 verschiedenen Nationen. Neben dem Headquarter in Wien gibt es seit Anfang des Jahres auch ein eigenes Büro in London.

Restrukturierungen beim Eigentümer

Hintergrund der Abgänge dürften Restrukturierungen des Mutterkonzerns Schibsted sein. Dieser hat 2015 91 Prozent von Shpock übernommen. die restlichen 9 Prozent liegen noch bei den beiden Mitgründern Armin Strbac und Katharina Klausberger, die im Februar 2017 die Leitung an Baumann übergeben haben (Trending Topics berichtete).

+++ Warum Schibsted Shpock gekauft hat +++

Der norwegische, international tätige Medienkonzern Schibsted will sein Geschäft mit Online-Anzeigen abspalten und 2019 an die Börse bringen. Das Unternehmen soll MPI heißen und Kleinanzeigen-Plattformen in 20 Ländern bündeln. Neben Shpock, das neben Österreich auch in Deutschland und Großbritannien präsent ist, sollen zu MPI auch Leboncoin.fr in Frankreich, Schibsted Spain, OLX Brazil und weitere Dienste in Mexiko, Chile, Weißrussland, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Marokko und Tunesien dazugehören. Rolv Erik Ryssdal, bisher CEO der Schibsted-Gruppe, soll MPI leiten.

Schibsted ASA wiederum soll die Kernmärkte des Medienkonzerns in seinen Stammländern bedienen. Neben Zeitungen wie Aftenposten und Aftonbladet sowie Finanzdienstleistungen verbleiben auch die in Skandinavien präsenten Kleinanzeigen-Portale  Finn.no, Blocket.se und Tori.fi beim Mutterkonzern. Dieser soll Mehrheitseigentümer von MPI sein.

Hohe Reichweite in Österreich

Shpock gehört in Österreich mit seinem mobilen Flohmarkt zu den reichweitenstärksten Online-Angeboten. Laut ÖWA Basic verzeichnete Shpock im September 2018 rund 12,5 Millionen Visits und liegt damit in den Top 10. Gemessen an Page Impressions (PI) ist Shpock gar auf Platz 3 – nur geschlagen von willhaben.at und dem ORF.at Network.

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